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"Es ist für mich eine Arbeit, bei der ich gar nicht merke, dass ich gerade arbeite", erzählt mir Marlene Brand. Sie ist 21 Jahre alt und arbeitet neben ihrer Ausbildung zur Ergotherapeutin bei der Lebenshilfe in Passau. Dort betreut sie Menschen mit Beeinträchtigung. Auch wenn ihr dieser Job sehr viel Spaß macht, ist er manchmal eine Herausforderung. Ich habe ihr ein paar Fragen gestellt.

Was genau ist die Lebenshilfe und worin bestehen ihre Aufgaben?

Marlene: Die Lebenshilfe ist, wie der Name schon sagt, eine "Lebenshilfe" für Menschen mit geistiger, psychischer und körperlicher Behinderung aller Altersstufen und für deren Angehörige. Der Verein bietet für die Menschen eine Betreuung und Beratung an in Form von verschiedenen Einrichtungen zum Wohnen oder Angeboten wie Freizeitaktivitäten.

Was genau sind deine Aufgaben?

Marlene: Ich arbeite bei der offenen Hilfe im familienentlastenden Dienst, betreue Freizeitangebote wie den Jugendtreff und begleite Ferienprogramme. Beim familienentlastenden Dienst betreue ich eine Familie, die ein Kind mit Beeinträchtigung hat. Mit ihr unternehme ich tagsüber etwas oder bin abends in der Wohnung und betreue das Kind, wenn die Eltern Unternehmungen machen oder eine Entlastung brauchen. Die Freizeitangebote, die ich betreue, sind für Jugendliche und Erwachsene. Wir machen dann am Wochenende alle Dinge, auf die die Leute Lust haben, zum Beispiel Kino, Schlittschuhlaufen, Ausflüge, eine Donauschifffahrt oder Bowlen. Dazu gehört meistens ein Fahrdienst, bei dem ich die Klienten mit dem Auto abhole und wieder nach Hause bringe. Ich helfe den Jugendlichen beim Essen oder Pflegemaßnahmen und bin einfach für sie da. Wir sitzen zusammen und unterhalten uns und bewältigen gemeinsam alle Dinge, die sie nicht alleine schaffen. In den Ferien begleite ich auch Urlaubsprogramme. Letzen Sommer war ich mit einer Gruppe in Italien. Dort betreue ich die Jugendlichen den kompletten Tag und helfe ihnen bei der Körperpflege, beim Essen und allen anderen Dingen, die man im Urlaub so unternimmt, wie Shopping oder an den Strand gehen.

Urlaub in Italien

Urlaub in Italien | Marlene Brand

Urlaub in Italien - Marlene Brand


Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Marlene: Ein typischer Arbeitstag ist schwer zu beschreiben. Wenn ich abends in einer Familie bin, gibt es eine gewisse Abendroutine, die beinhaltet, dass ich mit dem Kind zu Abend esse und es ins Bett bringe. Die Familie zeigt mir, was ihr wichtig ist und worauf sie wertlegt. Manchmal gehen wir noch raus oder backen etwas. Ich bin dann ein Ansprechpartner und eine Vertrauensperson für das Kind und unterstütze die Eltern, entlaste sie und helfe ihnen bei Dingen, die ihnen schwerfallen. Im Urlaub begleite ich die Jugendlichen den ganzen Tag. Ich achte besonders darauf, dass sie so selbstständig wie möglich sind, und dass die Kommunikation gut funktioniert, weil die bei einigen ein bisschen eingeschränkt ist. Jeder soll sich einbringen können und in den Bereichen, in denen er Hilfe braucht, unterstützt werden. Manche sind fitter und können sich frei bewegen, andere brauchen etwas mehr Hilfe. Das ist ganz unterschiedlich.

Seit wann arbeitest du bei der Lebenshilfe und wie bist du darauf gekommen?

Marlene: Seit fast einem Jahr arbeite ich dort. Eine Freundin, die bei der Lebenshilfe in Deggendorf arbeitet, hat mich darauf gebracht. Meine Arbeitszeiten bei der Lebenshilfe sind relativ variabel, gerade die Absprachen mit Familien sind individuell. Es ist also ein guter Job neben meiner Ausbildung.

Urlaub in Italien

Urlaub in Italien | Marlene Brand

Urlaub in Italien - Marlene Brand


Was ist die größte Herausforderung an deiner Arbeit?

Marlene: Es ist oft schwierig, die verschiedensten Menschen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und Besonderheiten in einer Gruppe zu vereinen und sie so zu nehmen, wie sie sind. Durch meine Ausbildung fällt mir das aber nicht so schwer und ich habe keine Annäherungsprobleme mit Menschen mit Beeinträchtigung. Eine große Herausforderung ist für mich auch, einzuschätzen, wie fit die Menschen sind. Ich versuche allen gerecht zu werden und sie nicht zu überfordern, aber auch nicht zu unterfordern. Die Kommunikation funktioniert auch nicht immer, was schwierig ist. Manche kann ich nicht gut verstehen und weiß dann nicht, was sie sagen wollen oder welchen Wunsch sie haben und kann ihnen nicht gerecht werden. Oft wollen sie dann auch nicht wiederholen, was sie gesagt haben. Im Alltag muss ich mich an den Rhythmus der Menschen anpassen und die unterschiedlichen Rhythmen jedes einzelnen auf einen Nenner bringen. Das ist mir besonders im Urlaub schwergefallen.

Was macht dir am meisten Spaß an deiner Arbeit?

Marlene: Ganz viele der Menschen mit Beeinträchtigung sind wertfreier und gehen freundlicher durchs Leben als andere Menschen. Sie reißen mich jedes Mal mit und nehmen mich so wie ich bin, wenn man sie so nimmt, wie sie sind. Es ist so schön, unterschiedlichste Menschen kennenzulernen und dann zu merken, dass jeder auf seine Art eine Gruppe bereichert. Die Menschen haben so viel Freude an kleinen Dingen, weil für sie vieles nicht selbstverständlich ist. Diese Freude überträgt sich auch auf mich.

Was ist dein Ansporn für deine Arbeit?

Marlene: Ich will anderen eine Freude machen. Es ist eine Arbeit, bei der ich gar nicht merke, dass ich gerade arbeite. Die Menschen mit Beeinträchtigung sind eine Bereicherung für mich, weil ich durch sie andere Sichtweisen auf das Leben kennenlerne. Ich gehe oft nach Hause und bin richtig gut drauf, weil sie mir gezeigt haben, dass vieles einfach viel besser ist, als ich denke.






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