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K9 Suchhunde  |  29.11.2016  |  11:00 Uhr

Spürnasen auf Probe

von Eva Fürst, Dana Neuleitner

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Ein schweres Erdbeben auf Haiti, eine Lawine in einem beliebten Skigebiet Südtirols, der Einsturz des World Trade Center, all diese Ereignisse erschüttern die Welt. Egal ob Naturkatastrophe oder menschlicher Fehler: diese Geschehnisse haben alle eines gemeinsam. In den Stunden und Tagen danach ist man nicht nur auf die Hilfe der menschlichen Einsatzkräfte angewiesen. Man setzt auch vermehrt auf tierische Helfer, wie etwa Hunde.

Tammy auf Spurensuche

Tammy auf Spurensuche | Eva Fürst

Tammy auf Spurensuche - Eva Fürst


Am Sonntag fand der Prüfungstag der K9 Suchhunde Niederbayern statt. Suchhunde? Manch einer denkt wohl gleich an Trümmer- oder an Rettungshunde. Dabei unterscheiden sich die Arbeitsweisen der jeweiligen Hunde enorm. Sie werden vor allem nach Katastrophen wie Erdbeben oder Lawinen eingesetzt, um vermisste oder verschollene Menschen zu finden. Dabei suchen sie nicht nach einer bestimmten Person, sondern meist nur nach Überlebenden oder den leiblichen Überresten der Personen. Sie agieren ohne Leine und zeigen einen Fund durch Bellen an. Im Gegensatz zu den Trümmerhunden versuchen Rettungshunde zudem, die Person zu befreien, in dem sie sich durch den Schnee graben oder in eine Spalte zwischen den Trümmern kriechen. Doch was sind nun Suchhunde? Einer bestimmten Spur folgen, um einen gesuchten Menschen oder ein vermisstes Tier aufzuspüren, das sind die Aufgaben eines Suchhundes. Wichtig ist dabei, dass die Hunde eine "Geruchsprobe" der gesuchten Person oder des Tieres als Anhaltspunkt bekommen. Dies kann eine getragene Mütze oder ein Spielzeug sein. Wenn sie die Person finden, setzen sie sich davor ab und warten auf den Hundeführer. Jeder Stufe der Ausbildung wird eine Farbe zugeschrieben. Anders als im Training wird bei der Prüfung nach Menschen gesucht. Gestartet wird bei Weiß und bildet somit die einfachste Stufe. Bei einer weißen Prüfung hat der Hund zehn Minuten Zeit die Person zu finden, die Strecke beträgt zwischen 150 und 200 Meter und es wird keine Zweitspur gelegt.

Instruktionen an den Hundeführer am Prüfungsbeginn

Instruktionen an den Hundeführer am Prüfungsbeginn | Eva Fürst

Instruktionen an den Hundeführer am Prüfungsbeginn - Eva Fürst


Am Startpunkt bekommt der Hundeführer Instruktionen zu Suchzeit und Länge der Strecke, anschließend darf der Hund die Geruchsprobe beschnüffeln, beim Kommando "Such!" legt er los. Dabei ist er stets angeleint und gibt die Richtung vor. Wenn der Hund die vermisste Person in der vorgegebenen Zeit findet, hat er die Prüfung bestanden. Wenn er die weiße Prüfung zweimal bestanden hat, nämlich einmal im städtischen und einmal im ländlichen Bereich, darf er für die nächsten Stufen trainieren und wieder an den entsprechenden Prüfungen teilnehmen. Weiter geht's dann mit den Stufen Orange, Grün, Blau und Braun. Für die Profis gibt's dann noch Rot und Schwarz – sie werden dann offiziell zur Menschensuche ausgebildet.

Die Suche geht durch das ganze Wohngebiet - auch durch schmale Gassen

Die Suche geht durch das ganze Wohngebiet - auch durch schmale Gassen | Eva Fürst

Die Suche geht durch das ganze Wohngebiet - auch durch schmale Gassen - Eva Fürst


Doch wieso nehmen Hundehalter mit ihren Vierbeinern teil? Die Gründe hierfür sind vielfältig: Von Freizeitbeschäftigung für Hund und Herrchen, über gute Veranlagung beziehungsweise Begabung der Spürnase bis hin zum Drang Neues auszuprobieren. Dabei ist es völlig egal, ob man einen Rassehund oder einen Mischling besitzt, ebenso spielt das Alter beim Einstieg keine Rolle – Tammy zum Beispiel ist bei Beginn der Ausbildung bereits zehn Jahre alt. Bei einem Schnuppertraining findet man schnell heraus, ob man selbst und der Hund daran Spaß haben. Bis zur Farbe Braun sucht man im Ernstfall "nur" nach vermissten Tieren. "Oft rufen uns Hundebesitzer an, deren Schützlinge weggelaufen sind. Wir geben erst einmal Tipps, wie man eine Spur legt, sodass der Hund wieder zurückfindet. Dann fahren wir selbst hin, um den vermissten Vierbeiner zu finden", erzählt Steffi Tille. "Dafür bilden wir hier die Hunde aus." Sie selbst kam vor drei Jahren zum Suchhundezentrum und ist mittlerweile Trainerin.

Für das Auffinden der Person (rechts) gibt´s eine Belohnung

Für das Auffinden der Person (rechts) gibt´s eine Belohnung | Eva Fürst

Für das Auffinden der Person (rechts) gibt´s eine Belohnung - Eva Fürst


Die Arbeit mit der Nase lastet die Hunde vollkommen aus, schon nach zwanzig Minuten Suchtraining ist auch der lebendigste Hund froh um sein Körbchen – und natürlich über seine wohlverdiente Belohnung. Doch sobald es wieder soweit ist und die Leine im Arbeitsgeschirr eingehakt wird, sind sie mit vollem Elan dabei. Bis zur offiziellen Personensuche können durchaus einige Jahre vergehen, die viele Trainings- und Prüfungseinheiten beinhalten. Solange Tier und Besitzer Spaß daran finden, ist es eine tolle Alternative zu herkömmlichen Hundesport. Zudem ist es eine sinnvolle Beschäftigung, womit man Anderen auch noch helfen kann.






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