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Uni Passau  |  19.01.2017  |  20:00 Uhr

Comedians als Dozenten

von Bernhard Brunner

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Lehre und Lachen liegen stets eng beisammen, wenn es an der Universität heißt: "Comedy Camp". Wen wundert‘s, denn die zwei TV-bekannten Comedians Dennie Klose und Thilo Henrik Schrödel führen Regie bei diesem Praxis-Seminar mit dem Untertitel "Von der Idee zum Format". Doch neben viel Spaß geht es um den Ernst der Sache mit dem Ziel, einen sendetauglichen Demo-Clip zu produzieren. "Die Studierenden sammeln hier wirklich Dreh-Erfahrung", betont Klose.

Nein, das ist keine Sequenz aus "Uups! – Die Pannenshow" auf Super RTL, die Klose seit 2005 moderiert: Obwohl im Text für die Sauna-Szene "Terror" als Stichwort vorgegeben ist, bei dem im fiktiven Geheimdienst nach Big-Brother-Manier die Alarmglocken schrillen, erzählt einer der Akteure vom "Stress", den seine Freundin mache. "Stopp", schallt es prompt aus dem Regie-Raum, verbunden mit der Anweisung: "Das muss ‚Terror‘ heißen. Nochmal." Aufnahme läuft – nicht lange, denn eine ohrenbetäubende Rückkopplung übertönt die Geräuschkulisse im Studio.

Der dritte Anlauf klappt mit Textsicherheit und ohne Technik-Problem. Doch es wird weiter gefeilt und gefeilt. Zum Glück spielt sich das Ganze nicht in einer echten Sauna ab, sondern im virtuellen Studio mit Greenbox-Technik (früher Bluebox). Öl und Wasser aus der Sprühflasche auf der Haut der Schauspieler simulieren nur den Schweiß. Und doch kommen alle allmählich irgendwie ins Schwitzen.

"Die Besetzung ist wie in einem richtigen Produktionsteam", erklärt Dennie Klose. Neben der Rolle des Dozenten beim "hitzigen" Dreh mimt er den leicht durchgeknallten Saunameister, der zu der über Lautsprecher verkündeten Themenwoche "Disco" neben Wasser für den Aufguss auch noch einen Ghettoblaster mitbringt, das Gerät auf den Oberschenkeln der beiden Gäste abstellt und plötzlich wild zu tanzen anfängt. "Schnitt", heißt es aus der Regie, die sich erst nach mehreren Wiederholungen zufrieden zeigt – nicht ohne sich zwischendurch heftig auf die Schenkel geklopft zu haben.

Weitaus weniger lustig ging es tags zuvor beim Außendreh an einer Tankstelle und einer Bushaltestelle zu. Nicht Text und Handlung waren die Spaßbremsen, sondern Minustemperaturen und Schneegestöber. Doch die Studierenden des Masterstudiengangs Medien und Kommunikation machten sich mit Feuereifer ans Werk. Dozent Klose ist begeistert von der Begeisterung: "Es macht Spaß zu sehen, wieviel Potenzial in ihnen steckt." Zugleich erfährt die Gruppe nach seinen Worten, "dass das alles knallharte Arbeit ist." Sie erleben laut Klose den kompletten Entstehungsprozess eines Clips vom Anfang bis zum Ende.

Die Faszination bei den Comedy Camp-Teilnehmern ist grenzenlos. "Denen gefällt das. Sie arbeiten auch mal zehn Stunden am Stück und länger", weiß Dennie Klose aus neunjähriger Erfahrung als Leiter dieser Seminare. Er kann sich an Kurse erinnern, in denen die Studierenden die ganze Nacht hindurch geschnitten haben. Der Comedian freut sich besonders darüber, bei dieser Gelegenheit die eigene Begeisterung für Comedy weitergeben zu können und zugleich an den zwei Workshop-Wochenenden aus jungen Leuten Talente hervorzukitzeln.

"Die lernen echt viel – unter anderem, Gags zu schreiben", unterstreicht Klose, der selbst als Textautor aktiv ist. "Comedy funktioniert ganz einfach, auch in der Werbung", sagt Thilo Henrik Schrödel, der hauptberuflich bei einem Pay-TV-Sender mit Sitz in Unterföhring bei München arbeitet. Dank enger Kontakte der beiden zu diversen Sendern und Produktionsfirmen besteht die Möglichkeit, die Demo-Clips der Studierenden auch zu veröffentlichen.

Voll des Lobes sind Klose und Schrödel auch für die technische Ausstattung am Zentrum für IT und Medienmanagement der Uni am Inn, wo sie vom Technischen Mitarbeiter Fritz Pflugbeil bestens betreut werden. "Alles top", schwärmen sie. Das Equipment an der Ludwig-Maximilian-Universität in München könne da keineswegs mithalten. "Im Vergleich zu Passau ist das dort Mittelalter", bekunden die Dozenten.






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