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11.07.2017  |  11:00 Uhr

Nachhaltig Autofahren - geht das überhaupt?

von Leoni Wartenberg

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Autofahren ist schlecht für die Umwelt. Und teuer ist es auch. Im Besitz eines so praktischen fahrbaren Untersatzes zu sein, ist daher insbesondere unter StudentInnen eher die Ausnahme der Regel. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind – wer ist in Passau denn wirklich auf ein Auto angewiesen? Uni, Einkaufsgelegenheiten und Kneipen liegen so nah beieinander, dass alles fußläufig erreichbar ist. Und wer ein bisschen außerhalb wohnt, schwingt sich aufs Fahrrad oder steigt in den nächsten Bus zum ZOB. Aber was tun, wenn es etwas weiter weg gehen soll? Der Weg für ein paar Mal in die Pedale treten zu lang ist und die öffentlichen Verkehrsmittel – wenn pünktlich – uns die Reise durch ständiges Umsteigen und lange Wartezeiten schwer machen? Die gute Nachricht: Wir müssen nicht ganz aufs Autofahren verzichten, wenn wir unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern wollen.


- Leoni Wartenberg


Insgesamt knapp 20 Prozent der Treibhausgasemissionen stammen aus dem Verkehrssektor, wodurch der Klimawandel erheblich beeinflusst wird. Zwar hat die Bundesregierung das Ziel, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber denen des Jahres 1990 zu verringern, derzeit befinden wir uns allerdings nicht auf dem besten Weg dorthin. Tatsächlich hat der Treibhausgas-Ausstoß nach einer Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes im Jahr 2016 sogar um 1,1 Prozent der Werte von 1990 zugenommen. Verantwortlich dafür ist u.a. der wachsende Straßengüterverkehr.

Auf EU-Ebene betrachtet, hat der Personenverkehr seit 1990 um ein Drittel zugenommen; der größte Teil dessen wird mit dem Auto bestritten. Laut einer Studie der Europäischen Kommission nutzen ganze 55 Prozent der über 14-jährigen EU-Bürger das Auto oder Motorrad im Alltag. Öffentliche Verkehrsmittel stellen nur für 22 Prozent die Haupttransportgelegenheit dar. Besonders problematisch ist dabei, dass ein Auto häufig nur von einer Person genutzt wird. Deshalb lautet unsere Devise für mehr Nachhaltigkeit im Straßenverkehr: Sharing is Caring! Hier stellen wir euch drei Möglichkeiten vor, wie ihr ohne deutlich mehr Energieverbrauch gemeinsam im Auto von A nach B kommt.

Neuer Trend CarSharing

Das Prinzip des sogenannten CarSharing ist einfach: fast jede größere Stadt oder Gemeinde – in Deutschland sind es 600 – verfügt über einzig für entsprechende Autos angelegte Parkplätze, von denen bei Bedarf ein Fahrzeug ausgeliehen werden kann. Anders als bei Autovermietungen ist dies auch minutenweise möglich. Die Mietstationen befinden sich an einfach zugänglichen Orten, wie Endhaltestellen von Buslinien und weiteren Verkehrsknotenpunkten. Die Organisation verläuft je nach Anbieter unterschiedlich ab: Entweder der Leihwagen muss nach der Benutzung wieder an denselben Ort zurückgebracht werden, oder die Kunden bringen ihn zu einem anderen Standort des jeweiligen Anbieters. Gebucht wird vorab online.

Auch in Passau gibt es einige CarSharing-Parkplätze.

Auch in Passau gibt es einige CarSharing-Parkplätze. - Leoni Wartenberg


Die Nutzung eines Fahrzeugs durch mehrere Personen gleichzeitig sorgt für eine Abnahme des Rohstoff- und Energieverbrauchs, da weniger Autos produziert werden müssen. Außerdem führt das zu einem niedrigeren Flächenverbrauch in Form von Parkplätzen, wodurch auf lange Sicht Grünflächen erhalten bleiben können.
Am 30. März dieses Jahres hat der Deutsche Bundestag das "Gesetz zur Bevorrechtigung des CarSharing" (CarSharinggesetz) verabschiedet. Neben der Einrichtung von Stellplätzen in den Innenstädten sieht es Befreiungen von Parkgebühren für CarSharing-Fahrzeuge vor, was die Nutzung des Dienstes noch attraktiver machen soll. Und tatsächlich erfreuen sich die geteilten Autos in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit: Wie eine im Jahr 2016 veröffentlichte Studie des Bundesverbandes CarSharing in Kooperation mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut infas zeigt, haben mittlerweile 78 Prozent der Kunden stationsbasierter CarSharing-Anbieter kein eigenes Auto mehr. Das ist das Vierfache des Durchschnitts von 18 Prozent aller deutschen Städte über 100.000 Einwohner.

