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Artikel Panorama

20.06.2017  |  11:30 Uhr

Wie regional sind regionale Lebensmittel wirklich?

von Luisa Gehling

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Regionale und saisonale Lebensmittel sind das A und O, wenn es um nachhaltige Ernährung geht. Doch wie einfach ist es wirklich, Lebensmittel aus der Umgebung zu finden?

Pünktlich um 19.45 Uhr renne ich aus der Vorlesung, um noch vor Ladenschluss die letzten übrig gebliebenen Lebensmittel zu ergattern, und nehme mir dann fest vor nie wieder so spät einkaufen zu gehen, die Schlange an der Kasse ist mal wieder kilometerlang. In meinem Einkaufskorb ist viel Obst und Gemüse, alles saisonal und zumindest laut Verpackung auch regional. Ist ja auch nicht schwer, denn heutzutage wird in den meisten Märkten sehr prominent mit regionalen Lebensmitteln geworben.

Doch was bedeutet "regional" aus dem Supermarkt eigentlich? Ich nehme mir vor, das nächste mal nachzufragen, doch das gestaltet sich gar nicht so einfach. Eine genaue Antwort kann man mir zunächst nicht geben. Die Verkäuferin meint dann ganz einfach: "Na, aus der Region halt." Als ich erneut frage, was das bedeutet, heißt es nur: "Aus Bayern".

Doch woher aus Bayern mein Gemüse und Obst wirklich kommt, kann mir niemand sagen. Wie regional sind diese Lebensmittel dann wirklich, wenn sie womöglich erst einmal 300km durch ganz Bayern transportiert wurden, um in meinem Einkaufskorb zu landen? Das eigentliche Problem ist, dass laut Verbraucherzentrale der Begriff "Region" nicht gesetzlich geschützt ist. So kann man sich im ersten Moment nie sicher sein, wie breit der Begriff vom Hersteller verstanden wird. Allerdings gibt es bestimmte Siegel und Regionsangaben, die den Begriff regional zumindest etwas eingrenzen. Am sichersten ist es aber, ganz einfach nachzufragen.

Da es im Supermarkt oft genau an diesem Wissen fehlt, geht es für mich weiter auf den Markt. Es ist Dienstag, heute sind nur wenige Stände auf dem Markt am Residenzplatz und auch weniger Kunden. Gut für mich, denn die Verkäufer wie zum Beispiel Frau Lindlbauer haben Zeit, mir etwas genauer zu erklären, wo ihre Ware herkommt:

Der Wochenmarkt in Passau findet drei mal wöchentlich statt, jeden Dienstag und Freitag im Klostergarten von 07.00 bis 12.30 Uhr und jeden Samstag von 07.00 Uhr bis 14.00 Uhr auf dem Passauer Domplatz. Durch die Entscheidung für regionale Lebensmittel helft ihr dank kurzen Transportwegen nicht nur der Umwelt, sondern unterstützt auch das regionale Handwerk.

Denn gerade wenn es um Fleisch geht, ist es oft sinnvoller zum regionalen Fleisch vom Metzger zu greifen als zum Biosiegel vom Discounter. Denn der Metzger schlachtet selbst oder weiß zumindest, wo sein Fleisch herkommt und wie die Tiere behandelt wurden.
Und auch bei Gemüse und Obst sollte man genau hinsehen, wo es herkommt. Denn oft hat die Erdbeere aus Spanien in den letzten Tagen schon mehr von Europa gesehen, als man selbst die letzten Jahre. Darunter leidet neben der Umwelt natürlich auch der Geschmack. Denn anders als zum Beispiel Äpfel reifen Erdbeeren nicht nach, sondern verlieren, ganz im Gegenteil, sobald man sie vom Stängel löst, an Geschmack.

Allerdings findet ihr auch auf dem Markt Obst, das nicht aus der Region stammt. Frau Bachhuber vom Gemüsestand erklärt euch das hier einmal genauer:

Als Land mit dem weltbesten Brotangebot, zumindest meiner Meinung nach, ist es erschreckend, dass Brot und Brötchen laut dem Forsa Ernährungsreport 2016 die am häufigsten weggeworfenen Lebensmittel sind. Zudem wird Brot häufig nicht regional, sondern im Discounter gekauft - der Markt für kleine und mittelständische Bäckereien sinkt. Wo ihr noch wirklich regionale Backwaren finden könnt, erfahrt ihr im Video.

Also für die Zukunft heißt es auch beim Markt noch einmal nachfragen - dann hat man hier 100% Sicherheit, wenn es um Herkunft und Herstellung geht.

Mehr zu Märkten und nachhaltigem Einkaufen gibt es schon nächste Woche von Sophija - allerdings geht es dann um Kleidung!

Eure Luisa von fair.bessern






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