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Phänomen Livestreaming  |  14.01.2018  |  10:00 Uhr

Streaming mal anders

von Felix Klingl

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Als wir für unseren Blog einen Namen suchten und der Vorschlag "StreamTeam" aufkam, brachte ich erstmal den Einwand, dass man bei "StreamTeam" doch eher an Livestreams wie zum Beispiel auf Twitch denkt, als direkt an Serien. Also zumindest ich. Und alleine Musik oder YouTube-Videos werden auch gestreamt. Darauf sah man mich erstmal fragend an - "Twitch? Das ist was?". Deswegen soll es heute mal nicht um Serien gehen, sondern um einen anderen Aspekt des Streamings - nämlich Livestreams. Genauer gesagt um Gaming-Livestreams. Was ist Livestreaming in diesem Sinne, wieso war Amazon bereit, 970 Millionen US-Dollar für die Livestreaming-Plattform Twitch auf den Tisch zu legen und welche Streamer sind die eigene Zeit wert?

Was ist Twitch?
Falls man selbst nicht gaming- oder technikaffin ist, wird einem der Name Twitch wohl kaum etwas sagen. Twitch ist eine Plattform vorrangig für Gamer, die ihr Spielerlebnis live online streamen wollen, während andere zuschauen und aktiv daran teilnehmen können. Die Streamer übertragen meistens nicht nur ihr Gameplay, also Bild und Ton des Spiels, sondern auch ihre Stimme, geben Kommentare ab und filmen sich dabei. Dass das den Einen oder Anderen wohl interessiert und begeistert, zeigen die Zahlen.

Wieso schaut man überhaupt Leuten zu, die einfach nur Videospiele spielen? Zum einen kann man den Besten der Besten über die Schulter schauen und sich den ein oder anderen Trick abschauen oder sich Tipps holen. Es streamen nämlich nicht nur Leute, die schon unzählige Stunden in ihr Lieblingsspiel steckten und dementsprechend gut darin sind, sondern auch Profi-Gamer, die zu den aller Besten in ihrem Spiel zählen und mit Esports ihren Lebensunterhalt verdienen.

Zum anderen möchte man hin und wieder einfach nur eine Hilfe bei der Kaufentscheidung eines neuen Spiels, das eben erschienen ist. Bevor man 60 Euro zum Fenster hinauswirft, schaut man sich am Erscheinungstag lieber erstmal in einem Stream an, ob das Spiel einem überhaupt gefällt. Am wichtigsten ist aber wohl der Aspekt der Unterhaltung. Manche Streamer begeistern einfach durch ihre sympathische und unterhaltsame Persönlichkeit. Streams eignen sich auch perfekt dafür, wenn man leichtere Unterhaltung für nebenbei und nicht seine volle Aufmerksamkeit einem Film oder einer Serie schenken möchte.

Mehr als nur ein Video
Twitch beziehungsweise Gaming-Livestreams sind allerdings mehr als nur bloßes Zuschauen. Die Möglichkeit über den integrierten Live-Chat ermöglicht zwischen Streamer und Zuschauern Interaktion. Streamer lesen den Chat mit und können darauf eingehen. Dem Streamer können Tipps, Anregungen und direktes Feedback gegeben werden. Geschichten, eigene Erfahrungen werden erzählt oder ein "Gespräch" zwischen Streamer und Chat kann sich entwickeln. Da man den Streamer sieht, hört und Interaktion möglich ist, wird die Person greifbar und persönlicher. Es baut sich eine Community, eine Art Fangemeinde um den Streamer auf und auch die Zuschauer, die sich aktiv am Chat beteiligen, kennt nicht nur der Streamer, sondern sie kennen sich auch untereinander. Damit nichts aus dem Ruder läuft, gibt es vom Streamer ausgewählte Moderatoren, die den Chat im Zaum halten ‚dürfen‘.

