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Uni Passau  |  11.05.2018  |  14:09 Uhr

Angehende Lehrer und Erzieher lernen gemeinsam

von Theresia Wildfeuer

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Angehende Erzieher und Lehrer ziehen bei der Bildung und Betreuung von Kindern an einem Strang. Unter dem Motto "KomPAgnons in Sachen PAedagogik" haben die Fachakademie für Sozialpädagogik (FAKS) und der Lehrstuhl für Schulpädagogik der Uni Passau eine interdisziplinäre Zusammenarbeit in Form eines Kooperationsseminars an der FAKS gestartet.

Die Praxis zeige schon lange, dass Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachleute, die in Deutschland noch an unterschiedlichen Institutionen ausgebildet werden, im Berufsalltag, in der Bildung und Erziehung von jungen Menschen und in der Beratung von Eltern als Partner begegneten, sagte FAKS-Schulleiterin Schwester Maria-Franziska Meier beim Einführungsseminar im Kloster St. Nikola vor rund 60 Studierenden aus Schul- und Sozialpädagogik, Vorgängerin Schwester Mirjam Müller, Prof. Dr. Norbert Seibert und Dozenten von Uni und FAKS. Gemeinsam begleiteten Lehrer und Erzieher Kinder und Jugendliche beim Übergang vom Kindergarten zur Grundschule und von dieser zu weiterführenden Schulen. Lehrer und Erzieher kooperierten in Mittelschule und Hort, in der Jugendhilfe und Schulsozialarbeit. Der Ausbau der Ganztagsbetreuung an Schulen habe ein weiteres Kooperationsfeld eröffnet, das gerade in offenen Ganztagsschulen viel Raum für professionelle Arbeit in interdisziplinären Teams biete, der von beiden Berufsgruppen zu nutzen sei. Das Seminar, das Dr. Tanja Steinberger initiierte, solle Anregungen, Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten für die Praxis in Erziehung und Bildung bieten, sagte sie den Studierenden, die bisher Tür an Tür und nun gemeinsam lernten.

Schon vor rund 15 Jahren habe es ein gemeinsames Projekt zwischen Sozial- und Schulpädagogik gegeben, erzählte Prof. Seibert. Mit dem neuen Kooperationsseminar für "LernPAten" und engagierte Studenten der Mittelschulpädagogik gehe es weiter. Er verstehe nicht, warum die Erzieherausbildung getrennt von der Uni stattfinde und hoffe mit der neuen Wissenschaftsministerin Neues wagen zu können.

"Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf"

"Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf", zitierte Dr. Doris Cihlars vom Lehrstuhlteam. An der Erziehung seien viele in Kindergarten, Schule, Hort, Jugendarbeit, Tagesstätte und Familie beteiligt. Das Seminar biete die Chance, über den Rand zu schauen. Es gebe viele Gemeinsamkeiten von Sozial- und Schulpädagogik in Betreuung, Erziehung und Bildung. Beide Lehrpläne thematisierten Inklusion und Diversität, Erziehungsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten, sprachliche Entwicklung, Gesundheitsförderung, die Betreuung in der Ganztagsschule, bei den Hausaufgaben oder durch Freizeit- und Förderangebote. Es kooperierten die Seminare "LernPAten" von Martin Eder, sozialpädagogische Praxis und Methodenlehre von Dr. Tanja Steinberger und die von ihr geleitete Mittelschulpädagogik und -didaktik.

Seminarleiter Eder zeigte die Themen der angehenden Lernpaten auf, die sich mit Lernschwierigkeiten, Ursachen und Bedingungen von Lernerfolg und -versagen, Motivation, Unterrichts- und Schülerbeobachtung sowie pädagogischer Diagnostik, Legasthenie und Dyskalkulie, dem Erstellen von Förderplänen, Möglichkeiten der Differenzierung und der Förderung von Hochbegabten beschäftigten.

Die sehr heterogene Schülerschaft der Mittelschule, deren gesellschaftliche Anerkennung trotz des Fachkräftemangels sinke, stelle Pädagogen vor besondere Herausforderungen, schilderte Cihlars. Sie benötige spezielle Bildungsangebote, um Sprach- und soziale Kompetenzen zu stärken. Sie stellte eine "Sozialpädagogisierung des Lehrberufs" in der Mittelschule fest. Ausbildungsschwerpunkte seien Sozialisation, die Lern- und Lebenswelten der Schüler, Anforderungen an die Lehrer, Umgang mit Verhaltensproblemen und weiterführende Bildungs- und Unterstützungsangebote. Kooperationen mit der FAKS gebe es beim Wechsel von der Grund- in die Mittelschule, bei Deutsch als Zweitsprache und in der Jugendhilfe und -sozialarbeit.

Auch Steinberger sah trotz unterschiedlicher Perspektiven Überschneidungen in der Lehrer- und Erzieherausbildung. Oberstes Bildungsziel sei "der eigenverantwortliche, beziehungs- und gemeinschaftsfähige, wertorientierte, weltoffene und schöpferische Mensch". Hierfür brauche es Selbst-, Sach-, Sozial- und Methodenkompetenz, sagte Eder.

Entscheidend sei die Persönlichkeit und erzieherische Kompetenz, um Kindern Inhalte und Wissen sowie Handlungskompetenz vermitteln zu können, führte Steinberger aus. Erzieher arbeiteten mit Kindern, Institutionen, Eltern und seien mit anderen Einrichtungen vernetzt. Wichtig seien die Zusammenarbeit mit den Familien, die Elternberatung und -bildung sowie der Aufbau von Netzwerken zwischen den Eltern. A und O sei der Blick auf das Kind, zu dem eine Beziehung aufzubauen und dessen Sprache zu fördern sei. Es brauche nicht nur ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen, sondern auch Empathie, vielfältige Kompetenzen und ein Anregungsmilieu.






 

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