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Uni Passau  |  12.04.2018  |  12:08 Uhr

Wenn alle alle Daten nutzen könnten

von Kerstin Kesselgruber

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Die Digitalisierung berührt jeden Lebensbereich: die tägliche Arbeit, das Gesundheitswesen und den Straßenverkehr. Wie die Menschen die Digitalisierung möglichst sinnvoll und gewinnbringend nutzen können, damit befasst sich das "13. Internationale For..Net Symposium", das am 11. April eröffnet wurde und in der Redoute fortgesetzt wird. Es steht unter dem Thema "Wertschöpfung durch Digitalisierung: Innovation. Ethik. Sicherheit.".

Wie wäre es, wenn alle Bürger freien Zugang zu Daten aus der Verwaltung, der Justiz und der Gesetzgebung hätten? Wenn sie ganz einfach Daten aus Katastern, Wasserstandsmeldungen von Flüssen, Informationen über den Verkehr oder die Wasser- und Luftqualität nutzen könnten? Solche Informationen hätten einen Wert von zwölf Milliarden Euro, sagte Wilfried Bernhardt, Staatssekretär a.D., in seinem Eröffnungsvortrag. Die Vorteile reichten über die Wirtschaft hinaus, wenn damit zum Beispiel wegfallende Arbeitsplätze ersetzt und Verwaltungskosten eingespart werden könnten. Start-ups mit kreativen Ideen und schnellen Möglichkeiten zur Umsetzung spielen in diesen Überlegungen eine große Rolle. Das Informationsangebot für die Öffentlichkeit würde sich verbessern, wenn zum Beispiel Bewertungen leichter nachzuvollziehen seien, sagte Bernhardt. Damit würde staatliches Handeln transparenter werden und im besten Fall die Akzeptanz bei den Bürgern steigen.

"Open Data" ist das Schlagwort dafür, also "offene Daten", die von allen genutzt, weiterverbreitet und weiterverwendet werden können. Obwohl die neue Bundesregierung die Bereitstellung der Daten vorantreiben will, ist "Deutschland bei Open Data noch Entwicklungsland", sagte Bernhardt. Dass es alle Verwaltungen bis Juli 2018 schaffen, ihre Daten öffentlich zu machen, wie es das E-Government-Gesetz aus dem Jahr 2013 vorgibt, bezweifelte er.

Prof. Dr. Dirk Heckmann widmete sich in seinem Vortrag der Rolle des Rechts beim autonomen Fahren und beim Cybermobbing. Heckmann ist Leiter der Forschungsstelle für IT-Recht und Netzpolitik (For..Net) der Universität Passau, die die Tagung organisiert hat. Er stellte die Chancen und die ethischen Herausforderungen des autonomen Fahrens dar: Langfristig würde sich die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Staus könnten vermieden werden und es könnten umweltfreundliche Alternativen zum Individualverkehr gefunden werden. Dabei würde eine große Menge an Informationen anfallen: Daten zur Kommunikation zwischen den Autos, zum Wetter oder zu Schäden am Fahrzeug. Wie diese Daten gesammelt, ausgewertet und geschützt werden sollen, müssen Gesetze regeln.

Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft von Dorothee Bär, der Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung. Bär begrüßte die rund 140 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in einer Videobotschaft.






 

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