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06.06.2018  |  09:30 Uhr

90 Tage ohne Zucker - Das passierte mit meinem Körper

von Laura Block

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Ich habe 90 Tage komplett auf raffinierten Zucker verzichtet - schon nach 30 Tagen habe ich eine deutliche Veränderung in meinem Körper festgestellt, welche das waren, habe ich in diesem Blogbeitrag festgehalten.

Auswirkung auf den Körper
Jeder Deutsche isst durchschnittlich 100g Zucker am Tag - daraus können unzählige Krankheiten und Gesundheitsprobleme entstehen.

Die Nachteile des Zuckers überwiegen: Er enthält keine Vitamine oder Mineralstoffe, sättigt nicht, macht dafür sehr abhängig. Seine einzigen Vorteile: Er schmeckt verdammt lecker und liefert schnelle Energie. Glukose ist zwar für viele Körperfunktionen lebensnotwendig – alleine unser Gehirn verbraucht jeden Tag rund 140g! Unser Körper braucht aber keinen isolierten Zucker – denn auch die Stärke aus Getreide und Gemüse wird im Körper zu Glukose umgewandelt.

Worin steckt eigentlich überall Zucker?
Bevor ich mit dem Verzicht anfangen konnte, musste ich mir erst einmal klar werden, wo sich überall raffinierter Zucker drin befindet. Als erstes dachte ich natürlich an Süßigkeiten, aber nach genauerer Recherche stellte ich fest, dass Zucker fast in allen verarbeiteten Lebensmitteln steckt.
So wurden Wurst, Brot, Essig, Joghurt, Aufbackwaren wie auch zahlreiche Alkoholsorten aus meinem Ernährungsplan gestrichen. Zu Beginn eines solchen Verzichts machen sich zunächst einmal die Entzugserscheinungen bemerkbar. Dies war auch bei mir der Fall. Körperliche Symptome können unter anderem Heißhungerattacken, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen und Gereiztheit sein. Mir machte besonders der Heißhunger zu schaffen. Doch nach den ersten fünf Tagen hatte sich mein Körper an den Zuckerverzicht gewöhnt. Diese Eingewöhnungsphase kann aber von Mensch zu Mensch variieren, so gibt es Menschen die deutlich länger damit zu kämpfen haben und wiederum Leute, die gar nicht davon betroffen sind.

Schon nach den ersten Wochen bemerkte ich den positiven Effekt, den der Zuckerverzicht mit sich brachte.

Sättigungsgefühl
Ein zu hoher Zuckerkonsum führt auf Dauer zu einer Leptinresistenz: Das Sättigungshormon, das dem Gehirn normalerweise mitteilt, dass der Magen voll ist, tut seinen Dienst nicht mehr – was zu Übergewicht führt. Reduziert man den Zuckergehalt und andere industriell hergestellte Fructosearten, führt dies zu einem verbesserten Sättigungsgefühl.

Gewichtsverlust
Mit einem schneller satt werdenden Magen zeigte sich nach zwei Wochen auch auf der Waage eine Veränderung. Das lag daran, dass a
nders als komplexe Kohlenhydrate, Proteine oder Fette, die im Darm zunächst aufgespalten oder umgewandelt werden müssen, der Zucker auf direktem Weg ins Blut gelangt. Industriezucker hat eine hohe Energiedichte, ohne dabei Vitamine oder Mineralstoffe zu enthalten. Es sind somit leere Kalorien, die in vielen verarbeiteten Lebensmitteln "versteckt" sind. Der Blutzuckerspiegel steigt rapide an und die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Das Hormon schleust den Zucker in die Zellen und beschleunigt so die Fetteinlagerung, denn der Zucker wird in Fett umgewandelt. Wer über Jahre zu viel Süßes isst, riskiert Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit. Hierzulande sind bereits rund 53% der Frauen und 67% der Männer übergewichtig – Tendenz steigend.
Für mich stand der Gewichtsverlust nie im Vordergrund, sondern die Gesundheit. Dennoch fühlte es sich nicht verkehrt an, Gewicht zu verlieren, auf Grund von früherem Zuckerkonsum.

Vitalität
Spätestens nach 30 Tagen fühlte ich mich einfach fitter, ich konnte besser schlafen, was damit zusammenhängt, dass man durch übermäßigen Zuckerkonsum antriebslos und träge wird, es kann sogar zu Schlafproblemen führen. Durch den Verzicht auf Zucker kam ich energiegeladener, wacher und fitter durch den Tag, das Ein- und Durchschlafen fiel mir dadurch leichter.

Geschmack
Auch die Geschmacksnerven verändern sich mit der Zeit. So merkte ich eindeutig, dass Lebensmittel, die ich vorher als "mittel süß" eingeschätzt habe, vor allem Obst, extrem süß schmeckten.
Die Geschmacksknospen werden mit der Zeit sensibilisiert und neutralisiert, wo durch eine Entwöhnung von einer extrem unnatürlichen Süße stattfindet. Lebensmittel mit viel zugesetztem Zucker oder Süßigkeiten, die sonst verzehrt wurden, werden bald als viel zu süß empfunden.

Klares Hautbild
Gegen Ende der 90 Tage konnte ich auch eine Hautveränderung wahrnehmen. Ich selber hatte nie wirklich unter vielen Unreinheiten gelitten, aber hatte auch Zeiten, wo diese doch vorhanden waren. Nach fast 90 Tagen fühlte sich meine Haut deutlich rosiger und weicher an, was man auch dem Zuckerverzicht zuschreiben kann. Ein hoher Zuckerkonsum lässt die Haut schneller altern, lässt sie anfälliger für Unreinheiten, Entzündungen, Pickel und Akne werden, da Zucker entzündungsfördernd wirkt.

Fazit
Zuckerfrei zu leben kann ich grundsätzlich weiter empfehlen. Allerdings ist man in seiner Ernährung eingeschränkt. Gerade jetzt im Sommer, wenn man z.B. mit Freunden am See grillen möchte, muss man sich im Vorraus gut überlegen was man essen kann, da mittlerweile in so vielen Lebensmitteln der raffinierte Zucker steckt. Dennoch muss ich sagen, dass besonders in Anfangsphase der Verzicht mir am meisten zu schaffen gemacht hat. Nach vier Wochen hat man einen guten Überblick bekommen und weiß, was man essen kann.

Für jeden ist der Zuckerverzicht nichts, dennoch ist es spannend, eine Zeit lang zu versuchen, auf das süße Gift zu verzichten.






 

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