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27.05.2016  |  10:00 Uhr

Deutschland und das Auto - ein Klischee im Wandel

von Christine Seimebua

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Deutschland. Ein Land, bekannt für die Liebe zur peniblen Gartenpflege und zur Kartoffel.
Manche Vorurteile sind diskutabel, doch wenn es eines gibt, in dem das Fünkchen Wahrheit mehr als nur ein Fünkchen ist, dann ist es das Klischee über den Deutschen und das Auto. Der Deutsche liebt sein Auto. Er pflegt es gewissenhaft, hat wahrscheinlich auch mehr als nur eines und gibt gern viel Geld dafür aus. Das Privatfahrzeug ist hierzulande ein etabliertes Statussymbol und deswegen gilt auch: "je luxuriöser, desto besser".

Zugegeben, dieses Klischee trifft vor allem auf den deutschen Ü45er zu, doch wie sieht es bei den deutschen Millennials aus? Eine Generation aus 18- bis 34-Jährigen, die vermehrt versucht, sich von den "typisch-deutsch"-Stereotypen zu trennen. Hat die Liebe zum Auto mit den Jahrzehnten abgenommen? Ist sein Stellenwert für Millennials anders?


Eine 2015 durchgeführte Zeitgeist-Studie zur Einstellung von Millennials zum Auto zeigte, dass immerhin knapp über die Hälfte ein Auto besitzt und 34 Prozent es tatsächlich auch täglich nutzen. Das Auto hält also standhaft den ersten Platz unter den Verkehrsmitteln. Wie das sein kann? Da gibt es wohl mehrere Gründe. Zum einen die einfache Tatsache, dass der Transport von Gepäck, Einkauf etc. mit einem Auto viel einfacher vonstatten geht. Und wenn man uns Millennials eines nicht abschlagen kann, ist es unsere Gemütlichkeit. Der stärkste Pluspunkt eines Autos ist die Flexibilität. Man kann losfahren, wann man will - ohne sich davor Gedanken machen zu müssen über Zugverbindungen oder Buspläne. Ein Auto ist theoretisch einfach praktisch.

Doch das war auch schon alles, was bei dieser Generation für ein Auto spricht. Der Besitz eines Autos an sich hat unter Millennials auch an Stellenwert verloren. In der Studie gaben nur 40 Prozent an, ein Auto sei ein Muss. Der Rest war der Meinung, dass ein Auto eher ein "Goodie" ist; schön zu haben, aber nicht notwendig. Man ist nicht neidisch auf den Mitbewohner, der ein Auto zur freien Verfügung hat, eher bemitleidet man ihn um die Kosten, die er für das Auto zu tragen hat. Mit Versicherungen, Sprit und anderen Erhaltungskosten fallen im Monat problemlos 100-200€ zum Opfer.

Dass ein Auto nicht notwendig ist, verdanken wir zum Teil den öffentlichen Verkehrsmitteln sowie auch dem Trend des "Carsharings". Ob eine Mitfahrgelegenheit für die Fahrt von Passau nach Hamburg oder mit DriveNow einen kurzen Trip zum anderen Ende der Stadt.

Bezüglich der Kosten sieht man auch, dass Millennials weniger Geld für die Anschaffung des Autos ausgeben. Kaum einer kauft einen Neuwagen und auch nur wenige besitzen eins aus dem Premium-Segment. Das liegt vor allem daran, dass der Prestigewert eines Fahrzeugs kaum mehr eine Rolle spielt. Millennials gehen verstärkt pragmatisch an die Sache ran: "Hauptsache, es fährt" scheint bei vielen Devise geworden zu sein.
Das Auto hat als Statussymbol und Accessoire an Bedeutung verloren. Ungefähr 80 Prozent der Befragten sagten, dass es ihnen egal sei, was andere von ihrem Auto halten. Die Marke und das damit verbundene Ansehen sind keine Argumente mehr beim Kauf eines Fahrzeugs. Funktionalität ist für uns zur Priorität geworden. Kleinwagen ist Kleinwagen, ob nun Ford, Audi oder Hyundai. Somit wählen die meisten die kostengünstigere Variante... fährt sich ja alles gleich.

Man könnte also sagen, dass unsere Generation dabei ist, das Klischee des Auto-liebenden Deutschen, der den Nachbarn mit dem neuesten Mercedes neidisch machen will und sich sieben Mal im Monat der Fahrzeugpflege hingibt, zu verändern und vielleicht sogar ein gänzlich neues daraus macht.







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