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Passau - Hamburg  |  22.04.2015  |  11:00 Uhr

Gegensätze ziehen sich an: Eine TeilzeitbayerIn in Hamburg

von Suwa Minato-Torkler

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Die Fischköppe aus dem Norden gehören zu den Exoten Passaus. Doch wie ist es eigentlich, wenn man als Teilzeit-BayerIn in den weiten Norden reist? Welche Abenteuer erwarten einen am anderen Ende Deutschlands? Ein Kulturbanause erkundet das fremde Gebiet:

Ein Schritt aus der großen Halle des Hauptbahnhofs und es weht einem gefühlsmäßig ein Sturm um die Ohren. Der erste Halt in Hamburg: Die Binnenalster. Vor den vielen prächtigen Hotels und Kaufhäusern breitet sich die Binnenalster aus. Die Alsterfontäne macht der Bucht alle Ehre. Auf der gegenüberliegenden Seite der Binnenalster präsentiert sich die alte Skyline Hamburgs: Zahlreiche Türme von Kirchen und dem Rathaus ragen in den Himmel. Doch ein Turm funkelt besonders über den Dächern der Stadt hervor: Die goldene Krone schmückt den Turm der St.- Katharinen- Kirche. Einer Legende zufolge soll das Gold dieser Krone von einem berüchtigten Hamburger Piraten stammen. Der Pirat Klaus Störtebeker, der Ende des 14. Jahrhunderts gelebt haben soll, wurde angeblich durch seine Raubzüge in der Nord- und Ostsee reich. Natürlich verriet er niemandem, wo er damals seinen Schatz hortete. Nach seiner Hinrichtung wollte der Hamburger Senat den legendären Schatz des Klaus Störtebekers auftreiben. Doch so einfach hatte Störtebeker die Schatzsuche nicht geplant. Die enttäuschten Senatoren verkauften damit das Schiff des Störtebekers an einen Schiffszimmermann. Als dieser an dem Mast die Säge ansetzten wollte, stieß er auf etwas Hartes. Die drei Masten waren jeweils mit Gold, Silber und Kupfer gefüllt. Damit konnte der geheimnisvolle Piratenschatz endlich gefunden werden. Anstatt den Schatz für sich zu behalten, ließ der Zimmermann eine Krone für die St.- Katharinen- Kirche anfertigen.


Genauso aufregend wie die Legende des Seeräubers Störtebeker ist das Hamburger Nachtleben: Besonders das Rotlichtviertel die Reeperbahn im Stadtteil St. Pauli ist bekannt als die "sündigste Meile der Welt". Zahlreiche Bars, Nachtclubs, Sexshops, Theater und Diskotheken reihen sich an der Meile. Der Kiez mit den vielen blinkenden Lichtern in der Nacht, sowie die herausgeputzten Damen am Straßenrand, gehört zum Nachtbild der Reeperbahn.

Wie die Brezeln in Bayern sind die Franzbrötchen in Hamburg eine alltäglicher Leckerbissen. In der Form ähnelt es einem in die Breite gezogenes Croissant. Innen ist das Gebäck viel saftiger und der karamellisierte Zimtzucker zaubert nach jedem Biss ein Lächeln auf die Lippen. Mit einem Franzbrötchen in der Hand lässt sich die Hafen City besonders gut erkunden. Gleich am Wasser reihen sich moderne Glas- und Backsteingebäude, in denen Büros und Apartments vermietet werden. Noch in der Entstehungsphase befindet sich das große Bauprojekt Hamburgs: Die Elbphilharmonie. Das Gebäude sieht so aus, als hätte jemand ein Stück Wellen samt den Wasserblasen aus der Elbe herausgeschnitten und auf einen Backsteinklotz gesetzt. Wenn das Bauprojekt fertig ist, sollen dort mehrere Konzertsäle, ein Hotel, mehrere Wohnungen, Parkplätze und ein Restaurant enthalten sein.
Erstaunlich ist, dass mehrere Meter nach der modernen Hafen City ein alter Teil Hamburgs angrenzt: Ab 1880 war die Speicherstadt 115 Jahre lang die Speicherkammer des Freihafens. Die Händler und Kaufleute mussten durch den neutralen Speicherplatz keinen Zoll bezahlen. Heute haben sich viele Läden und Museen in der Speicherstadt niedergelassen.

Einen komplett anderen Eindruck von Hamburg bekommt man im Schanzenviertel. In dem Alternativ-Viertel findet man statt Backstein- Fassaden Graffitis an den Wänden. Was Eltern und Großeltern als Schmiererei bezeichnen würden, ist Street Art in der Schanze. Eines der Hingucker ist das Mädchen-Portrait des Graffiti-Künstlers El Bocho. Ihr süßes Gesicht ist zwar etwas bekritzelt, doch die Kurzlebigkeit der Werke gehört auch in Hamburg zu den Merkmalen des Street Arts.
Das herausragendste Gebäude im Schanzenviertel ist die Rote Flora. Mit riesigen Graffitis und Protestaufrufen gegen Atomkraft sticht das autonome Zentrum sofort ins Auge. Die Flora war ursprünglich ein Kino. Als jedoch von der Stadt Hamburg der Wunsch aufkam, das Kino in ein Musical- Theater umzuwandeln, brach große Empörung auf, weil dadurch die Mieten für Gewerbe und Wohnraum steigen würden. Deshalb verbündete sich eine autonome Gruppe, bestehend aus Anwohnern und Gewerbebetreibern, um die Flora vor dem Umbau zu schützen. Obwohl sie nur den Eingangsbereich des ehemaligen Kinos erhalten konnten, besteht der Geist des Widerstandes in der Roten Flora heute noch.

Neu und alt - modern und traditionell – reich und alternativ. Hamburg ist eine Stadt, in der viele Gegensätze existieren. Und bestimmt fühlt sich ein Bayer in der Hafenstadt wohl.
Mit dieser Erkenntnis verabschieden sich die Kulturbanausen: Tschüß, bit anner maal!







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