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"Möchtest du auch ein Stück von der Erdbeertorte?", fragte mich Emma, eine gute Freundin, vor drei Jahren an ihrem Geburtstag. Während ich zwei Wochen zuvor noch beherzt mit "Ja" geantwortet hätte, musste ich nun dankend ablehnen.

Der Grund? Nein, ich war nicht auf Diät und wollte auf überflüssige Kalorien verzichten. Ich bin gluten- und laktoseintolerant. Was das genau heißt, wusste ich damals auch noch nicht so genau.

Was ist eigentlich eine Laktose- und Glutenintoleranz?

Mein Arzt erklärt es mir damals so: Bei den Betroffenen arbeitet das Enzym Laktase, das im Dünndarm den Milchzucker spaltet, nicht richtig. Laktose gelangt so unverdaut in den Dickdarm, wo Bakterien diese unter der Bildung von Gasen abbauen, was zu Beschwerden führt.

Bei der Glutenintoleranz sieht es ähnlich aus: Normalerweise wird die aufgenommene Nahrung im Dünndarm verdaut, also in ihre Bestandteile zerlegt. Die Nährstoffe werden anschließend über das Blut in die verschiedenen Organe geschleust. Liegt eine Intoleranz vor, ist die Aufnahme einzelner oder mehrerer Nährstoffe über die Dünndarmschleimhaut beeinträchtigt, weil diese entzündlich verändert ist.

Die Folgeerscheinungen

Bei beiden Unverträglichkeiten bekommt man heftige Bauchschmerzen und Probleme bei der Verdauung. Die Folgeerscheinungen können aber von Person zu Person variieren.
Als Kind und später als Jugendliche ernährte ich mich so gut es ging gesund. Für mich hieß das, wenig Süßigkeiten essen, aber reichlich Gemüse. Aber natürlich aß ich ab und zu auch Brot oder trank Kakao mit Milch. Schlecht ging es mir danach selten. Allerdings wurde ich sehr oft krank, ich litt an Neurodermitis, einer Hautkrankheit, Bauchschmerzen oder einer chronischen Bronchitis. Sobald eine Person in meinem Umkreis krank war, konnte ich davon ausgehen, auch krank zu werden. Natürlich ist dies meinen Eltern aufgefallen, aber man dachte, dass ich einfach ein schlechtes Immunsystem hatte.
Zahlreiche Ärzte bestätigten das. Ich nahm Antibiotika oder ähnliche Medikamente gegen die ständig wieder aufkommenden Krankheiten.
Als ich 17 wurde, entschied ich mich, zu einer Naturheilpraxis zu gehen. Erfahrung hatte ich noch keine in diesem Gebiet. Der Termin dauerte eine Stunde, es wurde intensiv mit mir gesprochen und am Ende wurde mir Blut abgenommen. Die Heilpraktikerin hatte den Verdacht, dass ich eventuell eine Unverträglichkeit habe. Das Blut wurde in ein allgemeinmedizinisches Labor geschickt. Nach zwei Wochen hatte ich das Ergebnis. Ich war gluten- und laktoseintolerant.

Die Umstellung

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass meine Krankheiten mit der Nahrung zu tun hatten, die ich zu mir nahm. Aber ich entschied mich dafür, es wenigstens mal auszuprobieren. Das bedeutete, ich verzichtete auf alles, in dem Mehl oder Milch enthalten war. Am Anfang war es eine große Umstellung, ich wusste gar nicht mehr, was ich essen durfte, denn gefühlt war überall Gluten und Laktose drin. Morgens keine Brötchen oder Brot mehr, im Kaffee keine Milch mehr, in der Soße keine Sahne mehr usw. Aber nach ca. zwei Wochen hatte ich mich neu orientiert. Ich aß viel Joghurt aus Mandelmilch mit Obst oder trank meinen Kaffee mit Soyamilch. Mittags aß ich Gemüse mit Hühnchen. Mit der Zeit lernte ich mit der Einschränkung zu leben.

Und Heute?

Ich bin mitllerweile 21 Jahre alt und lebe schon seit ca. vier Jahren ohne Gluten und Laktose. Ich studiere Medien und Kommunikation an der Universität in Passau. Das Leben dort ohne Gluten und Laktose ist ebenfalls eine reine Gewöhnungssache. Natürlich gehe ich auch mal essen in einem Restaurant oder einen Kaffee trinken mit Freunden, aber achte darauf, dass die Lebenmittel keine Spuren von Gluten oder Laktose enthalten. Alles kann ich mir dann nicht bestellen. Aber das ist ok, denn eine Bronchitis hatte ich seitdem ich darauf verzichte nie wieder, meine Hautkrankheit Neurodermitis ist komplett verschwunden und krank werde ich nur noch sehr selten.

Dennoch würde ich nicht sagen, dass eine gluten- und laktosefreie Ernährung der Schlüssel zu einem gesunden Leben ist. Vielmehr ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören, da er oft die Antwort auf unsere Empfindungen hat.
Und natürlich verzichte ich nun lieber auf ein Stück Torte, als ständig krank zu sein.






 

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