Icon Breadcrumb Sie sind hier:




Uni Passau  |  26.10.2018  |  08:07 Uhr

Universitätsstudie Bayernwahl 2018 stellt Ergebnisse vor

Lesenswert (0) Lesenswert kommentierenKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken


  • Artikel 17 / 71
  • Pfeil
  • Pfeil




Was hat die Wähler in Bayern bewegt – und vor allem: Wohin haben sie sich bewegt? Antworten darauf gibt die Universitätsstudie Bayernwahl 2018, an der Forscher der Universitäten Passau, Regensburg und München mitwirken. Die ersten Ergebnisse einer groß angelegten Nachwahlbefragung sowie einer bayernweiten Telefonbefragung zeigen: Es gibt klare Gewinner, einen großen Verlierer und einige Überraschungen.
Im Fokus des Lehrforschungsprojekts standen die Wählerwanderungen, die sich auch in den vorläufigen Ergebnissen schon klar nachzeichnen lassen. "Wir können zeigen, dass die CSU bayernweit in beträchtlichem Umfang Wähler verloren hat", sagt Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Knieper von der Universität Passau. "Die Ströme von der CSU weg speisen in recht ähnlichem Ausmaß die Grünen, und die Freien Wähler, in höherem Ausmaß von knapp 340 000 Stimmen die AfD. Die CSU kann diese massiven Abwanderungen aber durch die Mobilisierung von Nichtwählern zumindest etwas abdämpfen." Besonders interessant sei der Vergleich zur Bundestagswahl 2017: "Hier hat die CSU im Vergleich kaum verloren und die AfD nichts hinzugewonnen. Man darf sich also durchaus die Frage stellen, ob der Vormarsch der AfD letztlich an Tempo verliert", so Knieper. "Die Wählerwanderungsanalyse demonstriert jedenfalls ganz klar, dass die Austauschbeziehungen unter der Oberfläche sehr komplex sind."
Klare Gewinner sind die Grünen: Sie haben nicht nur massiv CSU-Wähler (ca. 200000 Stimmen) gewonnen, sondern auch bei der SPD (über 250000) – "und sie haben zudem viele ehemalige Nichtwähler an die Urne mobilisiert", so Statistiker Dr. Joachim Schnurbus. Von Abwanderungen profitiert haben auch die Freien Wähler: Sie haben der CSU ca. 180000 ehemalige Stimmen abgeworben, der SPD knapp 140000 und der FDP ca. 50000.
In großem Stil verloren hat die SPD – und dies sozusagen in alle Richtungen: Die meisten Stimmen gingen an die Grünen, aber auch die Freien Wähler, die Linken und die CSU haben von ehemaligen SPD-Stimmen profitiert. "Bei der SPD sehen wir ernstzunehmende Auflösungserscheinungen eines Auslaufmodells", konstatiert Knieper. "Angesichts der überraschend starken Gewinne der Grünen aus fast allen politischen Richtungen wird die SPD schwer zu ihrer einstigen Form als größte Oppositionspartei in Bayern zurückfinden können."
Die wichtigsten Ergebnisse aus PassauIn zehn zufällig gezogenen Passauer Stimmbezirken nahmen über 60 Prozent der Wähler an der Nachwahlbefragung teil. Die Kernergebnisse sind:
 Die CSU verliert Wähler an fast alle Parteien, die meisten an die AfD (9,7 Prozent) und die Grünen (9,3 Prozent)
 SPD, FDP und die Linke haben jeden Fünften an die Grünen verloren (jeweils ca. 20 Prozent).
 Die größte Loyalität weisen in der Stadt Passau die Wähler der Grünen auf: 74,2 Prozent der Grünen-Wähler von 2013 haben diese erneut gewählt.
 Die geringste Loyalität hat die SPD: Nur etwa ein Drittel der SPD-Wähler von 2013 haben diese auch 2018 gewählt.
 Die AfD konnte im Vergleich zur letzten Landtagswahl am stärksten die Nichtwähler mobilisieren.
Im ersten Teilprojekt wurden rund 17 200 Exit Polls, also Nachwahlbefragungen, vor Wahllokalen in München (ca. 6500 Interviews), Regensburg (6200) und Passau (4 500) durchgeführt. "Die Wähler wurden nach der Wahl gezielt angesprochen und gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Alle Fragebögen wurden in einer versiegelten Urne gesammelt. So wurde sichergestellt, dass die oder der einzelne Befragte anonym bleibt", beschreibt Dr. Stefan Mang vom Institut für Markt- und Wirtschaftsforschung der Universität Passau den Ablauf. "Die Daten selbst wurden erst nach Schließung der Wahllokale ausgewertet."
Das zweite Teilprojekt bestand aus einer bayernweiten Telefonbefragung vor und nach der Wahl, die ebenfalls vom Institut für Markt- und Wirtschaftsforschung der Universität Passau vorgenommen wurde. In der nun vorgelegten Auswertung wurden die vor dem Wahlsonntag erhobenen Daten aus rund 4 500 Telefon-Interviews systematisch mit den Ergebnissen der Exit Polls sowie den aggregierten Daten der amtlichen Wahlergebnisse auf Gemeinde- und Stimmbezirksebene kombiniert. "Der zweite Teil der Telefonbefragung sowie die ebenfalls laufende Online-Befragung runden die bisherigen Teilprojekte ab", so Stefan Mang. "Neben dem Wahlverhalten kann hier insbesondere der Meinungs- und Willensbildungsprozess bei der Wahlentscheidung nachvollzogen werden." Das finale Ergebnis aus allen Teilprojekten wird voraussichtlich Anfang Dezember vorliegen.
Das Gesamtprojekt versteht sich als Fortsetzung eines 2013 in München begonnenen Lehr-Forschungs-Projekts zur Landtags- und Bundestagswahl. Die damaligen Ergebnisse sind im Buch "Exit Polls und Hybrid-Modelle: Einer neuer Ansatz zur Modellierung von Wählerwanderungen" dokumentiert. "Es ist uns wichtig, dass unsere Methoden in diesem Projekt vollkommen transparent und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sind", erläutert Joachim Schnurbus. "Teil des Projektgedankens ist zudem, dass die Ergebnisse in der weiteren Forschung und Lehre zum Einsatz kommen und unser wissenschaftlicher Nachwuchs sowie unsere Studierenden von der Expertise aus drei Wissenschaftszweigen profitieren können."






