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Artikel Panorama

02.02.2018  |  11:00 Uhr

Ruhig Brauner!

Mein erstes Reiterlebnis

von Nico Fritz

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"Willst du heute gleich über die Hindernisse springen?", fragt mich Katharina, als sie gerade für eine spätere Springstunde aufbaut. Eine Antwort fällt mir auf die Schnelle nicht ein, also stelle ich die Gegenfrage, ob man denn sowas in seiner ersten Reitstunde mache. Natürlich nicht und trotzdem wurde ich jetzt etwas nervös.

Wenige Minuten später stehe ich vor Schecki, meinem Pferd für die Reitstunde. Um ihn besser kennenzulernen, darf ich ihn mit Karotten füttern – Streicheleinheiten inklusive. Meine Nervosität legt sich langsam. Doch bevor es aufs Pferd geht, ist noch einiges zu tun. Der Vierbeiner muss erstmal geputzt werden. Katharina zeigt mir, was man bei der Pferdepflege beachten muss - Hufe auskratzen, striegeln und bürsten. Das hilft, das Vertrauen von Schecki zu gewinnen und dient vor allem seiner Gesundheit. Beispielsweise können Steine im Fell unter dem Sattel sehr schmerzhaft sein. Die kreisende Bewegung mit dem Striegel ist nach einer Weile ganz schön anstrengend.

Schecki genießt mein Verwöhnprogramm sichtlich, was man an der Haltung seiner Ohren erkennt, erklärt mir Katharina. Gespitzte, steil aufgerichtete Ohren signalisieren Entspannung und Interesse. Enganliegende Ohren zeigen, dass dem Pferd etwas nicht gefällt.

Spitze Ohren - gute Stimmung

Spitze Ohren - gute Stimmung


Nachdem Schecki sauber ist, geht es ans Auftrensen und Aufsatteln. Pferde haben zwischen den Schneidezähnen und den Backenzähnen eine zahnfreie Lücke, in der die Trense (das Mundstück) eingelegt wird. Mit der Unterstützung von Katharina meistere ich auch diese Aufgabe. Mein Vertrauen zu Schecki wächst mit jeder Sekunde. Jetzt fehlt nur noch ein passender Reithelm und meiner ersten Reitstunde steht nichts mehr im Weg.

Gegenseitiges Kennenlernen

Gegenseitiges Kennenlernen


Auf dem Weg zum Reitstall muss ich aufpassen, dass ich neben dem Pferd laufe, da es mir sonst auf den Fuß treten könnte. Eine eher unangenehme Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass Schecki ungefähr 500 Kilo wiegt. Im Reitstall angekommen folgt dann auch schon die nächste Herausforderung: Wie steigt man auf das große Pferd hinauf? Linken Fuß in den linken Steigbügel und dann mit Schwung aufspringen. Habe ich es beim ersten Versuch geschafft? Seht selbst:

Der Sattel fühlt sich bequem an und Schecki wirkt weiter entspannt, obwohl ein blutiger Anfänger auf seinem Rücken sitzt. In den ersten Minuten geht es ganz gemütlich im Schritt los. Katharina führt mich an der Longe, einer circa sieben Meter langen Leine, durch die Reithalle. So kann ich mich in Ruhe auf die Bewegungen des Pferdes konzentrieren. Währenddessen lerne ich, wie man ein Pferd steuert. Zügel nach hinten ziehen bedeutet bremsen und wenn man sie wieder lockerlässt und die Schenkel gegen den Bauch des Pferdes drückt (Fachsprache: treiben), läuft es weiter. Um nach links zu reiten, wird links am Zügel gezogen und mit dem rechten Bein getrieben. Nach rechts ist es umgekehrt. Die vielen Aufgaben überfordern mich schnell und jetzt soll ich noch Gleichgewichtsübungen machen. Aber ich sitze noch im Sattel und habe eine Menge Spaß.

Arme kreisen vorwärts und rückwärts als Gleichgewichtsübungen

Arme kreisen vorwärts und rückwärts als Gleichgewichtsübungen


Nach und nach werde ich sicherer. Wir schalten einen Gang höher und wechseln in den Trab, die mittlere Gangart des Pferdes. Dabei ist das Leittraben sehr wichtig. Das bedeutet, dass ich mit dem Auf und Ab des Pferderückens mitgehen muss. Die Bewegung kann man sehr gut mit Squats vergleichen, die (im Gegensatz zu mir) im Fitnessstudio bewundert werden können. Muskelkater ist damit wohl vorprogrammiert. Danach zeigt mir Katharina die schnellste Gangart des Pferdes: den Galopp. Rennpferde erreichen dabei Geschwindigkeiten von 70 Kilometern pro Stunde. Schecki merkt aber, dass ich sehr unsicher bin und macht langsamer. Trotzdem kommt es mir schon sehr schnell vor. Die Fliehkraft zieht mich nach außen und es verlangt mir einiges ab, mich im Sattel zu halten. Glücklicherweise gelingt es mir.

Die schnellste Gangart: Galopp

Die schnellste Gangart: Galopp


Im Anschluss ist meine erste Reitstunde beendet. Schecki bekommt seine Belohnung in Form von weiteren Karotten und hat für heute Feierabend.

Meine erste Reitstunde war eine großartige Erfahrung. Ich habe gesehen, wie komplex die Arbeit mit den Tieren ist und welche Herausforderungen dabei auftauchen. Die Bindung, die langjährige Reiter zu ihren Pferden aufbauen ist bewundernswert. Darüber hinaus ist gegenseitiges Vertrauen sehr wichtig.

An dieser Stelle möchte ich ein großes Dankeschön an Katharina vom Reiterhof Nieter aussprechen, die mich mit viel Geduld durch meine erste Reitstunde geführt hat. Der Reiterhof Nieter bietet jedes Semester Reitkurse für Studenten der Universität Passau in Zusammenarbeit mit dem Sportzentrum an. Wer noch nie auf einem Pferd saß, kann hier erste Erfahrungen mit den Tieren sammeln. Auch für Fortgeschrittene werden Kurse angeboten.






 

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