Hierin liegt auch der entscheidende Unterschied zu Let's Plays auf YouTube. In beiden Fällen wird zwar das Spielerlebnis aufgenommen, bei Let's Plays ist jedoch keinerlei Interaktion möglich und die Aufzeichnungen können vor der Veröffentlichung bearbeitet werden. Livestreams sind einfach authentischer. Was live nun einmal passiert ist, kann nicht einfach rausgeschnitten werden und aus welchen Gründen auch immer sieht man Dinge einfach lieber live als aufgezeichnet. Wer einen Livestream verpasst hat, kann ihn in der Regel dennoch als Video-on-Demand nachholen.

Warum streamen Leute?

Livestreamen an sich ist kinderleicht. Man downloadet ein Programm wie Open Broadcaster Software, erstellt sich einen Account auf einer Livestreaming-Plattform und es kann quasi direkt losgehen –  falls der eigene Internetanschluss schnell genug ist, was in Deutschland leider noch keine Selbstverständlichkeit ist. In den meisten Fällen ging es aus Spaß an der Sache los. Manche Leute teilen ihr Gameplay gerne mit der Welt und mögen es mit fremden Menschen aus der ganzen Welt zu interagieren und sich mit ihnen zu unterhalten. Bei einigen wurde das Hobby Livestreaming zum Beruf. Auf Twitch kann man den Kanal eines Livestreamers ab fünf US-Dollar abonnieren, wovon mindestens die Hälfte an den Streamer und der Rest an Twitch geht. Im Gegenzug gibt es als kleines Dankeschön Emotes für den Chat, die vom Streamer erstellt wurden. Zusätzlich kann Werbung geschalten werden und wem es Wert ist, kann dem Streamer eine kleine Spende hinterlassen – und wenn man sich paar Livestreams anschaut, merkt man: Das ist es vielen wert. Mittlerweile wurden auch Firmen auf die Reichweite und den Einfluss der Streamer aufmerksam und sponsern Streamer.

Wenn man sich auf Twitch das erste Mal umschaut, wird man erstmal von den unzähligen Livestreams fast schon erschlagen. Deswegen stelle ich euch jetzt vier Streamer beziehungsweise Kanäle vor, bei denen es sich lohnt einmal vorbeizuschauen.

Bonjwa
Das Projekt Bonjwa entstand durch den ehemaligen Starcraft 2-Profi Niklas "Honor" Behrens. Einst als Art Esport-Schule gedacht, streamt Bonjwa mittlerweile alle Games, auf die sie Bock haben. Sie? Bonjwa ist eine ganze Ansammlung an Leuten, die alles Mögliche an Games streamen. Von Echtzeitstrategiespielen, über Shooter bis hin zu Dark Souls oder sogar Brettspielen. Vor der Kamera sind hauptsächlich Niklas und Matteo Ricciardi zu sehen und zunehmend öfter Gino Singh und Hauke Gerdes. Damit alles rund läuft, regelt eine ganze Reihe Leute - die auch hin und wieder im Livestream zu sehen sind - Technik, Social-Media und mehr. Die Truppe, die auch gerne mal Schwachsinn treibt, überzeugt durch ihre Sympathie, ihren sehr unterhaltsamen Persönlichkeiten und ihrer Interaktion mit dem Chat. In der Regel wird von Sonntag bis Donnerstag gestreamt. Hier geht es zum "Programmplan" in dem ihr sehen könnt, wann wer streamt und hier geht es zum Twitch-Kanal!

Phunkroyal
Max Ensikat oder auch besser bekannt als Phunkroyal ist wohl der netteste und ruhigste Mensch, den ich jemals kennenlernen durfte. Ehrlich ein Musterbeispiel für einen herzensguten Menschen. Mehr müsste man über den Theater- und Bühnenschauspieler, der gerne mal 15 Stunden am Stück seine Liebe für Retro-Games, Rollenspiele und Indie-Games mit seinen Zuschauern teilt oder sich Stunden lang mit dem Chat unterhält, gar nicht erzählen. Wann Phunk streamt, könnt ihr hier auf seinem Twitch-Kanal der Beschreibung entnehmen.

