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26.01.2016  |  10:00 Uhr

Die perfekte Verbindung aus vielen Sportarten

Im Interview mit der ehemaligen Voltigiererin Stephanie Ostermaier

von Carina Kneißle

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Beim Voltigieren braucht man unter anderem viel Kraft und Körperspannung

Beim Voltigieren braucht man unter anderem viel Kraft und Körperspannung | Stephanie Ostermaier

Beim Voltigieren braucht man unter anderem viel Kraft und Körperspannung - Stephanie Ostermaier


Bei Pferdesport denkt man meist nur an Reiten, aber es gibt noch ganz andere Kategorien, die sehenswert sind, zum Beispiel Voltigieren. Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie Bogenschlag. Der Ursprung des Sports liegt in der Kavallerie, wo es Teil der Ausbildung war, um Gleichgewicht oder Beweglichkeit der Soldaten zu schulen. Es gab auch Wettbewerbe, allerdings war das Niveau ein ganz anderes als heute. Voltigieren ist so professionell wie nie, wie uns die 19-jährige Stephanie Ostermaier zeigt. Die Studentin für Staatswissenschaften hat zwölf Jahre lang erfolgreich voltigiert, dann aber unter anderem wegen des Studiums aufgehört. Uns hat sie das Voltigieren vorgestellt und erklärt, was sie daran so fasziniert.

Was genau ist eigentlich Voltigieren?
Beim Voltigieren führt man eine Turn- und Akrobatikchoreografie auf einem Pferd aus, das an einer Longe geführt wird. Zur Ausrüstung gehört ein Pad auf dem Rücken des Pferdes, um die Bewegungen der Voltigierer abzufedern, und Griffe zum festhalten. Je nach Teamgröße turnen zwischen einer und drei Personen gleichzeitig auf dem Pferd. Es wird unterschieden in heilpädagogisches Voltigieren, Breitensport und Leistungssport, was ich gemacht habe.

Den Pas-de-deux turnt Stephanie (oben) zusammen mit einer Partnerin

Den Pas-de-deux turnt Stephanie (oben) zusammen mit einer Partnerin | Stephanie Ostermaier

Den Pas-de-deux turnt Stephanie (oben) zusammen mit einer Partnerin - Stephanie Ostermaier


Welche Teamgrößen gibt es denn?
Voltigieren ist immer ein Teamsport. Man braucht einen Longenführer, der das Pferd steuert, und natürlich ein Pferd. Nur die Anzahl der Voltigierer variiert. Beim Einzelvoltigieren ist man zu dritt: Voltigierer, Longenführer, Pferd. Beim Pas-de-deux sind es dann eben zwei Voltigierer, bei Gruppenperformances sogar sechs. Besonders bei einem so großen Team kann die Alterspanne schon mal einige Jahre betragen. Das hängt damit zusammen, dass man für die akrobatischen Elemente unterschiedliche Größen benötigt. Es gibt Heber, die etwas älter und deshalb stark genug sind, um die Obermänner auf ihren Schultern oder Händen zu tragen. Die Obermänner sind meistens die Jüngsten im Team.

Wie läuft das Training ab und wie oft und lange hast du trainiert?
Ich habe vier oder fünf Mal die Woche für etwa vier oder fünf Stunden trainiert, wobei da das zusätzliche Training schon einberechnet ist. Es gehört nämlich auch dazu, dass man zum Beispiel Ausdauer- oder Krafttraining macht. Außerdem hatte ich neben dem Voltigieren auch Tanz-, Turn- und Akrobatikeinheiten. Zuerst wird die Technik am Boden oder Holzpferd geübt. Mittlerweile gibt es sogar Holzpferde, die sich bewegen, was natürlich dabei hilft, sich an die späteren Bewegungen des Pferdes zu gewöhnen. Erst dann trainiert man mit Pferd. Weil man im Winter keine Turniere hat, studiert man da meist eine neue Kür ein, überlegt sich also, welche Musik und Elemente man turnen möchte und stimmt alles aufeinander ab. Natürlich muss auch das Pferd trainiert werden. Es braucht beispielsweise ebenso Ausdauer und Kraft und muss mit den Elementen der Kür vertraut gemacht werden, wie die Voltigierer auch.

Hier könnt ihr euch mal die Kür des VV Ingelsberg für die Deutschen Meisterschaften 2014 anschauen, bevor ihr dann erfahrt, wie viel hartes Training eigentlich darin steckt:

Wie lange muss man trainieren, bis eine Übung oder Choreo so perfekt sitzt?
Das ist immer unterschiedlich. Als Anfänger trainiert man leichte Übungen im Schritt. Erst im Laufe der Zeit geht man in den Galopp über. Das kostet Überwindung, aber man merkt schnell, dass man den Schwung des Pferdes gut nutzen kann. Dann werden die Elemente auch dynamischer. Trotzdem gilt: Voltigieren klappt nur, wenn man mit dem Pferd zusammenarbeitet und sich darauf einlässt. Außerdem muss man als Gruppe funktionieren und bedenken, dass jeder - egal ob Voltigierer oder Pferd - auch mal Fehler machen kann. Bis eine komplette Kür steht, können also schon mal Wochen oder Monate vergehen.

Mit dem Juniorenteam des VV Ingelsberg hat Stephanie (oben rechts) viele Wettbewerbe gewonnen

Mit dem Juniorenteam des VV Ingelsberg hat Stephanie (oben rechts) viele Wettbewerbe gewonnen | Stephanie Ostermaier

Mit dem Juniorenteam des VV Ingelsberg hat Stephanie (oben rechts) viele Wettbewerbe gewonnen - Stephanie Ostermaier


Wie professionell hast du das Voltigieren denn betrieben?
Als Mitglied beim Voltigierverein Ingelsberg habe ich an sehr vielen Wettkämpfen teilgenommen. Der Verein beheimatet seit 2013 auch das Landesleistungszentrum Voltigieren Bayern und hat neben Einzelvoltigierern auch zehn Turniergruppen. Im Team bin ich unter anderem Deuscher und Europameister geworden, alleine habe ich bei der Deutschen Meisterschaft Bronze geholt. Neben Wettkämpfen haben wir auch an Shows teilgenommen, zum Beispiel war mein ehemaliges Team letzte Weihnachten in Passau beim Adventszauber über Gut Aichet.

Was macht für dich den Sport Voltigieren besonders aus?
Zum einen, dass es ein vielseitiger Sport ist, der eine große Bandbreite an Sportarten abdeckt. Zum anderen auch der Moment, in dem man eine Kür genau so zeigen konnte, wie man es sich erhofft hat, also für sein hartes Training belohnt und vielleicht sogar ausgezeichnet wird. Natürlich gibt es auch Verletzungen oder Enttäuschungen über die eigene Leistung, aber alles in allem kann ich sagen, dass der Sport mir nicht nur etliche schöne Erinnerungen beschert, sondern auch mich in vielen Bereichen sehr geprägt hat.

Falls ihr jetzt auch Lust habt, euch am Voltigieren zu probieren, hat Stephanie noch einen Tipp für euch: "Es ist eigentlich überhaupt kein Problem, wenn man erst anfängt, wenn man schon älter ist. Spaß macht es ja in jedem Alter. Und wenn man dann noch ein paar turnerische Kenntnisse mitbringt, kann man auch später noch super in den Sport reinfinden". Die nächste Anlaufstelle hier in der Umgebung ist der Voltigierverein Passau. Also rauf aufs Pferd und nichts wie los!






 

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