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HOW TO GET AWAY WITH MURDER  |  20.01.2018  |  08:00 Uhr

Zwischen Mord und Totschlag

von Luisa Billmayer

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Seit ihrer Veröffentlichung schockiert die Serie HOW TO GET AWAY WITH MURDER in jeder Folge aufs Neue. Die Anwältin und Universitätsprofessorin Annalise Keating kämpft gnadenlos um die Freisprechung ihrer Klienten, und das obwohl diese meist nicht ganz unschuldig sind. Doch hier zählt nicht wer Recht hat und wer Schuld trägt. Es geht nur ums Gewinnen und vor Gericht siegt meist die beste Geschichte. Nach einigen Folgen fällt auf, wer dort das Urteil fällt. Es sind häufig Frauen und häufig sind diese nicht weiß. Zu Beginn fragte ich mich, wieso sitzt am Richtertisch öfter eine schwarze Frau, als ein weißer Mann? Das kann doch nicht realistisch sein. Ist es auch nicht, aber wieso sollte die Intention sein, die Welt so darzustellen wie sie ist? Vielleicht will diese Serie hinter all den brutalen Morden und eiskalten Lügen eine wichtige Message vertreten.

Die Frauenquote im Gerichtssaal ist auffallend hoch. Annalise Keating, eine schwarze Frau, verteidigt ihre Klienten, wobei sie von ihrer weiblichen Mitarbeiterin Bonnie Winterbottom unterstützt wird. Sie treten nicht selten gegen eine Anwältin an und begutachtet wird der Prozess häufig von einer weiblichen Richterin.

Quelle: Netflix

Zu dem kommt, dass in diesem Gerichtssaal nicht eine weiße Oberschicht den Ton angibt. Keating hat offensichtlich einen afrikanischen Hintergrund und auch ihre Konkurrenten und die Urteilssprechenden haben oft nichtamerikanische Wurzeln. Diese Darstellung widerspricht der Realität in amerikanischen Gerichten. Im August 2017 veröffentlichte der ‚Congressional Research Service‘ einen Bericht, welcher unter anderem zeigt, wie die Geschlechter und Ethnien in den Richterpositionen vertreten sind. Frauen sitzen deutlich seltener auf dem Richterstuhl als Männer. Noch seltener ist eine Frau mit nichtmerikanischer Herkunft dort anzutreffen.

Eigene Darstellung nach Congressional Research Service

Was außerdem auffällt, ist mit wem Keating zusammenarbeitet. Als Universitätsprofessorin hält sie eine Vorlesung für Strafverteidigung, die übrigens den Titel HOW TO GET AWAY WITH MURDER trägt. Aus den Teilnehmenden dieser Vorlesung wählt sie fünf Studierende aus, die mit ihr zusammenarbeiten und von ihr lernen dürfen. Dieses Mal trifft Keatings Wahl auf Wes Gibbins, Michaela Pratt, Connor Walsh, Laurel Castillo und Asher Millstone. Zusammen ergeben die fünf eine gemischte Gruppe. Wes hat schwarze Haut, ebenso wie Michaela. Laurel spricht fließend Spanisch und ihre Familie kommt ursprünglich aus Mexiko. Connor hat weiße Haut, ist jedoch schwul. Der Einzige mit klassischem, amerikanischen Oberschicht-Hintergrund ist Asher. Aber dieser gilt mit seinen unpassenden Bemerkungen und sexistischen Sprüchen als absolut unsympathisch. Es wirkt so, als sei er nur mit von der Partie, weil sein Vater ein bekannter und einflussreicher Anwalt ist, was Keating zu ihrem Vorteil nutzt.

Keating's Students | Laurel, Asher, Wes, Michaela & Connor (v.l.)

Keating's Students | Laurel, Asher, Wes, Michaela & Connor (v.l.) - Netflix


Man könnte annehmen, dass bewusst darauf geachtet wurde, Frauen in starken Positionen als Anwältin oder Richterin zu zeigen und zudem eine diverse Studentengruppe abzubilden. Die juristischen Kreise an amerikanischen Gerichten und privat Unis gelten nach wie vor als ein Ort der privilegierten weißen Oberschicht. HOW TO GET AWAY WITH MURDER bricht offensichtlich mit diesem Bild. Vielleicht wollten die Autoren und Produzenten eine Welt präsentieren, in der es anders ist. In der es keine Rolle spielt welches Geschlecht man hat, welcher Ethnie man angehört und ob man schwul, lesbisch oder heterosexuell ist. Zu den Produzenten zählen unter anderem die Hauptdarstellerin Viola Davis und auch die afro-amerikanische Shonda Rhimes. Womöglich war es den beiden Frauen ein Anliegen, bei dieser Serie mitzuwirken, um ein Statement zu setzen. Hinter all den Morden und Verbrechen, die in HOW TO GET AWAY WITH MURDER geschehen und vertuscht werden, hat die Serie offenbar eine wichtige Message. Vielleicht trägt sie dazu bei, die Emanzipation von Frauen und Toleranz für alle Menschen voranzutreiben und in unserer Welt zu festigen.






 

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