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Pfarrkirchen  |  06.09.2017  |  06:58 Uhr

Probleme in den Containern: Wie laut dürfen die Studenten sein?

von Magdalena Naporra

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Pfarrkirchen. "Eine Wohnung haben, sich wohlfühlen, dann läuft es auch mit dem Studium", weiß Prof. Dr. Horst Kunhardt, Leiter des European Campus Rottal-Inn. Auf diesem Weg will er auch seine Studenten wissen. Allerdings steckt der Wandel Pfarrkirchens zur internationalen Studentenstadt noch in der Anfangsphase. Und so gibt es auch ab und zu Ärger.

Gerade sind Semesterferien, die meisten Studenten sind nicht mehr in Pfarrkirchen, in ihre Heimat zurückgekehrt, im Urlaub oder andernorts mit Ferienarbeit und Praktika beschäftigt. Trotzdem kümmern sich einige bereits wieder um einen reibungslosen Start ins nächste Semester.

Größte Ruhestörer vor die Tür gesetztDoch die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt macht es den Studierenden nicht leicht, ein passendes Angebot für sich zu finden. Ein wenig Abhilfe hat die Stadt mit 24 Einheiten in den Wohncontainern an der Peter-Adam-Straße geschaffen. Die Nachfrage ist da, alle Räume sind vergeben. "Das läuft wie bei einem privaten Vermieter. Ich bin froh, dass es diese Container gibt, denn viele ausländische Studenten haben keinen Kontakt zum hiesigen Wohnungsmarkt", sagt Kunhardt.

Unter den Anwohnern scheint man jedoch weniger erfreut über die neuen Nachbarn. Mehrfach wurde wegen der Lautstärke die Polizei gerufen. "Es gab zahlreiche Lärmbelästigungen bis tief in die Nacht", sagt Bürgermeister Wolfgang Beißmann. "Mehrfach auch bis weit nach Mitternacht." Die Stadt reagierte und setzte die zwei größten vermeintlichen Ruhestörer nach mehreren Verwarnungen, die unter anderem auch über die Hochschule übermittelt wurden, jedoch keine Besserung brachten, vor die Tür. "In der Situation musste man tätig werden. Wir haben viele Gespräche, unter anderem auch mit einem studentischen Ansprechpartner, geführt − und nichts erreicht." Leider gebe es immer einige wenige, die sich nicht an die Regeln halten. "Das ist aber beileibe nicht repräsentativ für unsere Studierenden, die nicht darunter leiden sollen. Da waren wir gezwungen zu handeln", so Beißmann. Schließlich wolle man dort eine gute Nachbarschaft.

Von den betroffenen Studenten wird die Lage jedoch anders beschrieben. Zwei- oder dreimal sei es richtig laut gewesen, allerdings höchstens bis Mitternacht. In den Containern sei es besonders bei den sommerlichen Temperaturen stickig, man müsse, auch während man fernschaue, mal lüften können. Zudem sei die Polizei sogar gerufen worden, als keiner der Studenten zuhause gewesen sei. Und eine vorherige Abmahnung habe man vor den Kündigungen nicht zu Gesicht bekommen.

Ein Bewohner der Container merkt an, dass selbst Gespräche in normaler Lautstärke draußen vor den Wohneinheiten noch 50 Meter weiter auf der Peter-Adam-Straße gut vernehmbar seien. Es gäbe nirgendwo natürliche Schalldämpfer, die Metallcontainer würden wie Verstärker wirken. Dass die Nachbarn zumindest während des Semesters nicht die gleiche Ruhe wie vor der Zeit der Container erwarten könnten, wäre da offensichtlich.

Dass es klärende Gespräche über die Lautstärke mit der Stadt gegeben hat, bestätigt aber auch Kunhardt: "Die Probleme mit der Lärmbelästigung sind immer punktuell", so Kunhardt. Gerade zu Semesterende nach den anstrengenden Prüfungen wären die Studenten etwas ausgelassener gewesen.

Die Hochschule bemühe sich aber insbesondere ihre internationalen Studenten gut auf das Leben in Rottal-Inn vorzubereiten. Ein Buddy-System bringt ausländische und deutsche Studierende zusammen, um etwa Behördengänge zu erleichtern. Weiter gebe es regelmäßige Infoveranstaltungen und das International Office sei immer zur Stelle, wenn es Fragen gebe. Zudem bietet die Hochschule interkulturelles Training an. "Der studentische Verein RESP.e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihnen den Einstieg zu erleichtern", sagt Kunhardt.

Trotzdem gebe er zu, dass es künftig noch einige Schwierigkeiten geben könne, denn eine Studentenstadt wie Deggendorf oder Passau werde Pfarrkirchen nicht über Nacht und auch nicht in einem Jahr.






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