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Passau  |  13.06.2017  |  11:30 Uhr

Polizisten führen Studenten aus dem Audimax der Uni Passau + Video

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Eine Podiumsdiskussion an der Universität Passau ist am Montagabend durch eine kleine Gruppe Studenten gestört worden. Sieben Studenten erhielten vom Kanzler Achim Dilling ein Hausverbot und mussten von Beamten der Passauer Polizei aus dem Audimax gebracht werden. Mit einer Verzögerung von etwa einer halben Stunde, konnte die Diskussion zum Thema "Die 4. Gewalt - Die Macht der Medien" dann ohne weitere Störungen fortgesetzt werden. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Passauer Politiktage, die unter dem Motto "Quo vadis Deutschland" im Zeitraum vom 5. bis 15. Juni 2017 an der Uni durchgeführt wird, statt. Für Montag war ein Politiker des extrem rechten Spektrums der AfD - Stefan Möller - zu Gast bei den Passauer Politiktagen. (Zur Fotostrecke)

Dass sich die Universität auf Störer eingestellt hatte, war am Montagabend von Beginn an sichtbar. "Man rechnet in Passau mit Störern, wenn die AfD eingeladen ist", sagt Pressesprecher Michael Ammerl. Bereits vor der Podiumsdiskussion, zu der Stefan Möller, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, geladen war, standen Polizeiautos vor dem Unigebäude und es waren gut 20 Polizisten vor Ort. Zudem wurden die Taschen der Besucher beim Eingang zum Audimax kontrolliert.

Eine kleine Gruppe von Studenten jubelte und klatschte

Die Veranstaltung begann um 20.15 Uhr und gleich zu Beginn fielen etwa fünf bis zehn der insgesamt 650 Teilnehmer durch massive Störaktionen auf. Eine sachliche Diskussion über Mediengewalt war zunächst nicht möglich. Jedes Mal, wenn der AfD-Politiker das Wort ergriff, begann die kleine Gruppe von Studenten laut zu klatschen und zu jubeln beziehungsweise auf Tische zu hauen. Nach Angaben einer Reporterin vor Ort waren der Veranstalter, die Diskussionteilnehmer und die anderen Studenten sehr enttäuscht, dass die Diskussion hier schon im Keim erstickt wurde. Achim Dilling, Kanzler der Universität Passau, erteilte den Störern schließlich ein Hausverbot. Die Polizei belehrte die Störer und erst nach der Androhung weiterer Maßnahmen verließen diese freiwillig den Veranstaltungsort, nachdem deren Personalien festgestellt worden waren. Die Polizisten brachten die Störer schließlich nach draußen, was die restlichen Studenten mit Beifall begleiteten. Mit einer halben Stunde Verzögerung konnte die Diskussion schließlich störungsfrei geführt werden.

Die Haltung der Universität Passau war eine Klare: "Der Diskurs wird nicht eingestellt," bringt es Universitätspressesprecherin Katrina Jordan auf den Punkt. Im Zweifel muss diese Grundhaltung auch mit Hilfe der Staatsgewalt durchgesetzt werden. Obwohl offiziell keine Gegendemonstration angekündigt war, hatten sich in den sozialen Netzwerken schon vor der Veranstaltungen anonyme Hinweise auf mögliche Störungen gefunden. Ein entsprechendes Sicherheitskonzept mit einem größeren Sicherheitsaufgebot vor Ort waren die Folge. "Die Universität ist froh, dass alles so zügig und unaufgeregt geregelt werden konnte", zeigt sich Jordan erleichtert. − pnp

Im Video klatschen die Studenten, als die Störer den Audimax verlassen (Video: Laura Lugbauer).







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