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06.07.2016  |  10:00 Uhr

Typisch Reiter

Zwischen Sportschuhen und Reitstiefeln

von Melanie Spannagl, Sinika Fischer

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"Wirst du jetzt auch so eigenartig wie die anderen Reiter, die ich so kenne?", fragte mich meine Freundin skeptisch, als ich ihr meinen Plan von einem eigenen Pferd unterbreitete. Damals wusste ich wirklich nicht, was sie damit meinte. Jetzt, nach zwei Jahren, kann ich jedoch sagen: Ja, wir Reiter sind schon ein eigenes Völkchen mit ganz besonderem Sportverhalten. Wenn ich mich an die Zeit im Volleyball-Verein zurückerinnere, lassen sich kaum Gemeinsamkeiten finden. Doch was macht den Reitsport so besonders? Ich habe versucht, einige Punkte zusammenzufassen:

1. Ausrüstung

Schrank

Schrank | Yvonne Obermüller Fotografie

Voll bis oben hin sind die Schränke eines Reitstalls. - Yvonne Obermüller Fotografie


Sporttasche packen und los? Keine Chance! Ein Reiter besitzt schon mindestens drei Reithosen, diverse Stiefel, Westen und sonstiges Zubehör - natürlich farblich aufeinander abgestimmt. Und da das alles noch nicht ausreicht, wird oft auch noch die Alltagskleidung zur Stallgarderobe umfunktioniert. Regelmäßig stehen Reiter nach dem Einkaufen vor ihren Shoppingtüten mit dem Vorsatz: "Diese Schuhe ziehe ich aber dieses Mal nicht in den Stall an", doch schon wenige Tage später muss man schnell zum Pferd und hat keine Zeit mehr sich umzuziehen. Langsam aber sicher muss die Alltagskleidung den Stallsachen weichen. Das reicht jedoch noch nicht. Das Pferd braucht natürlich auch das passende Equipment. Man hat ja schließlich nie genug. Unzählige Schränke reihen sich in den Reitställen aneinander - vollgestopft bis oben hin. Nun könnte man meinen, dass ein Schrank pro Pferd ausreichend wäre. Weit gefehlt! Zuhause müssen Keller und Dachboden auch noch herhalten. Ob wir diese ganzen Dinge nutzen? Natürlich nicht, aber es ist schön zu wissen, dass wir es könnten.

2. Hygiene

Nicht nur Matsch und Stroh trägt ein Reiter an den Stiefeln mit sich herum, sondern auch das Ergebnis der stundenlangen Pflege seines Vierbeiners: Pferdehaare. Sie sind überall und scheinen sich mit aller Macht an den Kleidungsstücken festzuhalten. Gerade das Winterfell mühsam bekämpft, sieht man skeptisch an sich herunter und muss feststellen, dass man jetzt glatt mit seinem Pferd verwechselt werden könnte. Da man sich nun jedoch schon völlig verausgabt hat, will man einfach nur schnell nach Hause und unter die Dusche. Der Leidtragende: Das Auto. Völlig schmerzfrei schwingt man sich mit den frisch behaarten Sachen auf den Autositz und parkt die schmutzigen Stiefel samt Stroh und Heu im Fußraum. Das Auto eines Reiters ist also schon bald besser eingestreut als manche Pferdebox. Wäre mit Wechselklamotten natürlich nicht passiert - aber wer hat schon Zeit dafür? Außerdem ist Nicht-Stall-Kleidung sowieso Mangelware.

Hygiene

Das Auto eines Reiters ist leicht zu erkennen. - Yvonne Obermüller Fotografie


3. Zeitaufwand

"Schatz, ich fahr nur kurz zum Pferd", ist wohl die Lüge, die ein Reiter am häufigsten von sich gibt. Die Wahrheit: Wir fahren nie, wirklich nie "nur mal kurz" zum Pferd. Allzu oft fahren wir auch wieder nach Hause ohne überhaupt im Sattel gesessen zu sein. Es gibt einfach zu viele Dinge, die einen aufhalten: Kaffee trinken zum Beispiel. Dabei wird sich rege mit der Stallgemeinschaft ausgetauscht (weil das die einzigen Menschen sind, denen die Pferde-Gespräche nie zu den Ohren raushängen). Sollte man sein Pferd dann doch erreichen, folgt meist ein ausgiebiges Putzen, Füttern und Kuscheln. Mit einem "Jetzt lohnt es sich auch nicht mehr" verabschiedet man sich dann häufig wieder von seinem Vierbeiner. Es sind ja schließlich schon einige Stunden vergangen. Man verbringt also fast jede freie Minute bei seinem Pferd, auch wenn man nur einen Bruchteil der Zeit das tut, wozu man es sich angeschafft hat: Reiten.

Zeitaufwand

Auch beim Lernen darf das Pferd nicht fehlen. - Yvonne Obermüller Fotografie


4. Training

Während man sich in anderen Sportarten meist über den eigenen Trainingsfortschritt unterhält, steht im Reitsport hingegen das Pferd im Vordergrund. Genauestens wird der Muskelaufbau des Vierbeiners analysiert und an Trainings- und Ernährungsplänen gefeilt. Sollte man sich selbst auch mal zum Reiten motiviert haben, heißt das noch lange nicht, dass der vierbeinige Teampartner damit einverstanden ist. Schon beim Putzen und Satteln können sie einem verständlich machen, dass heute gegeneinander und nicht miteinander gearbeitet wird. Tolle Aussichten. Sitzt man dann im Sattel kommt es darauf an, ob das Pferd heute Lust hat mitzuarbeiten oder einen dafür bestrafen wird, dass es von seiner geliebten Koppel getrennt wurde. Im Reitsport muss also nicht nur der eigene, sondern auch der Schweinehund des Pferdes überwunden werden. Umso wichtiger ist zum Beispiel ein langer Ausritt zwischendrin, um seinen Vierbeiner wieder gnädig zu stimmen.

Training

Lange Ausritte dürfen im Trainingsplan natürlich nicht fehlen. - Yvonne Obermüller Fotografie


Ich hoffe die Eigenheiten des Reitsports sind deutlich geworden und brachten euch ein wenig zum Schmunzeln.

Viele Grüße von eurer Sportsfreundin Melanie!






 

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