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Passau  |  09.01.2017  |  09:00 Uhr

Drei Welten in vier Stunden

Ein Abend in der Spitalhofstraße

von Gabriel Bub, Thilo Eggerbauer

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Was ist lang, nicht immer sauber, aber trotzdem irgendwie sexy? Ganz klar: Die Spitalhofstraße. Über 1,9 Kilometer erstreckt sie sich, um genau zu sein. Will man sie an einem Abend durchqueren, sollten dringend Pausen eingelegt werden. Wir haben uns aufgemacht in Welten außerhalb von Alt- und Innstadt, dorthin wo Blasrohrdart gespielt wird, wo die Kneipe aussieht wie ein Antiquitätengeschäft und dorthin, wo an der Bar geschlafen wird.

Erster Halt: Die Achtziger

David Spieker an seinem Arbeitsplatz im "Blue Monkeys".

David Spieker an seinem Arbeitsplatz im "Blue Monkeys". | Gabriel Bub

David Spieker an seinem Arbeitsplatz im "Blue Monkeys". - Gabriel Bub


"Der Laden heißt ,Blue Monkeys‘, weil du blau bist, wenn du wieder rausgehst", verrät Inhaber David Spieker (29) das Geheimnis hinter dem Namen. Vor dem Eingang wird mit der "Hoiben to go" für 1,70 Euro geworben – ein Angebot, dass vor allem Studenten auf dem Weg in die Stadt nutzen. Innen versetzt einen die klassische Einrichtung aus Holztresen, Spielautomaten, Dartscheibe und den Stammkunden – irgendwie auch Teil der Inneneinrichtung – zurück in die 80er Jahre. Hier geht es nicht darum, exklusiv oder schick zu sein. Das Blue Monkeys besinnt sich auf das, was eine Kneipe ausmacht: Trinken und Gesellschaft. Ein Alleinstellungsmerkmal hat das Blue Monkeys dann doch. Die Dartpfeile werden nicht nur mit der Hand geworfen, sondern auch durch ein Blasrohr auf die Scheibe geblasen. Eine Nischensportart, über die der ein oder andere Stammkunde den ganzen Abend referieren könnte.

Zweiter Stopp: Die Dekorateure

Jeder Quadratzentimeter Wand wird von der Dekoration verdeckt.

Jeder Quadratzentimeter Wand wird von der Dekoration verdeckt. | Thomas Altvater

Jeder Quadratzentimeter Wand wird von der Dekoration verdeckt. - Thomas Altvater


Harri und Evi sind nicht nur ineinander, sondern auch ins Detail verliebt. Ihre Wirtschaft, das "Pilsstüberl Batavia" sieht von außen aus, als gäbe es innen allen möglichen Ramsch zu kaufen. Tatsächlich gibt es hier viel Ramsch, kaufen kann man aber nur Getränke.

Harri und Evi gehören zum Batavia wie der Tannenbaum zu Weihnachten.

Harri und Evi gehören zum Batavia wie der Tannenbaum zu Weihnachten. | Thomas Altvater

Harri und Evi gehören zum Batavia wie der Tannenbaum zu Weihnachten. - Thomas Altvater


Der Rest ist Teil der Deko. Von November bis Weihnachten grüßten von der Decke noch Lametta, Engel, Tannenzweige und alles, was auch nur im Entferntesten mit Weihnachten zu tun hat. Ab Jahresanfang gibt es Faschingsdeko, danach ein Jahresmotto, bis wieder Weihnachtsdeko angebracht wird. Ein Lehramtsstudent kommentiert: "Die Deko ist mit der Bar dekoriert und nicht umgekehrt." Besagter Lehramtsstudent ist nach eigenen Angaben öfter da und hat Evi noch nie zwei Mal im selben Outfit gesehen.

Überhaupt passt Evis extravagantes Äußeres gut zur Einrichtung des Pilsstüberl und es ist zu erahnen, wer bei der Dekoration federführend war. Evi hat direkt neben dem Pilsstüberl eine kleine Modeboutique. Abends hilft sie ihrem Mann Harri in der Kneipe aus. Von geübten Kneipengängern wird das Batavia deshalb "Bei Harri" genannt. Und es ist wirklich, als sei man bei Harri und nicht in einer Kneipe. Evi nimmt uns gleich in Empfang, als seien wir alte Freunde. Die Gäste, auffällig viele Studenten, sind per Du mit den beiden Wirten, mit denen sie munter scherzen.

Endstation: Die Multifunktionskneipe

Fares Guerri ist immer für eine Runde Dart zu haben.

Fares Guerri ist immer für eine Runde Dart zu haben. | Thomas Altvater

Fares Guerri ist immer für eine Runde Dart zu haben. - Thomas Altvater


Gut, das "Fact" ist nicht in der Spitalhofstraße und es ist auch keine Kneipe im engeren Sinne. Es gehört aber wegen seiner Nähe zur Spitalhofstraße zur Tour dazu und hat einen Tresen, an dem man Bier trinkt. Im Fact kann fast jeder glücklich werden. Es gibt Billardtische, einen Tischkicker und Dartscheiben, an denen man sich "sportlich" betätigen kann. Wer mehr Nervenkitzel braucht, versucht sein Glück an einem der vielen Spielautomaten.

Die Billardtische im "Fact".

Die Billardtische im "Fact". | Thomas Altvater

Die Billardtische im "Fact". - Thomas Altvater


Fares Guerri (39) ist der Chef im Fact. Einige Nächte hat er hier verbracht. Oft hat er mitgefeiert. Man sieht es ihm nicht an. Zum Glück. Ins Fact kommen vier Typen, sagt er: "Die, die an der Theke sitzen und trinken, die Darter, die Billardspieler und die Zocker." Zumindest die Darter und Trinker sind an diesem Abend vertreten. Als wir reinkommen, hat bereits eine Gruppe die Dartscheiben in Beschlag genommen. Wir nehmen die Rolle der Trinker ein. Ein Kollege, der offensichtlich zur selben Kategorie gehört, macht es sich für ein Nickerchen in einem Bierhocker bequem.

Schluckten leider mehr als sie ausspuckten: Die Automaten.

Schluckten leider mehr als sie ausspuckten: Die Automaten. | Thomas Altvater

Schluckten leider mehr als sie ausspuckten: Die Automaten. - Thomas Altvater


Kurz spielen wir am Automaten. Leider erfolglos. Auf einem Flachbildfernseher über der Theke läuft ProSieben. Herr der Ringe. Hier schließt sich also der Kreis von Abenteurern in fremden Gefilden.

So verschieden alle drei Stationen der Spitalhofstraßentour waren, ein paar Dinge hatten sie doch gemeinsam. Überall hatten wir Spaß, haben überall ein nettes Schwätzchen gehalten und am Wichtigsten: Überall gab es zum Abschied eine Runde Schnaps aufs Haus.






 

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