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Internet Challenges  |  01.02.2018  |  15:00 Uhr

Alles nur Spaß?

Diese Challenges solltet ihr definitiv nicht mitmachen!

von Nadine Schmidt

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Sommer 2014: Mit der "ALS Ice Bucket Challenge" beginnt er - der Hype um Herausforderungen im Internet. Für den guten Zweck kippen sich Millionen Menschen einen Eimer Eiswasser über den Kopf. Sinn der Sache ist es, auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen. Und seitdem gehen die verschiedenen Herausforderungen immer wieder viral. Egal ob Stillstand wegen der "Mannequin Challenge" oder der neueste Trend: die "Invisible Box Challenge". Lustig, skurril, verrückt - nichts zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich und vereint mehr Menschen als die kleinen Missionen mit Videobeweis im Internet. Auch wenn das nicht immer ganz ungefährlich ist.

Aber zuerst: Warum eigentlich Challenges?

Jeden Tag folgt man dem immer gleichen Trott. Klar, dass da ab und an der Wunsch nach Spannung und Action aufkommt. Und genau das bieten Challenges: Abwechslung! Und an sich sind sie ja auch eine gute Idee, um aus dem grauen Alltag auszubrechen. Man setzt sich selbst Ziele, versucht sie zu erfüllen, ist dabei sein eigener Schiedsrichter und sein eigenes Publikum. Oder noch besser stellt man sich ihnen gemeinsam mit Freunden, misst sich gegenseitig und spornt sich zu Bestleistungen an. Sogar aus psychologischer Sicht sind Challenges etwas Positives: Denn sobald Menschen etwas als spielerisch oder als Herausforderung sehen, erhöht das deutlich die Motivation es durchzuziehen.

Challenges sind also eigentlich eine super Sache. Aber gerade im Bereich Internet sollte man sich manchmal fragen: Ist das wirklich alles nur Spaß? Denn einige der Challenges dort sind ganz und gar nicht positiv, sondern einfach nur dumm und vor allem höchst gefährlich. Trotzdem stellen sich ihnen gerade Jugendliche immer wieder. Die Gründe dafür? - Klicks, Likes und Fame in sozialen Netzwerken. Ebenso der Wunsch nach Akzeptanz und Anerkennung unter Gleichaltrigen. Um im Internet aufzufallen, schalten sie bereitwillig ihr Risikobewusstsein aus. Doch nicht jede Herausforderung sollte eine "Mission doch Possible" werden. Was dann doch lieber eine Mission Impossible bleibt, zeigen wir euch heute.

1. Ex, Ex, Ex! - Die Biernominierung

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Eine skurrile Challenge, die gerade unter Studenten wohl von vielen als easy abgetan wird. Die Nominierten werden dazu aufgefordert ein Video von sich aufzunehmen, in dem sie einen halben Liter Bier auf Ex kippen - natürlich unter möglichst spektakulären Umständen. Anschließend dürfen sie drei weitere Leute dazu auffordern. Kommt deren Video dann nicht innerhalb von 24 Stunden, schuldet man seinem Vorgänger einen Kasten.

"Klingt doch relativ harmlos", werden jetzt viele sagen. "Ein Bier hat doch noch niemandem geschadet." Das mag sein. Aber aus dem harmlosen Spaß kann schnell eine Gefahr werden. Besonders wenn man auf die Idee kommt, sein Video besonders waghalsig zu konzipieren und anstelle von Bier härtere Sachen zu exen. Denn nimmt man stattdessen hochprozentige Spirituosen oder will betrunken seinen Mut unter Beweis stellen, wird aus dem einfachen Trinkspiel schnell ein Spiel mit dem Leben. Übler Kater oder eine leichte Alkoholvergiftung wären da wohl noch die "leichtesten" Konsequenzen.

Und auch wenn man die Biernominierung im Vergleich zu manch anderen wohl noch mit einem zwinkernden Auge betrachten kann - uns gefallen Gegenaktionen wie die "Fruchtzwerg-Nominierung" oder die Spendennominierung wesentlich besser!

2. Mmmhhh, lecker Zimt! - Die Cinnamon Challenge

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Zahlreiche YouTuber und YouTuberinnen haben sie gemacht. Die Videos wurden vielfach geklickt. Fast jeder hat schon mal von ihr gehört. Das Prinzip der Cinnamon-Challenge ist einfach: Du nimmst einen Teelöffel voll Zimt, steckst ihn in den Mund und schluckst ihn pur runter. Klingt einfach, harmlos und eigentlich lecker. Ist es aber nicht.

