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26.06.2018  |  11:00 Uhr

Eindrücke aus den Wohnheimen Passaus

Eine kleine Stadt - viele Wohnsituationen. Wie lebt es sich in den unterschiedlichen Studentenwohnheimen?

von Charlotte Stroink

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Als ich damals meine Zusage für einen Platz an der Universität Passau bekam, hatte ich keine Ahnung von der Stadt, geschweige denn den einzelnen Wohnvierteln. Nach kurzer Suche merkte ich: Eine Wohnung in Passau zu bekommen, ist einfach – wenn man in Haidenhof Süd wohnen möchte. Die meisten Studenten werden verstehen, was ich damit meine. Die Wohnungssuche und -situation in Passau gestaltet sich bei 12.000 Studenten nämlich doch schwieriger als gedacht.

Diese Woche habe ich mir einen Eindruck vom Leben in den Studentenwohnheimen in Passau von vier Studenten in zwei unterschiedlichen Wohnheimen verschafft. Wenn man "Studentenwohnheime Passau" sucht, wird einem als erstes die Seite des Studentenwerks, welches insgesamt vier staatliche Wohnanlagen für Studierende betreibt, angezeigt. Sobald man sich beim Studentenwerk auf einen Platz bewirbt, wird man einer der vier Anlagen zugelost. Das Schönste von den Vieren ist definitiv das Wohnheim in der Bräugasse 11. Es liegt kurz vor der Ortsspitze, dem Punkt wo die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammenfließen, und der Fußweg in die Altstadt beträgt weniger als zehn Minuten.

THAO AUS DER BRÄUGASSE 11
Genau dort beginne ich mit meinem ersten Besuch: bei der 20-jährigen Thao. Thao kommt aus der Nähe von Stuttgart und studiert seit zwei Semestern Kulturwissenschaften in Passau. Für ihr 14 m² großes Zimmer plus eigener "Nasszelle" (Dusche und Toilette) zahlt sie 220 Euro warm.

Thao in ihrem Wohnheimzimmer in der Bräugasse 11

Thao in ihrem Wohnheimzimmer in der Bräugasse 11 - Charlotte Stroink


Als ich ihr kleines Zimmer betrete, strahlt mir hell die Sonne entgegen und ich höre lautes Gelächter von draußen. Der erste Blick geht direkt zum Fenster, aus dem die Studentin einen wahnsinnig schönen Ausblick auf die Donau hat und das Treiben auf den riesigen Schiffen genau beobachten kann. Obwohl das Zimmer sehr einfach eingerichtet ist, hat es durch die vielen Fotos an der Wand, die Souvenirs in den Regalen und der selbstgepflanzten Minze auf der Fensterbank eine ganz persönliche Note. Als ich sie frage, warum sie sich damals für ein Studentenwohnheim entschieden hat, ist die Antwort einfach: keinen Stress bitte!
Thao wollte sich die ewigen WG-Castings ersparen und schnell einen Anschluss zu anderen unternehmungslustigen Studierenden finden. Genau so eine Gemeinschaft hat sie damals dort vorgefunden. Viele Aktivitäten in der Gruppe wie Trink- und Kartenspiele im Innenhof, gemeinsames Grillen, Billard und Tischtennis im Gruppenraum (wo es einen Bierautomaten gibt, der nur 1€ pro Bier verlangt) und Running-Dinner-Abende gehören zum Alltag. Durch das Wohnheim hat sie die unterschiedlichsten Leute und mit ihnen ihre Studiengänge kennengelernt.
Allerdings gibt sie im Gespräch auch zu bedenken: "Es muss nicht einsam sein, aber wenn man wenig mit den Leuten macht, ist es schon einsam." Ein weiter negativer Punkt, den sie nennt, ist die Sauberkeit. Dadurch, dass sich jeder Flur eine Küche teilt, geht schonmal unter, wer seine Sachen in der Gemeinschaftsküche mal wieder nicht abgewaschen hat…
Insgesamt lässt sich aber über das Wohnheim vom Studentenwerk sagen, dass es sich perfekt für jemanden in den ersten Semestern eignet, dadurch dass man sehr schnell Anschluss findet und es viele lustige Aktivitäten und Ausflüge mit der Gruppe gibt.

UNILIFE IN DER NEUBURGER STRAßE 25
Mein nächster Stopp ist die Neuburger Straße 25. Dort befindet sich das private Studentenwohnheim UNILIFE. Es verfügt über insgesamt 35 Einzelzimmer, neun Zweier-WGs und ein Appartement. Es ist ungefähr 800 Meter von der Uni entfernt und in unmittelbarer Nähe zum ZOB.

