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Passau  |  26.06.2016  |  14:09 Uhr

Kunst, die unter die Haut geht

Aus dem Alltag einer Tätowiererin

von Anna Maucher

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Das Logo des "Desire Tattoo"

Das Logo des "Desire Tattoo" | Anke Ratzinger

Das Logo des "Desire Tattoo" - Anke Ratzinger


Über 8 Millionen Menschen in Deutschland sind tätowiert. Fast jeder vierte junge Erwachsene hat sich hier schon unter die Nadel gelegt, dabei ist der Anteil der tätowierten Frauen höher als der der Männer. Die Gründe, sich ein Tattoo zuzulegen, sind vielfältig: Eine besondere Bedeutung, aus rein ästhetischem Interesse oder manchmal sogar einfach als Ergebnis einer durchzechten Nacht. Erinnerungen, die die eigene Haut schmücken - dieser Trend scheint nie aus der Mode zu kommen.
Tattoos werden häufig als Körperkunst bezeichnet, also sind Tätowierer doch eigentlich Künstler. Körperkünstler. Anke Ratzinger, Inhabern des "Desire Tattoo"-Studios in Passau, ist eine von ihnen. Doch wie kommt man eigentlich zu diesem "Künstlerleben"? Und was muss man dafür tun? Das hat sie uns am Samstag in ihrem Studio erzählt und dafür sogar kurz ihre Nadel weggelegt.

"Es gibt eigentlich keine offizielle Ausbildung zum Tätowierer", erklärt uns Anke. Einige Studios würden zwar Tätowierer ausbilden, aber es bräuchte wirklich viel Glück, so eines zu finden. "Das Meiste muss man sich einfach selbst beibringen."
Auch das Rollenbild in diesem Beruf hat sich stark gewandelt. "Es gibt inzwischen sehr viele Frauen, die tätowieren", sagt Anke. "Und ich hatte noch nie Schwierigkeiten oder Anfeindungen deswegen. Es ist heute einfach ganz normal, dass Frauen an der Nadel sitzen."
Natürlich gehören zu einem Herzblut-Tätowierer auch eigene Tattoos. "Mein erstes Tattoo waren Sterne, das absolute Beginner-Tattoo", lacht Anke. "Wenn man nicht weiß, was man machen soll, macht man halt einfach Sterne." An ihrem Oberarm sieht man schon die Umrisse eines neuen Tattoos, das bis zu ihrem Schlüsselbein führt, wo die besagten Sterne überstochen werden sollen. Die Motivwahl ist eben das A und O bei der Entscheidung für ein Tattoo - schließlich bleibt es ja für die Ewigkeit. Oder, in Ankes Fall, bis es überstochen wird.

Motivbeispiel: Fanliebe, die unter die Haut geht

Motivbeispiel: Fanliebe, die unter die Haut geht | Anna Maucher

Motivbeispiel: Fanliebe, die unter die Haut geht - Anna Maucher


Seit ungefähr sieben Jahren ist Anke schon Tätowiererin. 2012 eröffnete sie ihr erstes eigenes Studio, das "Desire Tattoo" in Passau. Doch leider machte ihr das Hochwasser 2013 einen Strich durch die Rechnung - das Studio war komplett zerstört. Danach war Anke mit ihrem "Desire Tattoo" erstmal für ein halbes Jahr in Siófok in Ungarn. Mit neuer Energie und frischen Ideen machte sie sich nach ihrer Rückkehr an die Wiedereröffnung ihres Studios in Passau, dieses Mal in der Nibelungenstraße.
Und wie sieht es mit der Heimatliebe der gebürtigen Passauerin aus? "Früher wollt ich eigentlich immer weg aus Passau", lacht sie. "Aber nach dem halben Jahr in Ungarn habe ich dann gemerkt: Ich freue mich wieder auf daheim. Und jetzt will auch hierbleiben."

Die Facebook-Seite "Tattoofrei - Es ist schön, keine Tattoos zu haben"

Die Facebook-Seite "Tattoofrei - Es ist schön, keine Tattoos zu haben" | https://www.facebook.com/Keinetattoos/info/?entry_point=page_nav_about_item&tab=page_info

Die Facebook-Seite "Tattoofrei - Es ist schön, keine Tattoos zu haben" - https://www.facebook.com/Keinetattoos/info/?entry_point=page_nav_about_item&tab=page_info


 Sticht man sich als Tätowierer eigentlich auch selbst Tattoos? "Ich habe mir auch schon selbst welche gestochen, aber das mach' ich ehrlich gesagt nicht so gerne", verrät uns Anke. Denn das täte ihrer Meinung nach erstens mehr weh und zweitens ist es auch sehr unbequem und man hat oft nur eine Hand frei.
Da gibt es noch eine Sache, die mich interessiert. Auf Facebook findet man die Seite "Tattoofrei - Es ist schön, keine Tattoos zu haben", die mit lustigen Sprüchen für sogenannte "Reinhäuter" kämpft und Tätowierte als Kriminelle und Asoziale darstellt. Alles rein satirisch natürlich. Was sagt Anke zu den Sprüchen dieser Seite? "Ich finde das unglaublich witzig. Aber eigentlich ist die Tatsache witziger, dass es wirklich Menschen gibt, die das ernst nehmen und sich darüber aufregen. Ich könnte einfach stundenlang die Kommentare lesen."
Viele Menschen hätten gerne ein Tattoo, haben aber große Angst vor den Schmerzen beim Stechen. Denn eines muss klar sein: Sich ein Tattoo stechen zu lassen, tut nun mal weh. Das sagt auch Anke.

Der Wartebereich des "Desire Tattoo"

Der Wartebereich des "Desire Tattoo" | Anna Maucher

Der Wartebereich des "Desire Tattoo" - Anna Maucher


Anke lebt für ihren Job und das merkt man ihr auch an. Wer also noch ein bisschen Geld übrig hat und zu seiner Liebe zum Recycling stehen will, kann sich gerne bei ihr beraten lassen. Oder wie wäre es mit der Passauer Skyline? Das würde euch auch auf der Haut zu einem echten HUMANOFPASSAU machen. Und dann stehen wir vielleicht bald auf eurer Matte. Bis zum nächsten Mal!

Eure Anna






 

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