Icon Breadcrumb Sie sind hier:





  • Artikel 9 / 12
  • Pfeil
  • Pfeil




Am kommenden Wochenende ist es erneut soweit: In Deutschland wird am 09. und 10. Juni 2018 der Tag des Hundes gefeiert. Bundesweit werden verschiedene Aktionen zum beliebten Haustier geboten, vom Tag der offenen Tür am Hundesportplatz bis hin zu Rettungshundevorführungen, vom Spaßhunderennen bis hin zu gemeinsamen Spaziergängen oder Sportturnieren – ein umfangreiches Programm für alle Hundeliebhaber. Kaum einer von ihnen könnte sich sein Leben ohne seinen treuen Vierbeiner vorstellen. Genau so geht es auch mir selbst mit meinem kleinen weißen Zwergpudel "Lauser".

Der Hund als Haustier


| Carolin Gögl

- Carolin Gögl


Es scheint selbstverständlich: Der Hund ist ein Haustier. Weltweit betrachtet sogar das beliebteste. In Deutschland lebt in etwa 20 Prozent aller Haushalte mindestens ein Hund, was ihn zum zweitbeliebtesten Haustier nach der Katze macht. Er bereichert und erleichtert unseren Alltag in vielerlei Hinsicht und steht uns als aufrichtiger Freund stets zur Seite. Wie den meisten von euch aber vermutlich bekannt ist, ist es wissenschaftlich erwiesen, dass der Hund vom Wolf abstammt. Doch wie konnte aus dem einst wilden Tier ein zahmer Begleiter werden? Und wie viel "Wolf" steckt auch heute noch in meinem Lauser?

Ein Blick zurück in die Steinzeit

Diesen Fragen möchte ich mit meinem heutigen Beitrag auf den Grund gehen. Hierzu ist es nötig, einen Blick in die Ursprünge der Interaktion von Menschen und Wölfen zu werfen. Wir gehen zurück in die Steinzeit, genauer gesagt in die Zeit vor etwa 15.000 bis 30.000 Jahren: Damals waren die Menschen Jäger und Sammler und ernährten sich neben Früchten vermehrt von Fisch und Fleisch. Während die Steinzeitmenschen in geschützten Höhlen oder Siedlungen lebten, beherrschten die Wölfe die umliegenden Wälder. Die erhabenen Tiere durchquerten die Landschaft ebenfalls als Jäger und lebten in großen Rudeln zusammen.

Zweckgemeinschaft zweier Konkurrenten


| Rainer Simonis/Nationalpark Bayersicher Wald

- Rainer Simonis/Nationalpark Bayersicher Wald


Zunächst aber waren Menschen und Wölfe Feinde, die sich zuweilen sogar gegenseitig töteten, da die Menschen die Felle der Wölfe für Kleidung oder Decken nutzten und die Wölfe die Menschen als Bedrohung, die es zu verteidigen galt, ansahen. Wie genau sich die Annäherung von Menschen und Wölfen abgespielt hat, kann heute nur vermutet werden. Am meisten verbreitet ist jedoch die Ansicht, dass sich die Wölfe nach und nach in die Siedlungen der Menschen hervorwagten und dort übriggelassenes Aas suchten und fraßen. Den Menschen hingegen wurde schnell bewusst, dass die Wölfe sie nachts vor wilden Tieren warnen und ihnen bei der Jagd helfen konnten und duldeten so deren Anwesenheit. Zunächst also lebten Mensch und Wolf in einer Synergie, einer Zweckgemeinschaft.

<*saveTags:0*>

Domestizierung als Wendepunkt

Der lateinische Name des Hundes lautet "canis lupus familiaris" und bedeutet übersetzt "der gezähmte Wolf". Genau dieser Punkt – die Domestizierung – war der entscheidende Schritt für die Entwicklung vom Wolf zum Hund. Seit die Menschen in der Neusteinzeit vor 15.000 Jahren begannen, die Welpen der Wölfe bereits im Alter von wenigen Wochen an ihre Lebensweisen zu gewöhnen und aufzuziehen, kann man vom Hund als Begleiter der Menschen sprechen. Schritt für Schritt entwickelte sich der Hund zum Helfer, Hirten und Beschützer der Menschen. Während er zunächst eine enorme Unterstützung bei der Jagd und Bewachung der Siedlungen war, spielt der Vierbeiner heute vor allem in sozialen Bereichen, wie zum Beispiel als Blindenführhund, Therapiehund oder Rettungshund, eine große Rolle.

Der Hund als Familienmitglied

Laut der Mars-Heimtier-Studie aus dem Jahr 2013 wird dem Hund neben anderen Haustieren seit der Zeit der Industriellen Revolution ein fester Platz in der Familie zugewiesen: Der Hund ist Mitbewohner, Trostspender und Freund der Menschen und wird als Teil einer menschlichen Familie angesehen. Doch diese Entwicklung von zwei Jägerstämmen unterschiedlicher Art zu einer gemeinsamen Familie dauerte über 20.000 Jahre. Es ist daher keine Selbstverständlichkeit vom Hund als bestem Freund des Menschen zu sprechen, sondern das Ergebnis einer jahrtausendelangen Entwicklung. Aus Feinden wurden Freunde, aus dem wilden Wolf der "beste Freund" des Menschen.