JAKOBS MODERNES UND TEURES EINZELZIMMER
Dort besuche ich Jakob, der nun schon fast zwei Jahre in einem der 19 m² großen Einzelzimmer wohnt. Jakob zahlt für sein Einzelzimmer mit Bad und integrierter Küche ganze 430 Euro. Das Zimmer befindet sich im Altbau der Anlage, allerdings heißt der Abschnitt nur so - alle Zimmer wurden nämlich 2016 erst neu saniert.

Jakob

Das überschaubare Einzelzimmer von Jakob - Charlotte Stroink


Das Gespräch mit dem BWLer beginnt ganz anders als das mit Thao. Jakob spricht sehr viel nüchterner über seine Wohnsituation. Er wohnt seit Beginn seines Studiums dort und hat sich damals, ähnlich wie auch die KuWi-Studentin, aus Bequemlichkeitsgründen nicht nach anderen Wohnungen oder WG´s umgeschaut. Auf die Frage, wie er es im Wohnheim findet, sagt Jakob sachlich: "Ganz gut, allerdings hatte ich andere Vorstellungen unter einem Wohnheim". Er hat nichts mit seinen direkten Nachbarn zu tun und kennt auch kaum jemanden aus dem Gebäude. Insgesamt gibt es keinen Aufenthaltsraum und für den Preis ist das Zimmer nicht gerade groß. Das "Wohnheim-Feeling", welches er sich gewünscht hatte, ist nie aufgekommen. Allerdings ist ein großer Vorteil, dass die Vermieter sehr zuverlässig und ständig erreichbar sind. Zudem ist das Zimmer komplett möbliert und der Weg zur Uni dauert nur 10 Minuten zu Fuß. Dadurch, dass Jakob zum Winter für ein Semester ins Ausland geht, hat er den Vertrag mit dem Wohnheim nun gekündigt. Danach möchte er seine letzten Semester in Passau in einer WG oder eigenen Wohnung wohnen

DIE 2-ER WG VON LISA UND JANA
Meine letzte Station ist die WG von Lisa und Jana, ebenfalls im Wohnheim UNILIFE. Die beiden Mädchen teilen sich eine 45 m² große Wohnung mit Küche Bad und einem kleinen Wohnzimmer. Warm zahlen die beiden pro Person zwischen 400 und 500 Euro im Monat.

Lisa

Lisa in dem Wohnzimmer der 2er WG - Charlotte Stroink


Lisa wohnt seit ihrem ersten Semester dort und nun schon zwei Semestern mit ihrer Mitbewohnerin Jana zusammen. Die Mitbewohner werden den WG's zufällig vom Wohnheim zugewürfelt. Gleich zu Beginn, als ich frage, wie es den beiden gefällt, antworten sie übereinstimmend mit "MEGA!". Lisa gibt zu, sich am Anfang eigentlich nach einem Einzelzimmer umgeschaut zu haben. Allerdings hatte das Wohnheim nur noch WG-Zimmer frei, worüber sie im Nachhinein heilfroh ist. Als wir auf das Wohnheim im Allgemein zu sprechen kommen, gleichen die Antworten ein wenig denen von Jakob. Die Anlage nennt sich zwar Wohnheim, hat aber wie bereits erwähnt, keinen Gemeinschaftsraum und die Nachbarschaft bleibt auch weitestgehend anonym. Die beiden wohnen in der WG eigentlich wie in einer ganz normalen Wohnung. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass sie wie Jakob das klassische "Wohnheim-Feeling" an dieser Stelle vermissen.

Nach diesen vielen Meinungen und Eindrücken von Wohnheimen und Meinungen sehe ich die Option eines Zimmers im Wohnheim von unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Zum einen gilt die Devise: Es ist was man draus macht. Auf der anderen Seite gehört natürlich immer auch ein wenig Glück dazu, wo man landet und auf wen man dort trifft...






 

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Die Couchsurfer – Wohnen in Passau

Ein paar Möbel, vier Wände und ein Dach über dem Kopf – Zack, fertig ist ein Zuhause! Aber so einfach ist es nicht: Damit eine Wohnung zum Zuhause wird, gehört schon mehr dazu. Aber was genau? Das wollen wir in unserem Blog herausfinden. Wir besuchen Menschen in Passau. Wie ist ihre Wohnsituation? Welchen Lifestyle leben sie? Und vor allem, was macht ihr Zuhause aus? Wir zeigen's euch.

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Hier schreiben Studenten der Universität Passau. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Übung am Lehrstuhl für Medien und Kommunikation unter der Leitung von Professor Thomas Knieper erstellen sie ihre eigenen Blogs. Darin nehmen sie die Uni von innen unter die Lupe, testen Passaus Lifestyle-Qualitäten oder geben ihren Kommilitonen Tipps fürs Leben als Student.




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