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02.06.2016  |  15:30 Uhr

Selbstversuch Rugby: Elegante Brutalität

Ein Probetraining beim 7er-Rugbyteam der Uni Passau

von Sinika Fischer

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Was hab ich mir nur dabei gedacht? Dieser Satz schießt mir den ganzen Morgen durch den Kopf. Was hab ich mir nur dabei, gedacht mich für das Rugby-Training zu melden? Es ist Freitagvormittag und es trennen mich noch gute acht Stunden vom Trainingsbeginn. Die Erklärung ist nicht schwer: Ich liebe es Rugby anzuschauen! Es ist schnell. Es ist hart und ein Kontaktsport. Und nicht zu guter Letzt sind 30 Männer in engen Trikots auf dem Feld. Also hey... Aber selber machen? Na klar, denn wie haben wir es so schön formuliert: Wir werfen uns in den Ring, greifen an, probieren aus und spielen...

Ich habe meine Liebe zum Rugby in Neuseeland entdeckt. Das heißt für mich ist Rugby immer auch mit den Neuseeland All Blacks, schwarzen Trikots und dem Haka (ein Kriegstanz der Maori, den die Spieler vor dem Start jeden Rugbyspiels aufführen) verbunden. Weil ich den Eintrag nicht ohne starten kann, gibt es hier den Sieger-Haka nach der gewonnenen Weltmeisterschaft am 31. Oktober 2015. Go the mighty All Blacks!

Freitagabend an der Ortsspitze. Passau zeigt sich von der schönsten Seite. Kleine Gruppen sitzen auf Picknickdecken zusammen und genießen die Sonne. Ich stehe bei einer Gruppe von acht Personen, die das Rugby-Team der Uni Passau für heute darstellen. "Eigentlich sind wir mehr. Aber Feiertag und so." Henry trainiert den bunten Haufen Studenten und begrüßt mich herzlich, während der Rest des Teams schon damit beginnt, sich mit Pässen aufzuwärmen. Nach einer kurzen Erklärung über das korrekte Passen (aus der Hüfte und mit beiden Händen) werde ich in den Kreis aufgenommen.

Ich schaue zu, wie zwei Rugby-Eier kreisen und fühle mich koordinativ leicht überfordert. Das eine Ei wird immer schön an den Nachbarn weiter gepasst, während das zweite in langen Pässen weitergegeben wird. Währenddessen baut Henry die Hütchen auf. In unserem Fall sind das Turnschuhe, die auf dem Gras verteilt werden. Wir sollen uns dahinter aufteilen und dann geht es los mit Passen und Laufen. In Dreiergruppen wird gestartet und das Rugby-Ei in Pässen auf die andere Seite getragen. Das klingt jetzt alles leichter als es ist. Denn das Knifflige beim Rugby ist, dass der Pass nur nach hinten gespielt werden darf und nicht nach vorn. Man muss also sehr darauf achten, wo die Mitspieler sich auf dem Feld befinden. Es dauert zwei bis drei Runden, dann habe ich den richtigen Rhythmus gefunden. Mit dem Ball wird ein kurzer Sprint eingelegt, nur um sich danach wieder ein wenig zurückfallen zu lassen, sobald der Pass gespielt wurde.

Es beginnt mir langsam richtig Spaß zu machen, als das ganze Training gestoppt wird. Neugierige Zaungäste haben sich auf unser Spielfeld verirrt und müssen vorsichtig wieder herunter begleitet werden. Da es sich bei den Zaungästen um eine Gruppe von Entenbabys handelt, werden aus Rugbyspielern kleine Jungs und Mädels mit großen Augen.

Besuch von den Entenbabys

Besuch von den Entenbabys | Leonie Bauer

Besuch von den Entenbabys - Leonie Bauer


Sobald die kleinen Vögel in Sicherheit sind, geht es weiter. Begriffe wie "Schere" und "Loop" werden plötzlich eingeführt und nun kann ich nur aus großen Augen zuschauen. Bei den Worten handelt es sich um Kreuzbewegungen, die während dem Passen gespielt werden. Bei der "Schere" handelt es sich um eine einfache Kreuzung, das heißt ein einfacher Positionswechsel. Der "Loop" ist ebenfalls eine Kreuzbewegung, wobei der Passende seinem Pass nachläuft und den Ball auf der anderen Seite wieder entgegennimmt (Wer ihn sich gespielt ansehen möchte, einfach diesem Link folgen: Loop).

Die Schere macht mir keine Probleme. Das einfache Kreuzen kenne ich noch aus meiner Handballzeit, doch der Loop will mir nicht so ganz gelingen. Um das Ganze noch interessanter zu machen, wird die Übung in eine 2-gegen-1-Situation verändert. Zwei Angreifer müssen versuchen, an einem Abwehrspieler vorbeizukommen. Wie sie das machen, bleibt ihnen überlassen. Ob ein Pass in letzter Minute, eine Kreuzbewegung, völlig egal: Hauptsache durch! Nach einigen Durchgängen müssen wir wieder unterbrechen. Die Entenbabys sind zurück und nehmen wieder Kurs auf unser Spielfeld. Wieder werden sie vorsichtig weggeführt und die Feuerwehr wird informiert, da keine Enteneltern in Sicht sind. "Die kommen wieder, sobald keine Menschen mehr da sind", heißt es und nachdem sie nun auch aus dem Weg sind, geht es weiter.

In den letzten Trainingsminuten wird dann aber noch richtig gespielt. Touch-Rugby heißt die Devise und wir spielen es vier gegen vier. Touch-Rugby ist die "sanftere" Version des normalen Rugbys. Anstatt den Gegner zu tackeln, muss er nur mit beiden Händen berührt werden. Daraufhin wird der Ball abgelegt und die angreifende Mannschaft darf einen weiteren Angriffsversuch unternehmen.

Nach einer kurzen Einführung in die Regeln geht es los. So hatte ich mir das erhofft und vorgestellt. Die Rückwärtsbewegung bereitet mir allerdings einige Probleme und mehrmals wird mir zugerufen: "Du stehst im Abseits!" (Nicht, dass ich wüsste, wann Abseits ist.) Zum Schluss muss meine Mannschaft sich mit 2:1 geschlagen geben. Aber das interessiert mich in dem Moment nicht wirklich. Die Euphorie hat Überhand genommen. Endlich durfte ich Rugby spielen.

Und wie sieht es aus mit den Mädels im Rugby?

Es gibt sie tatsächlich. Beim Training der Mannschaft der Uni Passau treffe ich Justine. Sie ist über eine Freundin eines Teamkollegen drauf gekommen, spielt als einzige Frau im Herren-Team und ist begeistert. Natürlich möchte ich von ihr wissen, wie es denn so ist, als einziges Mädchen unter so vielen Jungs:

Wünscht sie sich Verstärkung?

Eure Sinika von den Sportsfreundinnen

P.S.: Meinen Watschel-Gang, verursacht durch einen monströsen Muskelkater, überlasse ich eurer Fantasie.






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