BlaBlaCar & Co.: Fahrgemeinschaften

Bereits noch verbreiteter als der neue Trend CarSharing dürften wohl die guten alten Fahrgemeinschaften sein. Fast jede/r hat sich schon einmal eine Mitfahrgelegenheit gesucht, ob bei Freunden und Bekannten, über entsprechende Gruppen auf Social Media-Seiten oder auf nur für diesen Zweck angelegte Plattformen wie BlaBlaCar, flinc oder mitfahren.de.
Der Vorteil: Die Mitfahrenden können sich das Profil des Fahrers/ der Fahrerin im Vorhinein anschauen und entscheiden, ob sie ihnen eine Anfrage schicken möchten. So kann auf der Plattform des Marktführers BlaBlaCar beispielsweise nach Gesprächigkeit, Raucher/Nichtraucher oder Präferenzen bei Musik ausgewählt werden. Im Anschluss an eine Fahrt besteht die Möglichkeit, eine Bewertung zu schreiben, die für zukünftige (Mit-)FahrerInnen als Entscheidungsstütze dienen kann. Der Preis für den Sprit wird geteilt, die Langeweile verringert und vor allem wird nicht mehr Energie aufgewendet als nötig.

Auf der Plattform BlaBlaCar haben Mitglieder die Möglichkeit, Fahrten anzubieten oder sich eine Mitfahrgelegenheit zu suchen.

Auf der Plattform BlaBlaCar haben Mitglieder die Möglichkeit, Fahrten anzubieten oder sich eine Mitfahrgelegenheit zu suchen. - blablacar.de




Die kostenlose Alternative: Trampen

"Damals habe ich das auch noch gemacht, aber mittlerweile ist es doch viel zu gefährlich", ist wohl einer der meistgehörten Sätze, wenn Mensch sich per Anhalter fortbewegt. Was in den 70ern das Normalste der Welt war, gilt heutzutage als unsicher. Während sich früher Schlangen an den Raststätten gebildet haben, waren Tramper im Straßenverkehr lange selten gesehen. Doch seit einigen Jahren scheint die spontane Art zu reisen wieder zunehmend beliebter zu sein. Natürlich ist das unvermittelte Einsteigen in fremde Autos etwas unsicherer als die zuvor verabredete Fahrt über eine seriöse Plattform – Tramper gehen erhöht das Risiko ein, Opfer von Verkehrsunfällen oder kriminellen Übergriffen zu werden. Insbesondere die Kriminalität ist allerdings eine absolute Seltenheit und die Angst davor meist unbegründet.

Vor allem Studenten nutzen die nachhaltige Transportmöglichkeit hin und wieder, weil keine Kosten dabei anfallen. Als hilfreich bei der Organisation und Planung einer Strecke gilt die Internetseite Hitchwiki, auf der Informationen über gute Spots in verschiedensten Städten der Welt zur Verfügung stehen.

Karten mit eingezeichneten Raststätten erleichtern die Planung der Strecke.

Karten mit eingezeichneten Raststätten erleichtern die Planung der Strecke. - https://tank.rast.de/


Woran es einem/r TramperIn definitiv nicht fehlen darf ist Durchhaltevermögen. Denn es ist nahezu unmöglich, eine genaue Ankunftszeit am gewünschten Ziel vorauszusagen; manchmal läuft es gut und manchmal eben nicht. Manchmal hält nach fünf Minuten bereits das erste Auto und manchmal vergehen Stunden. Wer allerdings die nötige Zeit und Geduld mitbringt, wird nicht nur mit einer kostenlosen Fahrt, sondern häufig auch mit interessanten Bekanntschaften und tollen Gespräche belohnt. Tatsächlich wird das Trampen wegen des Spaßfaktors auch bereits als Sport betrieben. Organisationen wie die Deutsche Trampsport Gemeinschaft (DTSG) oder Abgefahren e.V organisieren eigene Wettbewerbe, bei denen paarweise auf Zeit verschiedene Orte abgefahren werden.






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