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23.06.2016  |  10:00 Uhr

Quidditch - nur für Zauberer oder auch für Muggel?

River Cup 2016 in Passau

von Leonie Bauer, Larissa Schaidnagel

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Das erste internationale Quidditch-Turnier auf bayerischem Boden geht in die Geschichte ein. Sechs Mannschaften aus Deutschland, Österreich und Slowenien lieferten sich den Kampf um die Ringe. Am 18. und 19. Juni luden die Passauer "Three River Dragons" ein - da dürfen die Sportsfreundinnen natürlich nicht fehlen.

Mit dem Wort Quidditch assoziiert unsereins sofort die beliebten Zauberbücher von J. K. Rowling: Harry Potter. Aber nun soll es Quidditch für Muggel geben? In der echten Welt? Das musste ich mir einfach genauer anschauen.

Das Spiel beginnt

Das Spiel beginnt | Sinika Fischer

"Brooms up" - Sinika Fischer


"Ready?", schreit der Schiedsrichter, als ich den Rasen im Zuschauerbereich betrete. Jeweils sechs Spieler aus zwei Mannschaften knien auf dem Boden und warten auf den Startschuss. Vor ihnen, auf der Mittellinie des ovalen Felds, liegen vier Bälle: Ein Quaffle und drei Bludger. Dann geht es los: "Brooms up", ruft der Schiedsrichter erneut und die Spieler rennen los, um die Bälle zu erobern. Übrigens ist Quidditch die einzige Sportart mit vier Bällen im Spiel.

Ziel des Spiels ist es, den Quaffle (Volleyball) durch die Ringe zu befördern. Pro Treffer 10 Punkte! Doch der Weg zu den Ringen ist steinig und schwer: Die sogenannten Beater (=Treiber mit schwarzem Headband) dürfen die Spieler mit den Bludgern (=Klatschern) abwerfen. Wurde der Spieler getroffen, muss er zurück zu den eigenen Ringen laufen, diese abschlagen und darf erst dann wieder am Spielfluss teilnehmen. Auch wenn man beim Muggel-Quidditch nicht durch die Lüfte fliegt, sondern rennt, wird man bestraft, wenn man vom Besen fällt - also im Fachjargon "off broom" ist: Man muss ebenfalls zurück zu den Ringen rennen. Und es darf, ganz getreu dem Rugby, getacklet werden bis zum Umfallen. Der Keeper (=Torhüter mit grünem Headband) und die Chaser (=Jäger mit weißem Headband) spielen also mit dem Quaffle und die Beater mit den Bludgern.

Schnatz

Snitchrunner + Snitch - Sinika Fischer


Nach 18 Spielminuten kommt dann der Schnatz ins Spiel. Der Schnatz ist hier allerdings kein kleiner goldener Ball mit Flügeln, sondern ein Mensch (Snitchrunner), aus dessen Hose hinten eine Socke mit einem Tennisball darin baumelt. Die Seeker (=Sucher mit gelbem Headband) versuchen den Schnatz (Tennisball) zu fangen, um zusätzlich 30 Punkte zu erzielen und das Spiel zu beenden.
Wer jetzt noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann im US Quidditch Rulebook gerne weiterstörbern.

Selbstversuch

Selbstversuch | Sinika Fischer

Selbstversuch Quidditch - Sinika Fischer


Nachdem ich die ganzen Positionen verstanden und verinnerlicht habe, bietet sich die Möglichkeit, bei einem Try Out für Zuschauer mein Können unter Beweis zu stellen. Ich werfe mich in den Ring, greife an und probiere den ersten Flug auf meinem Besen. Völlig außer Atem habe ich nun noch mehr Respekt vor den Quidditch-Spielern: Der Spaß ist echt anstrengend! Ich persönlich würde ja das Fliegen auf dem Besen bevorzugen, anstatt zu rennen. Und mit dem Besen zwischen den Beinen Pässe zu fangen, ist auch schwerer als gedacht.

Etwas enttäuscht über den Besen, der eher einem Rohr gleicht als einem Nimbus 2000, hake ich beim Schnatz der Passauer River Dragons nach. In den USA gibt es professionelle Besenhersteller, sagt er mir, aber der Trend ist noch nicht zu uns herübergeschwappt. Die hiesige Mannschaft baut ihre Besen selbst. Die Rohre aus dem Baumarkt werden auf Minimum 90 Zentimeter zugeschnitten und vorne und hinten Kappen daraufgesetzt. Auch die Hoops (=Ringe) sind eine Eigenkonstruktion.

Die Snitchrunner genießen besondere Beachtung während des Spiels. Immerhin sind sie für das Spielende verantwortlich. Da ist es auch wenig verwunderlich, wenn der Passauer Schnatz sein Gesicht hinter einer Joker-Bemalung versteckt. "Jeder Schnatz hat sein eigenes Ding", erklärt er. Wiedererkennungswert ist goldwert!

Am ersten Turniertag liefert sich jede Mannschaft jeweils zwei Spiele. Die Three River Dragons (TRD) ziehen als Gewinner beider Wettkämpfe ins Halbfinale ein. Doch auch den Aemona Agronauts aus Slowenien bieten sie die Stirn. Es kommt  zu einem Finale zwischen zwei Mannschaften, die sich sehr gut kennen und häufig Freundschaftsspiele abhalten: Three River Dragons gegen die Vienna Vanguards aus Wien. Auch viele Zuschauer werden Zeugen des spannenden Finalspiels, das das Sportzentrum beinahe in eine bebende Arena verwandelt. Schlussendlich holen sich die TRD mit 130:60 den Sieg nach Hause. Aber auch beim Quidditch gilt: Es gibt keinen Verlierer. Jeder freut sich für jeden und vor allem auf das Wiedersehen bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Frankfurt.

Aber nun seht selbst - Eindrücke des River Cups:

Wie die Zuschauer das Turnier fanden, hört ihr hier:

Im letzten Jahr feierte Quidditch sein zehnjähriges Bestehen. Junge Studenten aus Vermont, USA, entschieden sich am 9. Oktober 2005, das Quidditch aus der Zauberwelt der Harry Potter Bücher in der realen Welt zum Leben zu erwecken. Quidditch hat definitiv seinen eigenen Charme und nimmt einen, trotz Muggel-Dasein, mit in die Welt der magischen Kräfte.

PS: Wie heißt das Zauberwort? DANKE für das spannende Turnier!

Eure Leonie von den Sportsfreundinnen






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