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16.06.2016  |  10:00 Uhr

Schneller, höher, weiter: Der Geschlechterkampf

Wie sich Frauen gegen Männer schlagen - heute und früher

von Anne Dippl, Leonie Bauer

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Mixed Wettbewerbe beweisen es: Männer und Frauen können gemeinsam Sport machen. Im Biathlon gibt es gemischte Staffeln, im Tennis das gemischte Doppel. Und auch wir Sportsfreundinnen haben bei unserem Partner Workout schon bewiesen, dass sich Männlein und Weiblein perfekt ergänzen. Doch wie sieht es mit Gegeneinander anstatt Miteinander aus? Nur zu gut erinnere ich mich an ein sonniges Wochenende vor nicht allzu langer Zeit…

…"Komm wir versuchen Klimmzüge", schlägt mein Freund Christian vor. An das Gerüst der alten Schaukel im Garten gehängt, legt er los. Eins, zwei, drei Wiederholungen. Nur mal zum Warmwerden. Jetzt soll ich. Meine Hände umschließen das Eisenrohr. Ich löse die Füße vom Boden, hänge mit meinem ganzen Gewicht an den Armen. "So und jetzt hochziehen", meint Christian. Haha, merkt er denn nicht, dass ich das schon versuche? Ich spanne meine Muskeln an. So sehr ich kann. Mehr als einen Zentimeter kann ich mich aber nicht in die Höhe hieven. Trotzdem habe ich das Gefühl meine Oberarme explodieren jeden Moment. Christian grinst breit. Und ich fühle mich schrecklich unsportlich. Doch als ich kurz darauf ein altes Springseil auf der Terrasse entdecke, vergeht ihm das Lachen. Jetzt hat meine Stunde geschlagen: Doppelsprung, über Kreuz, mit einem Bein. Er weigert sich es auch nur zu versuchen…

Christian und ich scheinen ein Paradebeispiel für die unterschiedlichen sportlichen Talente von Männern und Frauen zu sein. Als schneller und stärker gilt das männliche Geschlecht. Ausdauernder und beweglicher sei dafür die Damenwelt. Im sportlichen Wettkampf gibt sich dennoch jeder nur ungern geschlagen. Christian und ich sind da keine Ausnahme. Sportlich sind wir beide. Doch wer kann im Geschlechterkampf über fünf Disziplinen die Nase vorn behalten?

Puh, das war ein knappes Ding! Und zeigt wie schön es doch immer wieder ist, das andere Geschlecht zu übertrumpfen. Und dem Anderen den Sieg dann vorzuhalten. Immer und immer wieder. Naja, was sich liebt, das neckt sich.

Ob das auch für die Sportgeschichte gilt? Männer wollten hier lange die Hosen anbehalten und verbaten Frauen sogar, darin Sport zu machen. Sie bekamen Röcke verpasst - bei vielen Sportarten ein gefährliches Handicap. Geschlechterkämpfe fanden abseits des Spielfelds oder Rings in Verwaltungsgebäuden und Forschungseinrichtungen statt. Hier wurden oft fadenscheinige Gründe gefunden, um der Damenwelt viele Sportarten zu verbieten. So hatten Frauen lange nicht nur mit körperlichen Nachteilen zu kämpfen, sondern auch mit schwierigen gesellschaftlichen Umständen und Vorurteilen. Dennoch fanden sie Wege und Methoden um sich gegen die Schikanen durchzusetzen:

Wofür Frauen seit mehr als hundert Jahren kämpfen, gilt heute fast zur Gänze: "Es gibt nichts, das wir nicht auch können". Auch wenn vielleicht manchmal nicht so gut wie die Männer. Wir versuchen es, werfen uns in den Ring, greifen an, probieren aus und spielen. Mixed Wettbewerbe und die Öffnung von männlichen Sportarten für Frauen sowie der weiblich geprägten für Männer ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Immerhin dürfen jetzt nicht nur Frauen Boxen und Ringen, sondern auch Männer Synchronschwimmen im Duett. Auch wenn Frauen und Männer in solchen Wettbewerben, bei denen das eine Geschlecht scheinbar klar einen körperlichen Vorteil hat, eigentlich nicht wirklich gegeneinander antreten. Hier gilt wieder: Miteinander anstatt Gegeneinander. Doch das ist am Ende bestimmt auch das bessere Credo. Bei allem Spaß, den ich und Christian bei unserem Geschlechterkampf hatten, ist es doch am schönsten, wenn er mich hochhebt, damit ich auch einen Klimmzug schaffe. Und er ist dankbar, wenn ich ihm die Stelzen festhalte, damit er sein Gleichgewicht finden kann. Das Springseil ist nach wie vor verbannt. Da hat er seine Prinzipien.

Liebe Grüße von eurer Anne von den Sportsfreundinnen.






 

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