Denn Vorsicht: Erstickungsgefahr! Das staubtrockene Pulver entzieht dem Rachenraum sofort sämtliche Feuchtigkeit und wird vom Körper reflexartig in einer Staubwolke hysterisch ausgehustet. Es ist fast unmöglich das eigentlich leckere Gewürz pur zu schlucken. Und auch Ärzte und Fachleute raten von dieser Challenge ab: Gelangt der Zimt in die Luftröhre drohen Atemnot, Sauerstoffmangel oder schwere Lungenentzündung. Ernsthafte Folgen, auf die man gut und gerne verzichten kann - vor allem weil der Zimt in dieser Form absolut ekelhaft schmeckt!

3. Bananaaaaa! - Die Banana and Sprite Challenge

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Mit Lebensmitteln spielt man nicht, oder doch? Theoretisch ist diese Challenge ganz simpel. Man isst zwei Bananen und trinkt danach ein großes Glas Sprite. Aber in Wahrheit ist die Kombination einfach nur zum Kotzen! Denn genau das passiert, wenn man versucht diese Challenge zu einer "Mission doch Possible" zu machen. Zwischen den beiden Lebensmitteln kommt es zu einer chemischen Reaktion und in einer schaumartigen Mischung wird alles wieder ausgespuckt. Also wirklich keine Herausforderung, der man sich stellen muss. Denn es ist nicht nur ziemlich unschmackhaft, sondern du fühlst dich danach noch eine ganze Weile ziemlich mies. Und außerdem droht auch hier definitiv wieder Erstickungsgefahr!

4. Bist du dünn genug? - Die Body Challenges

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A4 Waist, Belly Button oder Collarbone Challenge - egal wie man sie nennt: Die Body-Challenges sind die wohl bekannteste Form der blödsinnigen Internetchallenges. Alle haben das gleiche Ziel: Zeig mir, dass du dünn genug bist! Ist man nicht in der Lage diese Herausforderungen zu erfüllen, ist man angeblich zu dick.

Aber das einzige, was diese Challenges wirklich zeigen, ist, wie weit der Magerwahn in unserer Gesellschaft wirklich fortgeschritten ist. Denn sie haben eigentlich rein gar nichts mit dem Idealgewicht zu tun. Bei der "Belly Button Challenge" beispielsweise kommt es vielmehr auf die eigene Gelenkigkeit an. Es geht darum sich von hinten einmal um den Körper greifen und dann den eigenen Bauchnabel berühren zu können. Wer das nicht schafft, sei zu dick. Aber wer ein ordentlicher Verrenkungskünstler ist oder gut tricksen kann, der wird das auch ohne Modelmaße schaffen.

Und damit die eigene Schönheit über ein 21cm breites Din A4 Blatt der "A4 Waist Challenge" oder die Zahl der auf das hervorstehende Schlüsselbein gestapelten Münzen der "Collarbone Challenge" zu definieren, sollte man gar nicht erst anfangen. Denn knöchern ist weder schön noch gesund! Und von Normalgewicht sind diese Menschen meistens auch weit entfernt. Trotzdem lassen sich Viele von solchen Challenges enorm in ihrem Selbstwertgefühl beeinflussen. Der Druck der sozialen Medien und der Wunsch mit anderen mitzuhalten treibt sowohl Jungen, als auch Mädchen schließlich oftmals in die Magersucht. Und diese wieder zu besiegen, ist eine ganz andere Mission doch Possible! Um diese ganzen Body-Challenges sollte man daher lieber einen großen Bogen machen. Denn sie sind nichts weiter als gefährliche Magertrends im Netz. Stattdessen sagen wir: You are beautiful the way you are!

5. Jetzt wird´s heiß! - Die Fire-Challenge

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Brandheiß und vor allem auch brandgefährlich ist diese Herausforderung, die kurz nach der Ice Bucket Challenge im Internet umgegangen ist. Jugendliche reiben sich mit einer brennbaren Substanz wie Spiritus den Oberkörper ein und zünden sich dann selbst an. Wasser zum Löschen steht bereit und das Ganze wird natürlich gefilmt. Zuerst ist das völlig schmerzlos, weil nur die Flüssigkeit brennt. Aber innerhalb kürzester Zeit ist der Brennstoff vollständig verbraucht und die Haut fängt Feuer. Und spätestens dann wird es unerträglich schmerzhaft. Wer dann auch noch verständlicherweise in Panik verfällt und wild herum rennt, facht das Feuer durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr noch zusätzlich an.

