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Uni Passau  |  07.05.2018  |  14:13 Uhr

Prüfungsstress, Leistungsdruck und Zukunftsängste

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Belastungen, die Studierenden psychisch zu schaffen machen, hat eine Studie untersucht, die die Universität Passau gemeinsam mit der Studierendenvertretung in Auftrag gegeben hat. Das Beratungsangebot soll nun besser an den Bedarf angepasst werden.

Vier zentrale Fragestellungen sollte die Studie beantworten, so der Vizekanzler und Leiter der Wissenschaftsunterstützenden Dienste Thomas Werrlein in einer Pressemitteilung der Universität. Wie ausgeprägt ist die wahrgenommene psychische Belastung unter den Studierenden? Wie wird das psychologische Beratungsangebot der Universität wahrgenommen? Wie viele Studierende haben schon einmal ein Beratungsangebot in Anspruch genommen? Welches Beratungsangebot gibt es im Raum Passau und wie hoch ist die Beratungskapazität? Man vertraue grundsätzlich auf die Selbstkompetenz der Studierenden, sich Hilfe zu suchen, "dennoch haben wir in akuten Fällen auch eine Fürsorgepflicht", erklärt Werrlein.

Befragt wurden während des Wintersemesters in Lehrveranstaltungen und online Studierende sowie die Teilnehmer des Refugee Programms. "Insgesamt haben wir eine Stichprobe von 3555 Personen, was einem Anteil von 28 Prozent der Gesamtstudierendenzahl entspricht", so Dr. Stefan Mang vom Centrum für Marktforschung der Universität, der die Studie leitete. Ergänzend wurden Experten aus dem ärztlich-psychologischen Umfeld befragt.

Das Ergebnis: Prüfungsstress, Leistungsdruck und Zukunftsängste sind die klaren Spitzenreiter unter den Belastungen im Studienalltag. "Bedeutende Einflussfaktoren für psychische Belastungen liegen vor allem im sozialen Umfeld der Studierenden: Sie vermissen sozialen Anschluss, kämpfen mit Beziehungsproblemen oder der neuen Lebenssituation", fasst Mang zusammen. 9 Prozent der Passauer Studierenden geben auf Basis ihrer Selbsteinschätzung an, schwerere psychische Symptom-Belastungen zu haben. Auch Alkohol- und Medikamentenmissbrauch sei ein Thema: So habe etwa jede Siebte bzw. jeder Siebte schon einmal persönliche Erfahrung mit Medikamenteneinnahme zur Leistungssteigerung gemacht.

Die Zufriedenheit mit dem bisherigen Beratungsangebot der Universität, das über die psychologische Beratungsstelle koordiniert wird, fällt gemischt aus. "Sehr geschätzt wird, dass man sich bei mir stets anonym beraten lassen kann", sagt Uni-Psychologe Wolfgang Wibmer. "Zugleich sehen wir an den Ergebnissen, dass die Anlaufstellen noch nicht ausreichend bekannt sind." Darauf wolle man nun Antworten suchen – gemeinsam mit der Studierendenvertretung, Ko-Auftraggeberin der Studie.

"Wir begrüßen, dass sich auf höchster Universitätsebene mit dem Thema befasst wird und dass über Maßnahmen geredet wird. Allerdings sind uns sowohl die Maßnahmen als auch die Diskussion über das Thema zu kurz gedacht. Unsere Nachforschungen ergaben, dass jemand, der in Passau ein psychisches Problem hat, nicht immer zeitnah Hilfe findet. Deswegen fordern wir weiterhin, dass eine zweite Psychologinnenstelle an der Universität Passau eingerichtet wird", so die studentische Senatorin Kim Seibert.

Die Universität ihrerseits verweist auf Expertenaussagen, wonach der Raum Passau im Bereich psychologische Beratung ausreichend aufgestellt sei. "Allerdings muss jede und jeder Beratungssuchende erst das für sich passende Angebot finden", sagt Mang, "und gerade darin ist sicherlich noch Verbesserungspotential hinsichtlich des Informationsangebots". 61 Psychotherapeuten mit Kassenzulassung sind laut Univerität neben weiteren niederschwelligen Beratungsstellen in der Region tätig. "Wir richten nun unser Augenmerk darauf, unseren Service im eigenen Haus noch besser zu gestalten, die Vernetzung innerhalb des Hauses und mit den bestehenden Beratungsangeboten in der Region zu stärken und diese bekannter zu machen", so Werrlein.

In einer Diskussionsrunde mit Universitätsleitung, Studierendenvertretungen und zahlreichen universitären Einrichtungen betonte Prof. Dr. Jörg Fedtke, Vizepräsident für Qualitätsmanagement und Diversity, die Bedeutung der "Universitätscommunity", also die Stärkung einer Gemeinschaft, in der alle Mitglieder gegenseitig Verantwortung füreinander übernehmen. Prof. Dr. Daniela Wawra, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales begrüßte insbesondere die Initiative, ein universitätsinternes Netzwerk "Studierendengesundheit" ins Leben zu rufen. Kim Seibert regte als Einstieg in ein solches Netzwerk einen Informationsabend für alle Interessierten an. − red






 

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