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17.07.2016  |  09:00 Uhr

Autonomes Fahren

die Technologie funktioniert- doch das Vertrtauen fehlt

von Christine Seimebua

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"Falsch wäre, die Entwicklung des autonomen Fahrens zu verdammen. Denn wir zählen jährlich 1,25 Million Verkehrstote weltweit, die meisten durch menschliches Versagen. Technik könnte hier helfen." - Birgit Priemer, Autor motor und sport

So äußerte sich Frau Priemer in einem Kommentar zum Tesla-Crash im Mai, der die Sicherheit der autonom fahrenden Systeme zum heiß diskutierten Thema machte. Bei dem Unfall hatte der Fahrer das "Autopilot"-System seines Modell S eingeschaltet. Das System übersah einen LKW, es kam zu einem Zusammenprall. Der Fahrer verstarb an den Unfallverletzungen.

Tesla Model S

Tesla Model S

Tesla Model S


Tesla wurde für den Unfall stark kritisiert, reagierte jedoch mit einer Pressemitteilung, mit der sich das Unternehmen jeglicher Verantwortung entzog: Beim Aktivieren des Autopilots muss der Fahrer die Sicherheitsanweisungen bestätigen. In diesen steht geschrieben, dass der Fahrer seine Hände trotz Autopilot möglichst immer am Lenkrad haben muss, um im Falle von technischem Versagen reagieren zu können. Somit ist Tesla – zumindest juristisch – fein raus, doch der öffentliche Diskurs bleibt.

Elon Musk - CEO Tesla Motors

Elon Musk - CEO Tesla Motors

Elon Musk - CEO Tesla Motors


Vor allem nach dem zweiten Unfall, der sich vor 2 Tagen ereignete. Dabei ist zwar niemand tödlich verletzt worden, doch die eingeschaltete Selbstlenk-Funktion hat das Auto von der Bergstraße abgeführt, hinein in den Straßengraben.

Vertrauen und Sicherheit – Stichworte, die bei dem Thema "selbstfahrende Autos" nicht fehlen dürfen und auch nie fehlen.

Sicherheit hat im Verkehr immer oberste Priorität. Und damit werben Autohersteller, die ausgeklügelte "Fahrassistenz-Systeme" unter die Massen bringen wollen. Die Systeme seien schneller, präziser und vorausschauender als der Mensch. Der hingegen ist schneller abgelenkt und unvorsichtiger. Eigentlich ein ganz klarer Punkt pro Autopilot und Fahrerassistenz.

Doch Vertrauen ist der Punkt, an dem es emotional und dadurch irrational wird. Menschen vertrauen Menschen. Auch irgendwie verständlich; Menschen kennen nur Menschen und wissen, wie die ticken und wie sie mit ihnen umzugehen haben.

Sehr oft, wenn das Thema Automatisierung auf der Straße angesprochen wird, kommen Aussagen, die der folgenden stark ähneln: "Ich kann der Technik da noch nicht so ganz vertrauen. Die kann ja nicht denken."

Menschen können denken, aber auch fühlen. Und ab und zu – vor allem in Stresssituationen – setzt das Denken aus, das Handeln erfolgt dann affektiv, oft mit fatalen Folgen. Und selbst wenn der Mensch rational denkt, kann er sich irren.

Wir haben Studenten aus Passau bezüglich ihrer Meinung zu den automatisierten Systemen befragt:

Carolin B.

Carolin B.

Carolin B.


"Ich weiß nicht, ich kanns mir jetzt nicht so vorstellen, mal mit Autopilot zu fahren. Aber wenn es in der Zukunft auch andere Leute machen, vielleicht. Wenns sicher ist. Und leicht zu bedienen! Irgendwie kann man der Technik da nicht so ganz vertrauen, es ist uns einfach noch zu suspekt "

Jakob S.

Jakob S.

Jakob S.


"Also die Zukunft der Auto-Mobilität liegt definitiv in selbstgesteuerten Autos, weil der Risikofaktor Mensch um ein Vielfaches höher ist als der Risikofaktor Technik. Der Mensch wird sich damit abfinden müssen, keine direkten Verantwortlichen für Ungklücke zu finden. Denn so perfekt die Technik auch sein mag, kann es sehr selten zu technischem Versagen kommen."

Diese Technik denkt und fühlt nicht. Sie arbeitet nach Algorithmen und Befehlsketten, ganz unemotional. Alle Statistiken und Untersuchungen kommen auf dasselbe Ergebnis: Es ist sicherer der Technik zu vertrauen.

Audi ist es erst vor einigen Monaten gelungen, mit dem A7 piloted driving concept rund 900 km auf öffentlichen Straßen zurückzulegen, ganz ohne eingreifenden Fahrer.

Für den Alltag gibt es auch eine ganze Bandbreite an Systemen, die man – für nicht gerade wenig Geld – kaufen kann. Alle nennenswerten Automobilhersteller geben jährlich Unsummen für Forschung und Entwicklung solcher Assistenz-Systeme und im Bereich automatisiertes Fahren aus.

So langsam rückt diese Technik ins Sichtwelt der Normalbevölkerung - und das ist meiner Meinung nach eine sehr positive Entwicklung. Das Problem liegt ja eigentlich darin, dass Menschen immer skeptisch sind vor dem, was sie nicht gewohnt sind. Caro hat es ganz gut ausgedrückt... sobald wir öfter solche Technik auf der Straße sehen, ist es bald nicht mehr so fremd und daraufhin wird es irgendwann "normal".  Wenn sich autonom fahrende Fahrzeuge erstmal durchgesetzt haben - dafür müssten sie erstmal sehr viel günstiger werden - dann werden wir sehen, dass die Technik uns nur dabei hilft, die Straßen ein bisschen sicherer zu machen.

Falls es euch interessiert, habe ich hierzu noch zwei kurze Videos gefunden, die das Konzept des hochautomatisierten Fahrens von Audi und das System "Autopilot" von Tesla kurz zeigen:

 






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