Dass spätestens hier der Spaß aufhört, sollte jedem klar sein. Es drohen im Mindesten Verbrennungen ersten oder zweiten Grades, aber häufig ist noch mit viel Schlimmerem zu rechnen! Im schlimmsten Fall könnte sie womöglich tödlich enden. Daher darf diese Challenge auf gar keinen Fall eine "Mission doch Possible" werden! Wie man überhaupt auf so eine Idee kommt, ist schon schleierhaft. Also macht euch bitte nicht zum Idioten und überlasst sowas den professionellen Stuntmen in Filmen!

6. Einfach nur ätzend! - Die Tide Pod Challenge

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"Tide Pod Challenge" - so heißt der neueste und aktuellste Wahnsinn im Netz, der geradewegs aus den USA kommt. In den sozialen Medien geht sie dort steil. Für Likes, Klicks und Fame stecken sich Jugendliche Waschmitteltabs in den Mund und filmen sich dabei, wie sie sich die "Leckerei" auf der Zunge zergehen lassen als wären es Süßigkeiten. Wer besonders "hart" sein will, "isst" das Tab im Ganzen, die anderen beißen "nur" rein.

Nein, ihr habt euch nicht verlesen! Es geht wirklich darum sie zu essen. Dass dieser selten idiotische Trend kein harmloser Spaß ist, braucht man ja wohl eigentlich nicht zweimal sagen. Denn die Flüssigkeit in den Pods ist zum größten Teil reine Chemie und damit hochgiftig, wenn sie in den Körper gelangt. Es drohen laut der amerikanischen Vereinigung von Giftkontrollzentren Anfälle, Lungenödeme (umgangssprachlich Wasser in der Lunge), Atemstillstand oder komatöse Zustände. Im Extremfall kann so eine Vergiftung sogar tödlich enden.

Doch trotzdem sind seit Jahresbeginn - wir erinnern uns: 2018 ist erst einen Monat alt - in den USA schon 86 solcher Fälle bekannt geworden. Fast die Hälft landete mit schweren Vergiftungen im Krankenhaus. Bis die ersten Fälle in Deutschland auftreten werden, ist es wohl auch nur noch eine Frage der Zeit. Auf Jodel (einer anonymen Social Media App für Studenten) prahlen jedenfalls die ersten schon damit, die Challenge angeblich(!) gemacht zu haben. Der Wahrheitsgehalt dieser Posts ist aber wohl fraglich. Unabhängig davon muss man aber sagen: Die Pods sind zum Waschen da, nicht zum Essen! Macht hieraus bitte unter keinen Umständen eine "Mission doch Possible", sondern kauft euch lieber echte Süßigkeiten. Die schmecken ja eh viel besser.

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Es ist nicht jede Challenge auf Youtube oder in soziale Netzwerken gleich gefährlich. Manche sind tatsächlich einfach nur lustig und es macht Spaß sie gemeinsam mit Freunden durchzuziehen. Aber manche sind eben leider auch das Gegenteil und können gefährliche Konsequenzen haben. Man könnte die Liste selten idiotischer Internetchallenges wohl noch bis ins unendliche fortführen: "Kylie Jenner Lip Challenge", "Ice and Salt Challenge", "Paracethamol-Challenge", ... Daher entscheidet am besten mit gesundem Menschenverstand selbst, welche der kleinen Herausforderungen ihr mitmachen wollt - und welche man dann doch lieber links liegen lassen sollte, auch wenn noch so viele dem Hype verfallen. Denn nicht alle Missionen sollten zu einer "Mission doch Possible" werden. Es gilt grundsätzlich: Spaß? - Ja, gerne! Aber im Zweifel lieber Langweiler als lebensmüder Draufgänger!






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Hier schreiben Studenten der Universität Passau. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Übung am Lehrstuhl für Medien und Kommunikation unter der Leitung von Professor Thomas Knieper erstellen sie ihre eigenen Blogs. Darin nehmen sie die Uni von innen unter die Lupe, testen Passaus Lifestyle-Qualitäten oder geben ihren Kommilitonen Tipps fürs Leben als Student.




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