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Artikel Panorama

26.01.2018  |  11:30 Uhr

"Was auf der Matte verletzt wird, wird auf der Matte geheilt"

von Alexander Sobotta

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Dies antwortet mir Aikido-Trainer Mathias Rath, der sich kurz vorher den Finger ausgekugelt hat "Das passiert schon mal, aber wir haben ihn ja gleich wieder eingekugelt." Dass Aikido gleich so hart sein kann, wusste ich bis letzten Freitag auch nicht.
Japanischer Hochschulsport an der Uni Passau, der es in sich hat!

Es ist Freitag 17:00 Uhr, voller Neugier betreten mein Kameramann Nico und ich den kleinen Sportsaal im Sportzentrum. Hier wird schon fleißig der Boden präpariert. Dünne Schaumstoffmatten werden zum Schutz großflächig verteilt.

Schon geht es mit einer Dehn- und Entspannungsrunde los und ich merke, dass ich als alter Fußballer einfach viel zu ungelenkig bin. Mir wird erklärt, wie ich mich auf meinen Händen abstützen soll, um mich nicht zu verletzen. Jetzt frage ich mich das erste Mal skeptisch: "Was kommt denn bitte jetzt?"

Vor Beginn der Stunde dachte ich mir noch, ich bin mit meinen Karatekenntnissen aus einem Grundschul-Ferienkurs bestens vorbereitet. Wenige Minuten später wurde ich eines Besseren belehrt.
Aikido dient vor allem dem Zweck, den Angreifenden abzuwehren und mit gekonnten Handgriffen den Kampf zu beenden. Meistens wird geübt, wie man die Angriffskraft und den Angriff mit einer Bokken, einem japanischen Holzschwert, kontert.

via GIPHY Ausweichen der Bokke mit einer "graziösen" Vorwärtsrolle

Der Trainer erklärt immer als Erstes, welchen Angriff wir gleich mit welchen Bewegungen parieren und ich denke mir nur, dass das ziemlich schmerzhaft aussieht. Aus dem Stand kontert Mathias seinen Angreifer aus und "legt" ihn mit ein paar Handgriffen so auf den Boden, dass dieser sich gar nicht mehr bewegen kann.

Mit seinem Trainingspartner erklärt Mathias Rath jede Übung Schritt für Schritt.

Jetzt bin ich dran! Mit meinem Trainingspartner probiere ich aus, das Vorgeführte anzuwenden. Allerdings machen wir das aus dem Knien heraus, da ich mich als Anfänger sonst verletzen könnte. Immer wieder zeigt Mathias verschiedene Konter und Griffe, um den Angreifer zu entwaffnen und oder zu fixieren. Manche dieser Griffe sehen so komplex aus, dass ich es mir wieder und wieder erklären lassen muss. Langsam beherrsche ich vermeintlich die benötigten Handgriffe und Rollen, um mich zu verteidigen. Nach einem Trainingspartnerwechsel ist mein neuer Partner eine deutlich kleinere und schmalere Kommilitonin. Ich bin innerlich schon überzeugt, dass ich mich dieses Mal nicht so einfach fixieren lassen werde. Dieses Gefühl hält glatte fünf Sekunden an und mit einem Knall setze ich auf dem Mattenboden auf. Spätestens jetzt weiß ich, dass Muskeln und Größe nicht alles sind, die Technik machts!

via GIPHY  Technik ist alles!

Voller Konzentration versuche ich immer und immer wieder die Griffe nachzumachen und merke langsam, wie ich außer Atem komme. Aikido ist keine Kampfsportart, sondern eine japanische Kampfkunst, die vor allem Ausdauer, Koordination und Konzentration verlangt. Aber genau diese Kombination hat mich so neugierig auf die Sportart gemacht.


Mein persönliches Fazit: Für manche sieht Aikido von außen vielleicht ein bisschen langweilig aus, weit gefehlt kann ich da nur sagen. Eine anstrengende und teilweise sehr harte Sportart, die mich wirklich überrascht hat. Aber das soll jetzt niemanden abschrecken. Es hat sehr viel Spaß gemacht, einmal was anderes auszuprobieren, und ich kann es nur herzlich weiterempfehlen.







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