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Hochschulleben  |  19.11.2014  |  06:05 Uhr

Erstmals staatliche Stipendien für Muslime vergeben

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Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zwischen Bülent Ucar (r.), dem Vorsitzenden der Avicenna-Stiftung, sowie deren Geschäftsführer Mounir Azzaoui und Bernhard Lorentz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Mercator Stiftung. − Foto: dpa

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zwischen Bülent Ucar (r.), dem Vorsitzenden der Avicenna-Stiftung, sowie deren Geschäftsführer Mounir Azzaoui und Bernhard Lorentz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Mercator Stiftung. − Foto: dpa

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zwischen Bülent Ucar (r.), dem Vorsitzenden der Avicenna-Stiftung, sowie deren Geschäftsführer Mounir Azzaoui und Bernhard Lorentz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Mercator Stiftung. − Foto: dpa


Zum ersten Mal sind diese Woche in Berlin 65 muslimische Studierende und Promovierende als Stipendiaten in das Avicenna-Studienwerk aufgenommen worden. Es wurde vor einem halben Jahr mit Sitz in Osnabrück gegründet und ist das jüngste der 13 staatlich geförderten Begabtenförderungswerke in Deutschland. "Das ist ein historischer Schritt und Zeichen der Anerkennung für Muslime in Deutschland", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Thomas Rachel, bei der Aufnahmezeremonie.

Mit der Unterstützung des muslimischen Avicenna-Studienwerkes mache die Bundesregierung deutlich, wie wichtig ihr die Integration sei, sagte Rachel. Die Avicenna-Stiftung ist nach dem persischen Gelehrten Avicenna (980 bis 1037) benannt. Der Islamwissenschaftler Rauf Ceylan wies auf das Bildungspotential unter jungen Muslimen hin. "Immer mehr junge Muslime absolvieren eine gute Schulausbildung", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Avicenna habe es sich zur Aufgabe gemacht, gerade diese Muslime zu fördern. Neben überdurchschnittlichen Leistungen zähle bei der Bewerbung auch gesellschaftliches Engagement.

Das Bundesbildungsministerium unterstützt in Deutschland 13 sogenannte Begabtenförderungswerke, die besonders talentierte Studenten ideell und finanziell fördern. Die Werke sind laut Ministerium Spiegelbild der pluralistischen Gesellschaft und tragen dazu bei, "hoch qualifizierte und verantwortungsbewusste Persönlichkeiten heranzubilden". Neben parteinahen Stiftungen, der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie der Stiftung der Deutschen Wirtschaft gehören zum Kreis der Förderungswerke das katholische Cusanuswerk, das Evangelische Studienwerk Villigst und das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk für jüdische Studenten.

Die Stipendiaten der Förderwerke erhalten abhängig vom Einkommen bis zu 670 Euro im Monat und eine zusätzliche Studienkostenpauschale von 300 Euro. Promovierende erhalten pro Monat bis zu 1150 Euro. Die Förderwerke verfügen zudem über ein breites Netzwerk, auf das die Stipendiaten auch nach ihrem Studium zurückgreifen können. Die Stipendiengelder kommen vom Bundesbildungsministerium. Insgesamt wurden 2013 etwa 25900 Studierende und 4400 Promovierende durch ein Begabtenförderungswerk in ihrer Ausbildung oder wissenschaftlichen Tätigkeit unterstützt. Bis 2018 stellt das Bundesministerium nach eigenen Angaben etwa 10 Millionen Euro für die Stipendien des Avicenna-Studienwerks zur Verfügung. Die Stiftung Mercator unterstützt das Werk in der Aufbauphase mit einer Million Euro. Seit dem Sommersemester 2011 gibt es zudem das "Deutschlandstipendium", das mit 300 Euro im Monat Studenten unterstützt, "deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt". Hier teilen sich Bund und private Stifter die Kosten. − epd/kna






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