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Was hinter "Bio" steckt und wo man es in Passau findet  |  18.07.2018  |  09:30 Uhr

Bio = Besser?

von Veronika Bartl

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Ich kann mich noch ziemlich gut erinnern, dass meine Mutter schon immer darauf geachtet hat, Lebensmittel biologisch und regional zu kaufen. Seit ich klein war. Was wie ein Spruch aus der Werbung klingen mag, hat mich stark beeinflusst. Ich versuche auch seitdem ich alleine wohne, noch darauf zu achten. Ich muss ehrlich sein, immer geht das nicht, meistens endet der gute Wille beim leeren Geldbeutel. Aber wie viel teurer ist Bio wirklich? Und was genau steckt in Bio? Ich will mir das einmal genauer ansehen.

Weizenähren

Weizenähren | Veronika Bartl

Weizenähren - Veronika Bartl


Was ist dieses "Bio"?

"Biologisch" erklärt das Umweltbundesamt so: Biolebensmittel schützen Tiere und Umwelt. Dabei wird auf bestimmte Verfahren und Hilfsmittel verzichtet. Festgeschrieben ist das in der EG-Öko-Basisverordnung, auf deren Basis das EU-Bio-Siegel vergeben wird. Und das ist das verlässlichste Siegel, um Bioprodukte zu erkennen. Discounter- oder Supermarktmarken, die ihre Produkte "Bio" nennen, sind es leider nur teilweise oder tun das sogar nur aus Marketinggründen, außer natürlich, sie tragen zusätzlich das EU-Siegel. Aber: nicht nur die EU vergibt Bio-Siegel, auch Bio-Anbauverbände wie Bioland, Demeter und Naturland halten sich an die EU-Richtlinen, sie sind je nach Anbieter in bestimmten Bereichen sogar noch strenger.

Das EU-Bio-Siegel

Tier und Umwelt stehen bei der biologischen Landwirtschaft im Vordergrund. Deswegen sind in erster Linie chemische Pflanzenschutzmittel, Düngemittel sowie Gentechnik verboten. Um für das Tierwohl zu sorgen, gibt es Vorschriften, wie viele Tiere auf wie viel Fläche gehalten werden dürfen, sowie starke Einschränkungen bei der Verwendung von Antibiotika. Um auch das Endprodukt zu schützen, dürfen nur 49 statt der üblichen 316 Zusatzstoffe enthalten sein.

Wie viel Bio ist wirklich drin?

Bei der Einführung des Siegels spielten viele Interessen eine Rolle. Daher muss nicht alles im Wertschöpfungsprozess von Bioprodukten auch biologisch sein, um das EU-Bio-Siegel zu bekommen. Zum Beispiel dürfen die Samen auch konventionell sein, wenn nicht genug biologische am Markt sind. Bei verarbeiteten Lebensmitteln ist es ähnlich, 95% der Inhaltsstoffe müssen biologisch hergestellt sein. Die restlichen 5% dürfen aus konventioneller Produktion kommen, insofern es keine ausreichenden Alternativen gibt. Der Begriff der "artgerechten Haltung" ist hier im Vergleich zu den Bio-Anbauverbänden großzügiger ausgelegt: Sie erlauben teilweise nur halb so viele Tiere auf der gleichen Fläche.

Ist Bio immer besser?

Die EU-Bio-Richtlinien sind in manchen Aspekten sicherlich noch ausbaufähig, dennoch nehmen sie wesentlich mehr Rücksicht auf die Natur, als es die konventionelle Landwirtschaft tut. Die Stiftung Warentest hat sich die Mühe gemacht und beide Anbauformen in verschiedenen Aspekten verglichen. Dabei ging es ihnen um Gesamtqualität, Schadstoffe, Pestizide, Gesundheit, Tier- und Umweltschutz, aber auch um Geschmack und Preis. Hier haben sich die biologischen Lebensmittel nicht als grundsätzlich besser als die konventionellen herausgestellt. Sie waren meistens gleichauf. Beim Geschmack lagen die konventionell verarbeiteten Lebensmittel vorne, klar, hier sind auch mehr Zusatzsstoffe erlaubt. Nur bei Obst und Gemüse hatte Bio einen Vorsprung: hier wird auf Pflanzenschutzmittel verzichtet und ist daher weniger bedenklich für die Gesundheit.

Preisvergleich - konventionelle vs. biologische Produkte im Supermarkt

Preisvergleich - konventionelle vs. biologische Produkte im Supermarkt | my.visme.co

Preisvergleich - konventionelle vs. biologische Produkte im Supermarkt - my.visme.co


Das liebe Geld

Zuerst einmal zum Wichtigsten: Wie sieht der Preisunterschied aus? Bei Fleisch ist er groß, man blättert das Doppelte, bei einer Hähnchenbrust sogar das Dreifache hin. Grund dafür ist, dass biologische Betriebe viel weniger Tiere auf dem gleichen Raum halten können als die Konventionellen. Die Fixkosten für den Stall bleiben gleich, verteilen sich aber auf weniger Tiere. Bei Obst und Gemüse ist dieser Unterschied nicht so groß. Ein paar Produkte seht ihr exemplarisch im Vergleich links. Unter dem Strich ist Bio aber weiterhin teurer. Hier sind die Bioprodukte aus dem Supermarkt die günstigeren Alternativen zu den Produkten aus dem Biomarkt.

Bio-Produkte in Passau

In Passau bekommt ihr Bioprodukte natürlich in Bioläden wie denn's, einer Biolebensmittelkette, die circa fünf Minuten Busfahrt vom ZOB entfernt ist. Außerdem im Bio-top und Tante Emmer, beide in der Altstadt. Mittlerweile bieten auch dm und Müller Drogerie Bioprodukte zu einem guten Preis an. Aber auch in den leichter erreichbaren Supermärkten wie Edeka, REWE, oder Norma könnt ihr fündig werden. Zwar gibt es dort häufig noch Lücken, was verarbeitete Lebensmittel angeht, aber bei "gängigem" Obst und Gemüse gibt es meistens Bio-Alternativen, daher kann ich diese Märkte empfehlen. Natürlich bieten auch die anderen Supermärkte Bioprodukte an. Dort ist es meistens nur ein kleineres Sortiment, aber probiert es dort auch mal!
Hier findet ihr meine Empfehlungen auf einem Blick:



Mein Fazit

Unterm Strich ist Bio eindeutig teurer, ja. Mit einem studentischen Geldbeutel lässt sich schwer auf konventionellen Anbau verzichten. Außerdem ist es schon umständlich, wenn man zum Einkaufen in die Altstadt laufen oder mit dem Bus fahren muss, da sind die zentralen Einkaufsmöglichkeiten (mit begrenzten Bio-Sortiment) wesentlich angenehmer. Bis Bio studententauglich ist, muss sich daran wohl noch etwas ändern. Wenn man der Natur etwas Gutes tun will, muss man dafür wirklich gut kalkuliert und sparsam einkaufen, vielleicht auch an einer anderen Ecke sparen, um sein Budget nicht zu überziehen.






 

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