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Nachgedacht  |  28.12.2016  |  10:00 Uhr

Der Mensch im Tierpelz

von Eva Fürst, Hannah Wolf

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Es ist Winter. Zwar schneit es nicht, dennoch ist es kalt, nass und ungemütlich. "Zieh dich warm an, sonst wirst du krank!" hört man noch heute die Oma rufen. Wir ziehen uns warm an, gegen die Kälte. Doch was hilft gegen die Kälte? In manchen Hörsälen scheint man die Antwort gefunden haben: Jacken mit Pelzkragen, darunter Fellwesten, zudem Schuhe, Mützen, Handschuhe mit Pelzbesatz. Dass sich an dem Pelzbommel der Mütze niemand wärmt, ebenso an dem Pelzstück der Handschuhe oder dem Kapuzenbesatz der Jacke ist offensichtlich. Dennoch hat Pelz besonders im Winter Hochkonjunktur. Viele Menschen denken nicht darüber nach, welche Konsequenzen ihr Kauf hat, welches Leiden dahinter steckt. Denn selbst am Preis erkennt man heute nicht mehr, ob es ein echter Pelz ist oder nicht. Durch die günstigen Pelze aus Asien gibt es bereits Mützen mit echtem Fellbommel für zehn Euro zu kaufen.

Hunde im Käfig

Hunde im Käfig | Animal Equality

Hunde im Käfig - Animal Equality


Die Tiere hierfür werden oft auf der Straße eingefangen, in winzige Käfige oder Hütten gepfercht und warten auf ihr grausames Ende. Im Falle der Hunde, Marderhunde oder Füchse, welche vorwiegend auf dem asiatischen Markt verwendet werden, um Pelz zu gewinnen, sieht das Ende wie folgt aus: Sie werden mit einer Zange um den Hals aus dem Zwinger getragen, darauf folgt ein Schlag auf den Kopf, der sie betäuben soll. Nun wird ihnen ein Messer in die Halsschlagader gedrückt, damit sie ausbluten können. Die noch warmen Körper werden aufgehängt und es wird sofort begonnen, ihnen das Fell abzuziehen. Ihre tierischen Freunde sind oft nur wenige Meter entfernt und sehen, was bald auch mit ihnen geschehen wird. Der Pelz wird auf großen Auktionen verkauft, anschließend verarbeitet und findet seinen Weg auf den europäischen Markt. Durch die geringen "Herstellungskosten" und die günstigen Arbeitskräfte ist das Fell billig und wird von den Verbrauchern wegen des geringen Preises oft nicht als Echt-Pelz erkannt. Auch die Verkäuferinnen wissen in vielen Fällen nicht, was sie anbieten. Oder sie wollen es nicht sagen. Wie es auch sei, die Last dafür trägt das Tier.

Werkzeug zur Schlachtung

Werkzeug zur Schlachtung | Animal Equality

Werkzeug zur Schlachtung - Animal Equality


Ähnlich geht es auch den Kaninchen in Spanien. Besonders die weißen Tiere werden für die als hochwertig empfundene Angorawolle gezüchtet; die Umstände spielen für die wenigsten Menschen eine Rolle. Die sensiblen Tiere werden in Gitterkäfigen gehalten, auch die Böden bestehen aus Metallstäben. Dass sie dabei Verletzungen an den Pfoten erleiden, stört hier niemanden. Auch kümmert sich niemand um andere Blessuren, wie eitrige Augen oder blutende Ohren. Verendete Tiere werden nur selten entfernt. Zwar haben sich schon einige namhafte Hersteller gegen Angorawolle ausgesprochen, dennoch bieten noch viele "In-Boutiquen" Pelz an. Von welchem Tier dieser stammt, ist oftmals egal.

Kaninchen in Spanien

Kaninchen in Spanien | Animal Equality

Kaninchen in Spanien - Animal Equality


Pelz spaltet seit vielen Jahren die Gesellschaft: Zwischen Tierliebe und Statement zum Reichtum gibt es oft keinen Mittelweg. Die eine Hälfte sieht Pelz nach wie vor als Luxusgut an, denkt sie bräuchten es zum Wärmen und es sei eh nur ein Abfallprodukt der Fleischgewinnung. Die andere Hälfte sieht Pelz als reine Tierquälerei an, als Relikt der Steinzeit, als es keine Alternative gab sich zu wärmen. Fest steht jedoch, dass hinter jedem Pelzbesatz oder Fellbommel ein Leben stand, das den Pelz wirklich gebraucht hat. Und dieses Leben war kein menschliches.






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