Lirik
Hinter Lirik verbirgt sich einer der erfolgreichsten Kanäle auf Twitch. Mit fast zwei Millionen Followern gehört der Erfinder des "potato aim" zu den Top-10 der Twitch-Kanäle mit den meisten Followern und das, obwohl Lirik in einem Punkt die Ausnahme schlechthin ist. Quasi jeder Streamer mit vielen Zuschauern streamt mit Webcam - nur der eiserne Kamera-Kontrahent Lirik nicht. Bei mehr als 25.000 Zuschauern gleichzeitig im Durchschnitt gestaltet sich die Interaktion mit dem Chat allerdings als zunehmend schwierig. Der Katzen-Fan aus Amerika streamt gefühlt alles, was ihm zwischen die Finger gerät - sofern es ihm und seinen Zuschauern Spaß macht. Hier geht es zu Liriks Twitch-Kanal!

Rocket Beans TV
Zu guter Letzt möchte ich euch noch eine kleine Ausnahme vorstellen - Rocket Beans TV. Wie es der Name schon andeutet, verbirgt sich dahinter ein 24/7 Internetsender - von Nerds für Nerds. Hinter den Rocketbeans stecken die vier Jungs Daniel Budiman, Etienne Gardé, Nils Bomhoff und Simon Krätschmer, die der ein oder andere vielleicht noch aus GIGA-Zeiten oder 307 Folgen Game One kennen könnte. Nachdem 2014 Game One von MTV abgesetzt wurde, setzten die vier alles auf eine Karte und starteten am 15.01.2015 mit Hilfe von Crowdfunding durch ihre Community den Sendebetrieb. Das auf inzwischen rund 100 Leute angewachsene Team der Raketenbohnen sendet Programm rund um Gaming und Pop-Kultur auf Twitch und Youtube. Aber seht selbst:



Neben reinem Gaming bietet Twitch noch mehr. Es werden allerlei Events wie Festivals, Pressekonferenzen oder Messen gestreamt. Außerdem gibt es eine kreative Ecke auf Twitch, in der sich die Streamer künstlerisch austoben. Zum Beispiel werden Cosplays (Verkleidungen angelehnt an Videospiel-, Comic- oder Filmcharaktere) gebaut, Gemälde oder Musik erschaffen. Der Pianist Kyle Landry spielt gerne mal für mehrere Stunden live und sogar der weltbekannte DJ Deadmau5 streamt, wie er Musik produziert oder auch mal Games. Und dann gibt es noch das riesige Thema Esports. Jegliches großes Esport-Turnier oder Esport-Liga wird auf Twitch gestreamt. Die League of Legends Championship Series, Dota 2 oder Counter-Strike-Turniere, Fighting-Games-Turniere oder auch die Overwatch League, für die Twitch für die nächsten zwei Jahre die exklusiven Übertragungsrechte für 90 Millionen US-Dollar erwarb - kurzgesagt sind alle großen Turniere und Ligen auf Twitch beheimatet.

Nehmt euch einfach mal ein paar Minuten Zeit und durchforstet die spannenden und extrem abwechslungsreichen Weiten Twitchs. Viel Spaß!





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Über StreamTeam




Game of Thrones, Pretty Little Liars, Stranger Things, How I Met Your Mother – die Auswahl ist riesig. Wöchentlich erscheinen neue Serien auf den Streaming-Plattformen und es wird immer schwieriger zu entscheiden, mit welchen Charakteren man seine Abende verbringen will.

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Viel Spaß beim Entdecken wünscht das StreamTeam - Anna, Felix, Hannah, Aqib und Luisa


Hier schreiben Studenten der Universität Passau. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Übung am Lehrstuhl für Medien und Kommunikation unter der Leitung von Professor Thomas Knieper erstellen sie ihre eigenen Blogs. Darin nehmen sie die Uni von innen unter die Lupe, testen Passaus Lifestyle-Qualitäten oder geben ihren Kommilitonen Tipps fürs Leben als Student.




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