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19.05.2014  |  10:00 Uhr

Get one, Give one

Mützen und Schuhe made in Passau

von Saskia und Peer

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Die beiden Gründer und ehemaligen Passauer Studenten Obaid Rahimi (27) und Marc Langener (28) erkannten schon früh, was sie aus ihrem Leben machen wollten. Obaid fasst das so zusammen: "Ich hab einen Drang Sachen zu verändern und zu erschaffen. In einem Großunternehmen ist das im Gegensatz zu einem Startup sehr schwer umsetzbar. Bei einem Startup bist du derjenige, der die Kompetenz besitzt, Entscheidungen selbst zu treffen. Nur hier kannst du selbst ernten, was du gesät hast."

Die beiden Gründer waren während ihres Studiums Mitglieder bei der Passauer Hochschulgruppe Enactus. Das zentrale Ziel dieser Gruppe ist es die "Corporate Social Responsibility zu fördern und unternehmerisch die Welt im Kleinen zu verbessern."

Logo headmates

Logo headmates | headmates

Logo headmates - headmates


Obaid und Marc sind Gründer der headmates, einem Unternehmen bei dem Rentnerinnen, liebevoll Strickomas genannt, aus der Region in Teams Mützen stricken. Headmates übernimmt soziale Verantwortung und bekämpft die Vereinsamung einer älteren Generation. Jeder Mütze liegt beim Verkauf ein sogenanntes Knittertale bei, eine Karte, auf der ein Foto der entsprechenden Strickoma mit ihrer Strickgeschichte abgebildet ist.

Aber damit nicht genug: Um das Annähen der Knöpfe für das Markenlogo sowie das Verpacken und den Versand kümmern sich Menschen mit psychischer Erkrankung der Lebenshilfe Donauwerker GmbH.

headmates

headmates | headmates / Max Brüchmann

headmates - headmates / Max Brüchmann


"Gutes Tun macht Spaß und es ist einfach schön."

Neben den headmates wurde ein entsprechendes Sommerprodukt entwickelt, die shoemates. Obaid kommentiert die Idee so: "Ein Schuh ist ein Produkt, den man mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand produzieren lassen kann. Gleichzeitig ist ein Schuh eine Produkt, das selten verschenkt wird, das man sich selber kauft. Man schmeißt seine Schuhe meist erst dann weg, wenn sie nicht mehr tragbar sind. Gerade in der Dritten Welt  gibt es einen großen Schuhbedarf. Dort haben die meisten Menschen keine Schuhe und müssen barfuß durch kaputte Straßen, wilde Landschaften oder Wüsten laufen. Während der Ideenfindung haben wir Studien der United Nations gelesen. Darin wurden Flüchtinge gefragt, was sie am nötigsten brauchen. Oft fiel der Begriff Schuhe. Und ganz genau hier setzen wir an."

Logo shoemates

Logo shoemates | shoemates

Logo shoemates - shoemates


Das Design ihres Produktes orientiert sich am traditionellen argentischen Schuh, dem Alpargata. Möglicherweise ist der leichte Sommerschlupfschuh in Deutschland unter dem Namen Espadrilles bekannter.

Das Konzept von shoemates funktioniert nach der Philosophie "Get one, Give one". Für jedes verkaufte Paar Schuhe spendet das Unternehmen ein Paar Schuhe an Schulkinder in Afghanistan, die sich keine Schuhe leisten können.

Und warum Afghanistan?

shoemates

shoemates | shoemates / Max Brüchmann

shoemates - shoemates / Max Brüchmann


Obaid hat persische Wurzeln. Er kommt ursprünglich aus Afghanistan und hat dort noch familiäre Kontakte. "Für uns war es von Anfang an sehr wichtig, dass wir die Schuhe in dem Land produzieren, wo sie anschließend auch gespendet werden. Durch die Produktion der Spendenschuhe in Afghanistan wird die Wirtschaft vor Ort nachhaltig unterstützt. Wenn wir einfach nur Schuhe spenden würden, helfen wir zwar den Kindern, aber könnten die Wirtschaft vor Ort nicht stärken. Durch die Kontakte in Afghanistan können wir zudem sicherstellen, dass die Schuhe auch genau dort ankommen, wo sie benötigt werden."

Um bekannt zu werden, nutzten sie anfangs Facebook als Marketingplattform. "Das hat sich allerdings verändert. Inzwischen musst du dort bezahlen, um gesehen zu werden. Daher fahren wir nun eine alternative Strategie. Unter der Zugbrücke an der Universität Passau hängt etwa ein Plakat von uns. Damit wollen wir stark lokal auftreten. Bundesweit sind wir unter anderem auf dem Onlineshop Goodz.com vertreten. Wir bekommen Bestellungen aus Ecken in Deutschland, wo wir nicht dachten, dass man uns dort kennt: Flensburg, Dortmund, Aachen oder Berlin! Und das, obwohl wir dort nicht mal mit Werbung vertreten sind."

Auf die Frage, wie wichtig das Erstellen eines Businessplans ist, antwortet Obaid: "Sehr sehr wichtig. Wir haben einen. Ohne diesen ist die Idee gar nicht tragfähig. Wenn du einen Businessplan erstellst, verstehst du auch, was du machen möchtest."

Bei der Gründung ist es wichtig, dass man dafür brennt! "Man muss die Idee mit Herz, Seele, Schweiß und Blut umsetzen wollen. Außerdem ist es wichtig, ein ökonomisches Grundverständnis zu haben. Man sollte sich bewusst sein, was es heißt, ein Produkt auf dem Markt zu etablieren und dort zu führen!"

Für angehende Gründer rät Obaid: "Nehme die Sicht einer Person ein, die dir von deiner Geschäftsidee abraten will. Wenn deine Idee standhält, lohnt es sich, sie zu realisieren."

Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg.

Zur Homepage der headmates gelangt ihr unter: www.headmates.de
Die shoemates besucht ihr unter: www.shoemates.de






 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)
Weitere Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung (Ziffer 8 – Facebook-Plugins)


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