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Wissenschaftspraxis  |  08.01.2016  |  09:00 Uhr

Dem eigenen Nachnamen auf der Spur

von Christopher Eichfelder

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Die Gscheidwisser erforschen diesmal ihre Nachnamen. Dazu haben sie mit Hilfe von Literatur zur Namenskunde einen Leitfaden zusammengetragen, den auch Du für eine Namensrecherche benutzen kannst.

Eine Kurzanleitung

Namen kategorisieren

Kannst Du Deinen Namen zufällig in eine Schublade stecken? Ich meine, hört er sich wie ein Vorname an, wie etwa bei Petersen (Peters Sohn)? Deutet er auf eine Herkunft, einen Beruf hin? Oder auf eine Eigenschaft vielleicht?

Im Register und auf der Landkarte recherchieren

Weiter geht's: Und zwar mit der Frage, woher die Namen überhaupt kommen. Dabei hilft ein Blick ins Telefonbuch – was aber ein bisschen sperrig ist, wenn wir ehrlich sind. Besser, wir recherchieren mit einem Online-Tool namens ‚Geogen‘. Da sind die Nachnamen nämlich deutschlandweit den Wohnorten ihrer Träger zugeordnet.

Namen zerlegen

So simpel wie sinnvoll: Wer nach seinem Namen recherchiert, sollte sich Gedanken darüber machen, aus welchen Bestandteilen er besteht.

Spracheinflüsse prüfen

Du tappst bisher immer noch im Dunkeln? Dann helfen Dir vielleicht Fremdsprachen weiter. Viele Nachnamen, die zwar deutsch, bzw. eingedeutscht aussehen, haben nämlich ausländische Wurzeln. In so einem Fall solltest Du in einem Fremdsprachenlexikon suchen.

In Namenssammlungen weiterrecherchieren

Es wird geschmökert! Um Deine Vermutung zu prüfen oder alt erscheinende Wortteile Deines Namens nachzuschlagen, helfen Auflistungen von deutschen Nachnamen oder auch Flurnamenlisten (heißt Regionen-/Naturbezeichnungen).

Der Praxistest


| Christoph Stoepel (Geogen)

- Christoph Stoepel (Geogen)


Fall 1: Eichfelder

Wie war das gleich? Ach ja, die Schublade! Vorname? Fällt weg. Eine Berufsbezeichnung oder ein Name, der eine Eigenschaft zuschreibt, vielleicht? Eichenfäller? Leider falsch, mit der Lösung sind wir auf dem Holzweg. Der geographische Weg ist der richtige. Denn die Familie Eichfelder konzentriert sich sehr stark auf die Stadt und den Landkreis Bamberg. Und im benachbarten Landkreis Kitzingen befindet sich tatsächlich ein Ortsteil namens Eichfeld. Nämlich in Volkach.


| Christoph Stoepel (Geogen)

- Christoph Stoepel (Geogen)


Fall 2: Göhrmann

Göhrmann – also einen Mann, der eine Frau namens Göhr gehabt hatte, können wir getrost ausschließen. Einen Beruf als Namensursprung ebenfalls. Oder wüsstest Du spontan einen? Also kommt der Name von einem Mann, der sich wie eine Gö(h)re verhalten hat? Nein, davon weiß das Namenslexikon nichts. Die Erklärung liefert stattdessen das altdeutsche Wort ‚gor‘, was so viel wie Sumpf bedeutet. Zusammen mit dem Namensteil ‚-mann‘, der auf eine regionale Herkunft deutet. Die Vorfahren und Namensgeber von Elina haben also vermutlich mal an einem Sumpf gelebt. In der Gegend von Berlin oder in Niedersachsen vielleicht, denn dort ist der Name am weitesten verbreitet.


| Christoph Stoepel (Geogen)

- Christoph Stoepel (Geogen)


Fall 3: Liewehr

Fehlt noch Davids Nachname. Und der lautet Liewehr. Vorname? Nope. Eine Berufsbezeichnung? Selbst in der Nachrecherche gab es dafür keinen Hinweis. Was sagt also die Landkarte? Bis auf eine kleine Häufung bei Heidenheim ist nichts wirklich auffällig. In der Literatur finden wir zwei Anhaltspunkte. Die mittelhochdeutsche Form ‚lewer‘, die dem uns bekannten Ledergerber entspricht. Die andere Möglichkeit: Eine Kombination aus ‚lee‘, was einen künstlich errichteten Hügel bezeichnet und dem Wörtchen ‚wehr‘. Letzteres bedeutet ungefähr so viel wie Staudamm. Ist es also der Beruf oder eine Ortsbeschreibung, der seine Vorfahren beschrieben hat? David ist anderer Meinung. Er weiß, dass sein Stammbaum nach Tschechien zurückführt und das Wort deshalb vielleicht aus dem Slawischen kommt. Einziges Problem: Um das zu prüfen, haben wir leider kein Nachschlagewerk gefunden.






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Wissenschaft ist langweilig? Ganz und gar nicht! Wir zeigen Euch, wie spannend und vielfältig Forschung sein kann. Dazu gehören die witzigen Seiten und Wissen, das Euch im Alltag wirklich nützt. Aber auch die Schattenseiten. Also dann: Wälzer weg und Schutzbrillen auf! Wir gehen auf Forschungsreise!

Eure Gscheidwisser,
Christopher, David und Elina

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Hier schreiben Studenten der Universität Passau. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Übung am Lehrstuhl für Medien und Kommunikation unter der Leitung von Professor Thomas Knieper erstellen sie ihre eigenen Blogs. Darin nehmen sie die Uni von innen unter die Lupe, testen Passaus Lifestyle-Qualitäten oder geben ihren Kommilitonen Tipps fürs Leben als Student.




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