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Uni Passau  |  01.02.2018  |  13:18 Uhr

Podiumsdiskussion des Graduiertenzentrums

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Was bedeutet die Förderung der Tenure-Track-Professur für das deutsche Wissenschaftssystem? Kann die flächendeckende Einführung dieser Professuren Deutschland im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähiger machen? Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich eine Podiumsdiskussion des Graduiertenzentrums.
Prof. Dr. Christian Laschewski (Universität der Bundeswehr München), Prof. Dr. Tassilo Schmitt (Universität Bremen) sowie Prof. Dr. Malte Rehbein und Doktorandin Amelie Zimmermann (beide Universität Passau) diskutierten vor und mit den rund 60 Zuhörern aus Professorenschaft, wissenschaftlichem Nachwuchs und wissenschaftsunter-stützendem Personal. Eröffnet wurde der Abend durch Prof. Dr. Harald Kosch, Vizepräsident für Akademische Infrastruktur/IT.

Eine Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen mehrjährigen "Bewährungsphase" an einer Hochschule den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor. Dieser Karriereweg ist neben dem üblichen Berufungsverfahren nach Abschluss der Habilitation auf eine Lebenszeitprofessur in der deutschen Hochschullandschaft noch wenig verankert. Bis 2032 wollen Bund und Länder mit ihrem Tenure-Track-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bundesweit insgesamt 1000 zusätzliche Professuren finanzieren, knapp die Hälfte davon wurde in einer ersten Bewilligungsrunde 2017 vergeben. Neben der dauerhaften Etablierung des Tenure-Track-Modells in Deutschland zielt das Programm darauf ab, einen Kulturwandel an den Universitäten herbeizuführen, um die Struktur des wissenschaftlichen Personals so weiterzuentwickeln, dass sie den neuen Karriereweg optimal ergänzt.
Die Teilnehmer der Diskussionsrunde bewerteten laut einer Pressemitteilung der Universität vor allem die Transparenz und Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft sowie die internationale Vergleichbarkeit der Qualifikation durch Tenure Track positiv – es sei "das beste Modell", sofern es durchdacht umgesetzt werde, war sich das Podium einig. Dem entgegen sei die Frage gestanden, ob und in welcher Weise das Tenure-Track-Modell auf das deutsche Hochschulsystem übertragbar ist. Die Umstellung und Etablierung eines neuen Systems sowie die mehrjährige Bewährungsphase bedürften nicht nur einer langen Vorlaufzeit, sondern auch der Bereitschaft seitens der Fakultäten und Universitäten, eine begleitende Infrastruktur – wie z.B. Mentoring-Programme und Angebote zur Personalentwicklung für junge Professoren – aufzubauen.
Tassilo Schmitt berichtete in diesem Zusammengang von den Erfahrungen der Universität Bremen, die 2001 als erste deutsche Universität Tenure Track für Juniorprofessuren eingeführt hat. Sein Fazit: Mit entsprechender Vorbereitung, guter Betreuung, Coaching und einer Fakultätskultur, die gegenüber Tenure Track positiv gestimmt sei, könne dieses Modell ein Gewinn sein. Der Dialog innerhalb der Fakultäten sowie der Austausch zwischen Fakultäten und Universitätsleitung spiele hier, so Schmitt, eine entscheidende Rolle. Dies erfordere zwar eine relativ lange Vorlaufzeit, die jedoch gut investiert sei.
Universitätspräsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth kündigte laut Pressemitteilung an, in Zukunft eine ganze Reihe der Lehrstühle und Professuren, die zur Wiederbesetzung anstehen, mit einer Tenure-Track-Option ausschreiben, um die Nachwuchsförderung an der Universität Passau in diesem Sinne weiterzuentwickeln. − red






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