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10.12.2016  |  12:00 Uhr

Meal Preparing - Es muss nicht immer Hühnchen sein

Warum nicht nur Bodybuilder davon profitieren

von Sarah Parzer

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Schweißperlen stehen auf meiner Stirn. Meine Nerven sind am Ende. In mir kommt ein Gefühl von Stolz und Erleichterung hoch. Ich habe es vollbracht. Sieben verschiedene Gerichte und das in nur zweieinhalb Stunden.

Übersicht

Übersicht | Sarah Parzer

Übersicht - Sarah Parzer


Dass Bodybuilder Meal Preparing schon lange für sich entdeckt haben, ist ja kein Geheimnis. Aber mal ehrlich, hat Arnold Schwarzenegger Hünchenbrust mit Brokoli und Reis zum internationalen Fitnessgericht erklärt? Oder warum muss dieses minimalistische Mahl täglich am Speiseplan stehen?

Eigentlich finde ich die Idee von "Meal-Prep" - auf deutsch Vorkochen - gar nicht so verkehrt. Nicht ohne Grund setzt es sich mittlerweile auch unter "Hobbysportlern" durch. Der Sinn dahinter ist, dass wenn der hungrige Student abends erschöpft von der Uni nach Hause kommt, gar nicht erst in Versuchung gerät, auf die altbewährte Tiefkühlpizza zurückzugreifen. Stattdessen wartet im Kühlschrank eine gesunde Mahlzeit, die nur noch warm gemacht werden muss. Oder noch besser, der Prep kann kalt verzehrt und mit in die Vorlesung genommen werden.

Natürlich gilt das nicht nur für Studierende. Jeder kennt doch das Gefühl, hungrig daheim anzukommen. In diesem Moment entscheidet keiner rational. Gegessen wird, was am schnellsten auf den Tisch kommt. Meistens ist das kein frisch zubereiteter Gemüseauflauf. Der Unterschied ist nun, dass dem Discopumper nur wichtig ist, genügend Eiweiß zu sich zu nehmen, egal ob Abwechslung dabei ist oder nicht. Ich interessiere mich aber für die Umsetzung für den ernährungsbewussten "Normalo". Also hilft mir das Vorkochen wirklich, gesünder zu leben und weniger Stress im Alltag zu haben?

Ich bin dieses Semester viel an der Uni und habe wirklich wenig Zeit, um etwas gesundes zu kochen. Dabei ist für mich Ernährung sehr wichtig. Mein Körper leidet schon unter meiner Chicken-Nuggets-Sucht, da sollte dann zumindest der Rest von dem, was ich zu mir nehme, gesund sein. War es eine Überdosis vom erwähnten gepressten Hühnerfleisch mit goldener Kruste, oder einfach meine masochistische Ader, ständig neue "Food-Trends" auszuprobieren, ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich mich dazu entschlossen, dem Ganzen eine Chance zu geben und es selbst auszuprobieren. Aber jeden Tag das Gleiche - mittags wie abends? Nein! Außerdem wer weiß, vielleich wächst mir von so viel Hühnerbrust selbst eine und dieses Risiko kann ich keines Wegs eingehen. Habt ihr schon mal Bodybuilderinnen gesehen? Ich kann den Zusammenhang zwar nicht wissenschaftlich beweisen, aber verdächtig ist das schon.

Die Köchin

Die Köchin | Daniela Parzer

Die Köchin - Daniela Parzer


Aber wo fange ich am besten an? Google kennt die Lösung. Ein Wochenplan muss her. Leichter gesagt als getan. Die einzelnen Mahlzeiten sollen abwechslungsreich und lecker sein, außerdem praktisch zum Mitnehmen und dann noch bis mindestens Donnerstag genießbar bleiben. Aja und dann wäre da noch die Sache, dass man alles auf einmal kochen muss. Meine Auswahl an Töpfen und Pfannen ist zwar für eine Studentin relativ reichhaltig, trotzdem sollte die Menge an unterschiedlichen Zutaten überschaubar bleiben.

Nach langem Überlegen steht der Speiseplan. Als Kohlenhydratzufuhr gibt es abwechselnd Reis und braune Linsen. Die Eiweisquelle macht das Ganze dann abwechslungsreich. Sie besteht aus Ei, Feta, Putenfleisch und Fisch. Der Rest ist dann fast nur Gemüse in unterschiedlichen Kombinationen.

Also dann, ab zum Einkaufen. Viel muss ich nicht kaufen, da ich das Meiste vorrätig habe. Aufatmen für meine Brieftasche. Zuhause angekommen geht es gleich ans Werk. Reis kochen, Gemüse schnibbeln, Dressings machen, ganz schön stressig. Da ich alles richtig machen will, bereite ich sogar das Frühstück vor. Es gibt gesunde Vollkornmuffins, mit Birkenzucker statt normalem - super angesagt in der Veganer-Szene. Ja, ihr habt mich enttarnt, ich bin eine Hipsterköchin. Ich stehe auf Mandelmus, Hafermilch, Pastinaken und sonstiges "altes Gemüse", das jetzt wieder voll im Trend ist.

Nach nur zweieinhalb Stunden bin ich fertig. Ich bin sehr überrascht, wie schnell das ging. Zum Einen lag es wohl an meiner guten Planung, zum anderen lässt der Grad meiner Erschöpfung darauf schließen, dass ich einfach etwas langsamer hätte machen sollen. Egal, schnell noch ein paar Fotos machen, gehört doch heute einfach dazu und ab in meinen wohlverdienten Mittagsschlaf.

Das Endergebnis

Das Endergebnis - Sarah Parzer




Die restliche Woche ist tatsächlich entspannter. Morgens packe ich einfach jeweils zwei Tupperdosen mit dem Essen für den ganzen Tag ein und gönne mir dann noch Frühstück. Wobei, bei den Muffins ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Aus meinem Repertoir habe ich das falsche Rezept gewählt. Nicht umsonst habe ich nach dem ersten Versuch vor etwa zwei Jahren diese Muffins umbenannt in Steine. Aber zerbröselt und mit Joghurt drüber schmecken sie hervorragend.

Mein Fazit: Wirklich praktisch für stressige Wochen, in denen man im Vorhinein weiß, dass kaum Zeit bleibt um etwas zu kochen. Allerdings ist mein Gaumen äußerst launisch. Ich kann mich nie darauf verlassen, ob er donnerstags immer noch das Gleiche essen will wie am Montag. Das hat er mir mit einer winzigen Fresskapade am Mittwoch auch mehr als deutlich gemacht. "Gib mir mehr Schokolade!", schrie mein Magen nach einer Packung Jumpies (für alle, die diese Köstlichkeit nicht kennen, Jumpies sind kleine Chipskängurus mit Paprikageschmack). Daher ist für Undisziplinierte wie mich das Meal-Preparing keine echte Abnehmhilfe. Aber definitiv eine Zeitersparnis im Alltag und einen Versuch wert.






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