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Passau  |  03.02.2016  |  13:21 Uhr

Silicon Valley als Vorbild für niederbayerische Forscher

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München/Passau. Bayern soll ein weltweit führender Standort für Digitales werden. Dazu wird das schnelle Internet ausgebaut und im Freistaat sollen die Kompetenzen für digitale Inhalte gefördert werden. München hat deshalb mit Millionenaufwand ein digitales Gründerzentrum bekommen, das "Werk1". Im Interview mit der PNP fordert der Passauer Abgeordnete und MdL Gerhard Waschler (CSU) ein solches Werk auch für Niederbayern und dass die niederbayerischen Hochschulen ein Netzwerk für digitale Gründungen bilden sollen.

Ist das "Werk1" wieder nur eine Veranstaltung für die Metropolregion? Wie profitiert unsere Region davon?

Gerhard Waschler: Die für den Ausbau digitaler Kompetenzen zuständige bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat im Plenum des Landtags angekündigt, dass in jedem Regierungsbezirk Startup-Gründerzentren für Digitalisierung entstehen. Wenn München ein "Werk1" bekommt, dann wollen wir in unserer Region so etwas wie ein "Werk2" haben – denn nicht nur in München, sondern auch bei uns gibt es junge Menschen mit tollen digitalen Geschäftsideen, die aber für die Gründung eines Unternehmens eine besondere Gründungsberatung brauchen, nämlich technologische Unterstützung, preiswerte Büroflächen und Gemeinschaftsräume, wo sich junge digitale Gründer austauschen und Ideen entwickeln können. Digitale Labors, sozusagen. Denn die digitale Szene funktioniert nach besonderen Spielregeln, wenn man erfolgreich sein will. Dass ein solches Gründerzentrum gut in die Region Passau passen würde, haben wir, mein Abgeordneten-Kollege Walter Taubeneder und ich, der Ministerin in einem Brief auch angekündigt. Natürlich macht es Sinn, eine solche Einrichtung in der Nähe von Universitäten und Hochschulen zu haben, denn genau dort sind die jungen Leute. Und in einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums steht, dass Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung "ein breites Netzwerk bestehend u.a. aus Hochschulen, etablierten Unternehmen, Kapitalgebern und Existenzgründern" sei.

Und wo soll dieses "Werk2" entstehen?

Waschler: Mir wäre es als Passauer Abgeordnetem natürlich am liebsten, wenn die Region Passau federführend wäre. Die Universität Passau hat zweifellos bereits jetzt ausgesprochen hohe IT-Kompetenzen und nachweisbare Erfahrungen mit Ausgründungen. Aber Niederbayern ist räumlich groß – und es gibt weitere hervorragende Hochschulen, etwa Deggendorf und Landshut sowie den Wissenschaftsstandort Straubing. Statt nun einen Streit um den einen niederbayerischen Standort auszufechten, wo es am Ende einen Gewinner und mehrere Verlierer gibt, könnten wir in eine andere Richtung gehen: Die niederbayerischen Hochschulen sollen ein Netzwerk für digitale Gründungen bilden, alle bringen sich mit ihren jeweiligen IT-Kompetenzen ein und bieten so jungen digitalen Gründern die einmalige Chance, auf deutlich mehr technologische und wissenschaftliche Ressourcen zurückgreifen zu können. Das Silicon Valley in Kalifornien ist ja der Inbegriff einer digitalen Szene. Ich war dort und habe mir das angeschaut: Die Unternehmen sind über einen großen Landstrich verteilt – die sitzen nicht alle auf zwei, drei Quadratkilometern beisammen, leiden dort zwar unter den extrem hohen Miet- und Grundstückskosten, sind aber dennoch u.a. auf Grund bester digitaler Vernetzung und großer Gründungs- bzw. Investitionsfreudigkeit der Unternehmen sehr erfolgreich.

Was heißt das für Niederbayern konkret?

Waschler: Wir können das Silicon Valley nicht kopieren, aber wir können kapieren, warum es funktioniert. Ideal wäre deshalb eine Verbundlösung in Niederbayern: Mit der wissenschaftlichen Kompetenz im Fachgebiet Informationstechnologie/Digitalisierung an der Uni Passau sowie den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deggendorf und Landshut. Ganz nach dem Muster des bereits bestehenden Forschungsverbunds INDIGO, in dem bereits jetzt zahlreiche ostbayerische Hochschulen gemeinsam über Digitales forschen. Diese Lösung scheint bei den Fachleuten

Hochschulen sollen sich vernetzen hohe Akzeptanz zu finden. Zumal auch der Wissenschaftsstandort Straubing hierbei nicht vergessen würde: Er könnte inhaltlich eine enge Anbindung an die HAW Deggendorf bekommen. Was auch in Ordnung wäre, weil Straubing nach Auskunft von Experten mit dem Schwerpunkt nachwachsende Rohstoffe insgesamt einen etwas anders gelagerten Schwerpunkte in der Forschung hat.

Interview: Alexander Kain

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