(Über-)Züchtung von Hunden


- Carolin Gögl


Mit der Domestizierung der Wölfe in der Jungsteinzeit erkannten die Menschen auch spezielle Fähigkeiten einzelner Tiere. Sie begannen, diese Tiere gezielt zu kreuzen, um die positiven Eigenschaften der Hunde zu optimieren. Über Jahrtausende hinweg erfolgten stets weitere Züchtungen. Mittlerweile gibt es laut der Weltorganisation für Kynologie (FCI) 350 verschiedene Hunderassen mit bestimmten Charakterzügen und Fähigkeiten. Doch wie so oft war das den Menschen nicht genug: viele Rassen werden mittlerweile aus rein optischen Gründen gezüchtet. Das Tierwohl scheint dabei völlig egal zu sein. Es geht um Ästhetik, nicht um Gesundheit.

Viele Hunde leiden an extremen Züchtungen

Auch mein Zwergpudel Lauser ist das Ergebnis vieler Züchtungen. Pudel wurden ursprünglich für die Wasserjagd eingesetzt, später allerdings wie viele andere Rassen aus optischen Gründen so gekreuzt, dass sie ihren Jagdtrieb weitestgehend verloren haben. Auch wenn ich meinen Hund für nichts auf der Welt eintauschen würde und ein großer Hundefreund bin, finde ich die extreme Züchtung von Hunden übertrieben und falsch. Zwar hat Lauser keine gesundheitlichen Probleme, andere Rassen wie Mops oder Basset hingegen leiden aber aufgrund der starken Züchtung unter einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität. Das Wohl des Hundes sollte immer Vorrang haben vor der momentanen Modezüchtung der Menschen. Echten Hundefreunden ist ein gesunder Hund doch auch tausendmal wichtiger als ein Hund mit extraflacher Nase, extragroßen Ohren oder extralangem Rücken.

Verwandtschaft von Wolf und Hund


| Rainer Simonis/Nationalpark Bayersicher Wald

- Rainer Simonis/Nationalpark Bayersicher Wald


Durch die über Jahrtausende andauernden Züchtungen von Hunden sind bei einigen von ihnen kaum mehr optische Gemeinsamkeiten mit ihren Ahnen erkennbar. Wie viel "Wolf" steckt aber auch heute noch in unseren besten Freunden? Der Jagdtrieb vieler Hunderassen ist mittlerweile weitestgehend verloren gegangen. Das liegt vor allem daran, dass es für die Hunde keinen Grund mehr gibt zu jagen, da sie ganz selbstverständlich regelmäßig Futter von ihren Besitzern bekommen. Auch äußerliche Merkmale haben sich verändert: Hunde haben kürzere Beine, einen schmaleren Schädel und größere Ohren als Wölfe.

Verhaltensweisen und Sinne blieben erhalten 

Dennoch aber kann man die Verwandtschaft von Hunden und Wölfen noch an zwei Punkten erkennen. Zum einen verfügen Hunde wie auch Wölfe über einen gut ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn. Viel offensichtlicher ist jedoch das Verhalten. Wer selbst einen Hund hat, dem werden einige der folgenden Punke wohl bekannt vorkommen: Bevor sich ein Hund hinlegt, dreht er sich mehrmals im Kreis. Das kommt daher, dass die Wölfe das Gras oder den Schnee an ihrem Schlafplatz zuvor niedertreten mussten. Das Lecken der Mundwinkel ist ein Zeichen von Demut gegenüber einem ranghöheren Rudelmitglied. Oft wäzen sich Hunde in für Menschen meist übelriechenden Substanzen - Wölfe überdeckten dadurch ihren Eigengeruch für die Jagd. Alle diese Eigenschaften konnte ich auch bei Lauser schon öfter beobachten. Auch wenn ein Zwergpudel nicht wirkt wie ein Wolf, ist ihre Verwandtschaft doch noch bemerkbar - man muss nur darauf achten.






 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)
Weitere Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung (Abschnitt: Nutzung von Drittanbieter-Plug-Ins)


Dokumenten Information
Copyright © PNP-Campus 2018
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am




Über freiSchnauze




Du warst schon immer ein Hundeliebhaber oder bist auf der Schwelle, einer zu werden? Dann bist du bei uns genau richtig.

Wir, das sind Paula, Caro, Anna Sophia, Laura und Moritz, werden uns in den nächsten Wochen ausführlich mit dem Thema "Hund" beschäftigen – sei es nun als Haustier, aus beruflicher Sicht, wie zum Beispiel Jagdhunde oder als Lebensstütze wie im Falle von Blindenhunden. Also lasst euch von uns auf eine spannende Reise ausführen, auf der wir "freiSchnauze" unsere Erfahrungen vorstellen.

Folgt uns auch auf Facebook und Instagram.


Hier schreiben Studenten der Universität Passau. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Übung am Lehrstuhl für Medien und Kommunikation unter der Leitung von Professor Thomas Knieper erstellen sie ihre eigenen Blogs. Darin nehmen sie die Uni von innen unter die Lupe, testen Passaus Lifestyle-Qualitäten oder geben ihren Kommilitonen Tipps fürs Leben als Student.




Limitierte Aktion


Jetzt das Studentenabo der Passauer Neuen Presse bestellen und gratis BIBBAG sichern! [mehr]








realisiert von Evolver