 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)
Weitere Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung (Abschnitt: Nutzung von Drittanbieter-Plug-Ins)


Dokumenten Information
Copyright © PNP-Campus 2018
Dokument erstellt am


Studenten-Blogs




In Zusammenarbeit mit der Uni Passau und der TH Deggendorf bloggen auf der Campus-Seite der Passauer Neuen Presse auch Studenten zu folgenden Themen:






Die Technische Hochschule Deggendorf ist bei Studenten beliebt. Vor etwa sechs Wochen wurde die 7000-Studenten-Marke geknackt. −Foto: PNP

Auf in einen neuen Lebensabschnitt: Für die Absolventen der Technischen Hochschule Deggendorf (THD)...



Das Siegerteam der Technischen Hochschule Deggendorf mit (v. l.) Stefan Randlinger (TSV Gars am Inn), Mannschaftsführerin Sophia Kilger (VV Gotteszell), Michael Oberauer (TV Altötting), Spielertrainer Eric Nestler (TuS Fürstenfeldbruck), Ali Ben Yedder (TSV Deggendorf), Priscilla Gatzsche (TV Dingolfing), Markus Fuchs (TSV Abendsberg), Magdalena Reiter (TSV Gars am Inn), Florian Neumann ( TV Furth im Wald), Teresa Piller ( TV Dingolfing) und Teamchef Peter Kaiser. −Foto: THD

Der Meisterpokal für die Volleyballmannschaften der bayerischen Hochschulen bleibt in Deggendorf...











Limitierte Aktion


Jetzt das Studentenabo der Passauer Neuen Presse bestellen und gratis BIBBAG sichern! [mehr]








realisiert von Evolver