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30.11.2017  |  12:51 Uhr

En garde!

Fechten - Hochschulsport an der Uni Passau

von Jana Steger

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"Sie haben die Nase gepackt, sind ins Krankenhaus und haben die Spitze wieder angenäht. Aber besonders schön ist es nicht geworden." Das ist nur eine von vielen spannenden Geschichten, die mir Fechtlehrer Siegfried Raczka, der bereits seit 54 Jahren fechtet, erzählt hat.

Im Rahmen unseres Sportblogs testen wir verschiedene außergewöhnliche Sportarten, die an der Uni Passau angeboten werden. Vergangenen Mittwoch nahm ich am Fechtunterricht des Hochschulsports teil. In der Sporthalle angekommen, waren bereits die ersten Kursteilnehmer vor Ort, legten die weißen Schutzwesten und Fechtmasken an und machten erste Aufwärmübungen. Herr Raczka nahm mich in Empfang und erklärte mir nach meiner Frage, ob ich nun auch am Trainig teilnehmen kann, dass es als Anfänger zu gefährlich ist sofort bei den fortgeschrittenen Fechtschülern einzusteigen. Daraufhin bot er mir an, dass der zweite Fechtlehrer Christian mir die grundlegenden Dinge des Fechtens näherbringen kann.

Christian, der selbst erst seit vier Jahren fechtet, hat vor kurzem seine erste Fechtlehrerprüfung abgeschlossen und führte mich zur anderen Seite der Halle, um die anderen Kursteilnehmer nicht zu stören. Zuerst zeigte er mir zwei Waffen, ein Florett und einen Degen, die beide im Sportfechten verwendet werden. Das Florett ist im Gegensatz zum Degen leichter und biegsamer. Es hat eine rechteckige Klinge und der Gegner darf damit nur am Oberkörper getroffen werden. Der Degen hingegen besitzt eine dreikantige Klinge und der ganze Körper bildet die Trefferfläche. Ich durfte mir eine der beiden Waffen aussuchen und entschied mich für das Florett. Anschließend zeigte er mir, wie man es richtig in der Hand hält. Hierzu platziert man den Zeigefinger unter dem Griff und der Daumen wird direkt darübergelegt. Der Mittelfinger dient zur Stabilisation und wird ebenfalls unter dem Griff platziert. Die anderen beiden Finger umfassen den Rest des Griffs. Zunächst war dieser Handgriff etwas ungewohnt, doch schon nach kurzer Zeit gewöhnte man sich an die ungewöhnliche Handhabung.

Anschließend zeigte mir Christian die Grundposition des Fechtens. Dazu stellt man die Füße im rechten Winkel auf (Verse an Verse) und lässt eine Fußlänge dazwischen Abstand. Der Arm mit der Waffe in der Hand zeigt nach vorne und ist leicht angewinkelt. Der andere Arm bildet einen rechten Winkel hinter dem Körper und die Hand hängt locker nach unten. Die Beine sind durchgehend leicht gebeugt. Aus dieser Position heraus kann man sich nun nach vorne und hinten bewegen.

Mit dem Ausfallschritt, den Christian mir im Anschluss erklärte, kann man seinen Gegner angreifen. Dazu stellte er sich gegenüber von mir auf. Zuerst streckt man den Arm mit der Waffe in der Hand komplett durch, macht dann mit dem vorderen Fuß einen großen Schritt nach vorne und streckt gleichzeitig den hinteren Arm. Das Florett stieß dabei gegen den Oberkörper von Christian und bog sich leicht. Dabei war ich zunächst etwas unsicher und versuchte Christian nicht zu fest zu treffen, doch als er mir versicherte, dass es nicht gefährlich für ihn ist, wurde ich sicherer und konnte stärker zustechen. Bei dieser Übung war es ziemlich schwer das Gleichgewicht zu halten und die Arme und Beine zu koordinieren.

Danach zeigte er mir eine Abwehrstellung, indem ich mit einer kurzen Bewegung nach links den Degen von Christian wegschlug und erneut mit dem Ausfallschritt angriff. Zum Abschluss des Crashkurses zeigte er mir eine Abfolge die so auch in gewöhnlichen Kämpfen vorkommt, wofür die bereits gelernten Techniken kombiniert wurden. Vor allem am Ende wurde es zunehmend schwerer den Arm mit der Waffe in der Hand hochzuhalten, da sich das Gewicht des Floretts bemerkbar machte. Wie ich mich bei den Übungen geschlagen habe, gibt es hier zu sehen:

Fechten gehört neben Ringen und Boxen zu den ersten Wettbewerben der Menschheit. Bereits in der Antike wurde sportliches Fechten betrieben. Die europäische Duellkultur geht auf das Spätmittelalter zurück. Zu dieser Zeit war das Tragen einer Waffe ein Privileg des Adels, weshalb die freien Bürger ebenfalls nach diesen Rechten strebten und dadurch die ersten Fechterbünde entstanden. 1896 fanden die ersten deutschen Meisterschaften statt. Heute ist vor allem das Sportfechten, bei dem Kraft und Schnelligkeit im Vordergrund steht, aber auch das historische Fechten in Burschenschaften, bei dem auf Technik und Überlegenheit trainiert wird, weit verbreitet. Welche Voraussetzungen man fürs Fechten mitbringen sollte und ob Fechten jeder lernen kann, seht ihr hier:






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Hier schreiben Studenten der Universität Passau. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Übung am Lehrstuhl für Medien und Kommunikation unter der Leitung von Professor Thomas Knieper erstellen sie ihre eigenen Blogs. Darin nehmen sie die Uni von innen unter die Lupe, testen Passaus Lifestyle-Qualitäten oder geben ihren Kommilitonen Tipps fürs Leben als Student.




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