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Harry Potter, fliegende Besen und Zauberei - Quidditch ist doch echt ein Traumsport! Klar also, dass das unbedingt dabei sein muss in unserem Sportblog. Auch wenn es in echt natürlich ohne Harry Potter gespielt wird. ....und ohne fliegende Besen. Und ohne Zauberei. Hm. Kann das also wirklich so sehr Spaß machen? Ich war dort und habe es herausgefunden.

Seit 2005 ist Quidditch nicht mehr nur ein Produkt der weitreichenden Fantasie von Joanne K. Rowling, sondern eine reale Sportart, bei der es sogar Weltmeisterschaften gibt. In Passau trainiert das Team "Three River Dragons", die 2015 sogar den dritten Platz bei den deutschen Meisterschaften erreicht haben. Sie sind auch ziemlich hart im Nehmen. Auch im Winter bei Schnee wird ein Mal in der Woche draußen trainiert. Ich bin allerdings nur zum Ausprobieren dabei, was sich als gute Ausrede anbietet, am Sonntag in der Halle zu trainieren.

Der Trainingsanfang

Wir starten mit ein paar Runden Einlaufen. Darauf folgt eine kleine Dehnungsrunde. Anschließend stellen wir uns im Viereck auf und werfen uns im Rennen einen Ball zu. Klingt eigentlich einfach, wäre da nicht der Metallstab, den man gleichzeitig zwischen den Beinen behalten muss. Der stellt nämlich den Besen dar und es ist gar nicht so einfach, zu rennen, mit den Händen den Ball zu fangen und auch noch aufzupassen, dass einem der Stab nicht verloren geht! Bis auf dass ich etwas langsam bin, schaffe ich es aber, das Ding einigermaßen zu koordinieren. Der letzte Teil der Erwärmung umfasst ein kleines Zirkeltraining. Hier bin ich in meinem Element. Burpees, aus den Knien in den Stand springen, Linienlauf - anstrengend, aber machbar.

Von links oben nach rechts unten: Burpees, Linienlauf, Sprungübung, Wurfübung. 

Von links oben nach rechts unten: Burpees, Linienlauf, Sprungübung, Wurfübung.

 


Und dann kommen wir langsam zum spannenden Teil. Jeder nimmt sich wieder einen Besen und wir teilen uns in kleine Gruppen auf. Es geht um Angriffstaktiken. Einer ist der Jäger und rennt mit dem Ball - dem Quaffel - auf ein Tor zu. Die Tore sind wie im Film drei Ringe auf hohen Stangen. Der Torwart muss den Ball abfangen, während ein Spieler aus dem Team des Jägers gleichzeitig versucht, den Torwart wegzuschieben, damit der Jäger freie Bahn hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, aber immer wieder guten Tipps von den Mitspielern, klappt es ganz gut. Allerdings ist es gar nicht so leicht, den Torwart wegzuschieben, ohne zu schubsen, denn das ist verboten. Natürlich findet auch diese Übung nur mit dem Besen zwischen den Beinen statt. Ich muss sagen, dass ich mir am Anfang schon ein wenig blöd vorkam, denn es sieht nicht unbedingt elegant aus, mit diesem Stab rumzurennen, aber ich gewöhne mich immer mehr daran und irgendwann habe ich den Dreh raus. Das Ganze fängt an, mir Spaß zu machen!

 

Während eine Spielerin den Torwart wegschiebt, kann ich mit dem Ball ein Tor landen.

Während eine Spielerin den Torwart wegschiebt, kann ich mit dem Ball ein Tor landen.


Die Spielregeln

Bevor ich erzähle, wie ich ein echtes "Muggel-Quidditch-Spiel" erlebt habe, hier nochmal kurz eine Übersicht der Spielregeln: Quidditch ist ein Vollkontaktsport, der gemischtgeschlechtlich gespielt wird. Es muss auf dem Spielfeld immer ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis herrschen. Es gibt zwei Teams. In jedem Team sind:

- ein Torwart/Keeper (grünes Head-Band), beschützt die Tore

- zwei Treiber/Beater (schwarzes Head-Band), werfen mit zwei Klatschern-Bällen

- drei Jäger/Chaser (weißes Head-Band), versuchen, mit dem Quaffel ein Tor zu werfen

- (ein Sucher/Seeker, der in Gelb gekleidet ist)

Die Treiber haben die Aufgabe, Spieler des gegnerischen Teams mit den Klatscher-Bällen abzuwerfen. Getroffene müssen dann den Quaffel, wenn sie ihn haben, fallenlassen, zu ihrem Tor zurück rennen, abschlagen und dürfen wieder am Spiel teilnehmen. Ich lasse mir erklären, dass es normalerweise auch einen Sucher gibt, der versucht, den Schnatz (dargestellt von einer neutralen Person) zu fangen. Da die Halle aber etwas zu eng dafür ist, kommt dieser nur draußen auf dem Feld mit in's Spiel.

 

Im Spiel zeigen sich die Positionen der Spieler anhand ihrer Head-Bands.

Im Spiel zeigen sich die Positionen der Spieler anhand ihrer Head-Bands.




Das Spiel

Als es dann an eine richtige Quidditch-Runde geht, bin ich schon ein bisschen besorgt. Ich habe es geradeso geschafft, mit dem Besen umzugehen und soll jetzt schon als Jäger für ein Team Tore werfen? Na gut, einfach ausprobieren. Angespornt von meinen Mitspielern gehe ich auf das Feld. Das Spiel beginnt und ich habe genau ein Gefühl: völlige Orientierungslosigkeit! Die Mannschaften rennen aufeinander zu, drei Bälle fliegen gleichzeitig durch die Luft, Anweisungen werden hin und her geschrien und mittendrin stehe ich und weiß weder wohin, noch was tun. Dazu kommt das Gefühl, meiner eigenen Mannschaft mit meinem desorientierten Nichts-Tun zu schaden. Bald werfen sie mir den Ball kaum mehr zu. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Ich bin vollkommen damit beschäftigt, zu versuchen, die Spieler auseinanderzuhalten. Gar nicht so einfach, nur anhand von kleinen Head-Bands. Dann plötzlich halte ich den Quaffel in der Hand, ich renne auf das Tor zu, werfe und: daneben. Die Verteidigung der anderen Mannschaft ist verdammt gut. Aber es war knapp. Zufrieden damit, es wenigstens probiert zu haben, überlasse ich den Rest des Spiels lieber den erfahreneren Quidditch-Spielern. Vom Spielfeldrand aus sehe ich zu, wie alle in diesem Spiel aufgehen und kann nur sagen: Hut ab vor denen, die da durchblicken!

Abschließende Worte

Es war ein ereignisreiches Training für mich. Viele belächeln diesen Sport, denn natürlich kann man das Zauberspiel in Harry Potter nicht eins zu eins nachstellen, aber wenn man einmal mitgemacht hat, merkt man, dass viel Leidenschaft dahinter steckt und es macht Spaß, das zu erleben! Wem Ball- und Teamsportarten gefallen, der wird in Quidditch sicherlich mal eine etwas außergewöhnlichere Abwechslung finden. Also ab auf die Besen und ausprobieren!






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